Verbessertes maschinelles Sehen 14.02.2014, 11:23 Uhr

Neues Roboterlabor forscht an Wahrnehmung der Haushaltsroboter

Haushaltsroboter sollen Gesehenes besser interpretieren lernen, damit sie in ihrer Umgebung komplexere Aufgaben übernehmen können. Dazu hat der britische Industrielle James Dyson ein Roboterlabor am Londoner Imperial College gegründet. Insgesamt ist das Projekt bereits zehn Millionen Euro schwer. 

Haushaltsroboter wie das Modell Armar des Karlsruher Instituts für Technologie können immer komplexere Aufgaben übernehmen. Schwachpunkt ist bei vielen Systemen aber noch das maschinelle Sehen. Daran wollen die Londoner Forscher im Roboticlabor arbeiten. 

Haushaltsroboter wie das Modell Armar des Karlsruher Instituts für Technologie können immer komplexere Aufgaben übernehmen. Schwachpunkt ist bei vielen Systemen aber noch das maschinelle Sehen. Daran wollen die Londoner Forscher im Roboticlabor arbeiten. 

Foto: Karlsruher Institut für Technologie

Roboter können die Welt einfach noch nicht so betrachten und verstehen wie wir Menschen. Diese Einschätzung hat den britischen Industriellen und vielfachen Patentinhaber James Dyson veranlasst, zusammen mit dem renommierten Imperial College in London ein finanziell aufwändiges Forschungsprogramm zu starten. Roboter sollen darin Gesehenes gleich verwerten lernen.

Dyson arbeitet schon seit 15 Jahren an Maschinen, die für den Einsatz im privaten Lebensbereich gedacht sind. Seit neun Jahren arbeitet er dabei mit Professor Andrew Davidson vom Imperial College zusammen. Diese Zusammenarbeit wird nun wesentlich vertieft. Es entsteht das Dyson Roboticlabor am Imperial College, dessen Direktor Professor Davidson wird.

Forschungsprojekt ist bereits zehn Millionen Euro schwer

Mit einem Aufwand von umgerechnet sechs Millionen Euro schafft Dyson Arbeitsplätze für 15 Wissenschaftler; die Stellen sind bereits ausgeschrieben. Die Forscher werden die ersten drei Jahre im Imperial College der Londoner Universität arbeiten. Anschließend sollen sie ein eigenes Gebäude auf einem Universitäts-Campus beziehen. Dabei kommt dem Institut zugute, dass das Vorhaben von anderer Seite mit weiteren knapp vier Millionen Euro unterstützt wird.

Das Dyson Roboticlabor wird sich in seinen Arbeiten darauf konzentrieren, dass Roboter Gesehenes interpretieren und interaktiv zu nutzen lernen. „Ein wirklich intelligenter Haushaltsroboter muss täglich komplexe Aufgaben erfüllen und sich dabei permanent an eine sich ständig ändernde Umgebung anpassen. Wir werden Systeme, die Geräte zum Verstehen und Wahrnehmen ihrer Umwelt benötigen, erforschen und entwickeln“,  konkretisiert Professor Davidson die Aufgabenstellung.

James Dyson entwickelte früher Staubsauger

Das industrielle Imperium von James Dyson begann mit Erfolgen in der Staubsauger-Entwicklung. Dyson hatte schon im Jahre 2001 einen Roboter-Staubsauger entwickelt und gebaut. Auf den Markt hat er den Dyson DC06 aber dann doch nicht gebracht. Beweggrund für diesen Rückzieher war, dass Dyson lieber ein “wahrhaft autonomes Gerät kreieren“ wollte, nicht einfach einen „glorifizierten Teppichkehrer“. Diese Einschätzung führte seinerzeit dazu, dass Dyson nicht nur auf die Markteinführung des ersten Roboters verzichtete, sondern zugleich seine Anstrengungen in der Roboter-Weiterentwicklung erheblich verstärkte. 

Ein Beitrag von:

  • Peter Odrich

    Peter Odrich studierte Betriebswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Verkehrsbetriebe. Nach 28 Jahren als Wirtschaftsredakteur einer deutschen überregionalen Tageszeitung mit langer Tätigkeit in Ostasien kehrte er ins heimatliche Grossbritannien zurück. Seitdem berichtet er freiberuflich für Zeitungen und Technische Informationsdienste in verschiedenen Ländern. Dabei stehen Verkehrsthemen, Metalle und ostasiatische Themen im Vordergrund.

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