Drei Jahre Fukushima 12.03.2014, 06:44 Uhr

Roboter sind bei der Arbeit in der Atomruine Fukushima unverzichtbar

Auch wenn immer noch Hunderte von Ingenieuren versuchen, die havarierten Reaktoren der Atomanlage Fukushima in den Griff zu bekommen, so sind Roboter immer wichtigere Helfer. Da die Strahlung in den Reaktoren zu hoch ist, können Menschen viele Bereiche des Kraftwerks nicht betreten. Viele Unternehmen in Japan arbeiten an Robotern für ganz spezielle Rettungsaufgaben in der Atomruine.

Aufnahme des Roboters Quince im Atomkraftwerk Fukushima: Die Verstrahlung in den Reaktoren ist so hoch, dass Menschen die innersten Bereiche kaum betreten können.

Aufnahme des Roboters Quince im Atomkraftwerk Fukushima: Die Verstrahlung in den Reaktoren ist so hoch, dass Menschen die innersten Bereiche kaum betreten können.

Foto: CIT/Youtube

In Fukushima kommen aber nicht die üblichen Versionen zweibeiniger Superroboter mit menschenähnlichen Merkmalen zum Zuge. Für die Aufräumarbeiten sind vielmehr kleine, maßgeschneiderte Roboter gefragt, von denen jeder jeweils eine bestimmte Arbeit übernimmt, erläutert Ken Onishi, Ingenieur in der Abteilung für Nuclear Energy Systems von Mitsubishi Heavy Industries. Die Abteilung entwickelt Roboter speziell für den Einsatz in Kernkraftwerken.

Roboter waren zunächst für den Einsatz im AKW nicht vorgesehen 

Japan ist zwar Vorreiter in der Robotertechnologie. Doch vor dem schweren Atomunfall von Fukushima vor drei Jahren war der Einsatz von Robotern in Atomkraftwerken in Katastrophenfällen nicht vorgesehen.

So dauerte es auch relativ lange, bis man sich letztendlich zu  derartigen Einsätzen entschloss und mit der Entwicklung geeigneter Roboter begann.

Viele kleine Robotergehilfen im Einsatz

Mehr als ein Dutzend unterschiedlichster Roboter werden bereits in Fukushima eingesetzt, um Abfall zu entfernen, Böden zu säubern oder Videos aufzunehmen. Ihr Erscheinungsbild erinnert mitunter an kleine Panzer. Die meisten haben entweder zwei oder vier Beine, ausgerüstet mit durchgehenden Laufflächen, abhängig davon, ob sie Hindernisse überwinden oder Treppen steigen müssen.

Der AKW-Betreiber testet einen Roboter von Hitachi-GE. Deutlich zu sehen ist das Glasfaserkabel, über das der Roboter beim Einsatz im AKW gesteuert wird.

Der AKW-Betreiber testet einen Roboter von Hitachi-GE. Deutlich zu sehen ist das Glasfaserkabel, über das der Roboter beim Einsatz im AKW gesteuert wird.

Foto: Tepco

Und obwohl die Roboter Hightech-Maschinen sind und ferngesteuert werden, so verzichtet die japanischen Ingenieuren nicht auf Kabelverbindungen. Alle Geräte sind über optische Glasfasern mit der Außenwelt verbunden, um auf diese Weise Unterbrechungen in der drahtlosen Kommunikation zu vermeiden.

Sakura kann auch steile Treppen heraufrollen 

Der Roboter Sakura No. 2 gehört zu den jüngsten Innovationen des „Future Robotic Technology Center“ des japanischen Chiba Institute of Technology (CIT). Dieser Roboter, ausgerüstet mit einer Kamera, kann steile Treppen und Hindernisse überwinden, während er digitale Fotos macht.

Zu den Robotern, die mittlerweile in regelmäßigem  Einsatz in Fukushima sind, gehört der Roboter „Quince“, entwickelt vom CIT in Zusammenarbeit mit der Tohoku Universität und dem International Rescue System Institute. Quince, entwickelt für den Einsatz in chemischen, biologischen und atomaren Katastrophenfällen, ist der erste Roboter, der im AKW in Fukushima Nummer 1 eingesetzt wurde.

Roboter sollen künftig auch Lecks reparieren

Ein „Putzroboter“ hat einen Körper wie eine Schlange. Der Kopf kann Wasser auspressen, ein anderen Körperteil ist in der Lage das schmutzige Wasser wieder aufzunehmen. Um Lecks im Detail feststellen zu können, werden kleine, Insekten ähnelnde Roboter benötigt. Hitachi hat einen solchen Roboter entwickelt, der in enge Ritzen kriechen kann, beispielsweise zwischen Rohre, um Lecks im Reaktor 1 aufzuspüren. Dieser Roboter soll im kommenden Jahr zum Einsatz kommen.

In der nächsten Stufe sollen schwimmende Roboter ihre Arbeit im Reaktor Nr.2  beginnen, um den Reaktorsicherheitsbehälter auf Leckagen zu untersuchen. Schließlich hat man das ehrgeizige Ziel, auch Roboter für die Reparatur von Lecks zu nutzen. „Da alle Reaktoren und ihr Gebäude sich in unterschiedlichem Zustand befinden, sind die Technologien auch nicht einfach übertragbar“,  erläutert Tetsui Waki, Roboterspezialist bei Hitachi-GE Nuclear Energy.

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