Robotik 06.10.2000, 17:26 Uhr

Lernen mit Edutainment Robotics

Anti–Dro-gen-Informationen. Spielerei? 300 000 Kids wurden bereits so über die Risiken des Drogenkon-sums aufgeklärt. Eine sprechende Maschine weckt eben besondere Aufmerksamkeit – und Toleranz für die Roboter von morgen.

Versuchsfeld für Roboter der Zukunft: Sie spielen mit Lego und wenn sie ihre kleinen Maschinen den Ball kicken sehen, bekommen sie glänzende Augen:Wissenschaftler am Institut für Autonome intelligente Systeme (AiS) am GMD-Forschungszentrum Informationstechnik in St. Augustin. Doch nicht nur hier. Überall auf der Welt wird an Systemen gebastelt, die die Spielphantasie der Menschen anregen und die demnächst eine neu Ära der Robotik einläuten könnten. „Um die Lego-Roboter ist eine Fangemeinde entstanden, die ihre Programm-Module rege im Internet austauschen“, weiß Monika Müllerburg vom AiS zu berichten. „Auch unser Institut hat ‚Mindstorms“ von Lego entdeckt.“
Der Grund ist einfach: Man kann vielfältige Gefährte mit unterschiedlichen Sensoren bauen und relativ leicht neue Befehle auf die RAM-Chips schicken. Denn der Roboter lässt sich per Infrarotverbindung an den PC anschließen. Eine der simplen Programmvarianten: Ein schuhkartongroßes Fahrzeug fährt so lange geradeaus, bis es mit einem seiner Bügel an ein Hindernis stößt. Dann weicht es aus und nimmt einen neuen Kurs auf. „Die kompliziertere Variante ist, das Fahrzeug per Zuruf zum Umdrehen zu bewegen. Dazu kann man Schallsensoren anbringen“, erklärt Müllerburg.
Angesichts des Spektakels, das die Japaner mit dem RoboFesta Kansai 2001 vorhaben, nimmt sich das „Lego-Auto“ ziemlich bescheiden aus. Das Festival findet vom Juli bis November nächsten Jahres im Osaka International Convention Center statt und wird insgesamt 1700 Roboter präsentieren. 700 000 Besucher werden erwartet. Das Konzept hinter dem RoboFesta beinhaltet die Elemente „Informationsübertragung“, „Bildübertragung“ und „Kommunikation“. „RoboFesta wird ein neues Image für Roboter kreieren, wird helfen, die Träume der Jugend zu verwirklichen und wird jungen Menschen Wissenschaft und Technologie nahe bringen“, heißt es in der Ankündigung des Mega-Ereignisses. „Die Leute werden für Roboter, die jetzt auf den Markt kommen, interessante Anwendungen und Einsatzbereiche finden“, zeigten sich Experten kürzlich auf einem Workshop des GMD-AiS in St. Augustin über „Edutainment Robotics“ überzeugt.

Bei Lernrobotern kommt jetzt die Spaßgeneration

Roboter könnten jetzt quasi durch die Hintertür zu einer gesellschaftlichen Akzeptanz oder zumindest elterlichen Billigung kommen: Statt sich – etwa in der Rolle des Butlers – mit dem Menschen zu messen und natürlich hoffnungslos zu verlieren, präsentieren sie sich als Spielgerät, dessen pädagogische Dimension inzwischen ernsthaft diskutiert wird. Dabei geht es natürlich nicht um den Ersatz des Lehrers durch einen Roboter wie in der amerikanischen Anti Drug Compaign. Es geht vielmehr um kleine Spaßgeräte: „Die Roboter kommen mit Fun“, wie es im Workshop des AiS hieß. Was den Einsatz in der Schule nicht ausschließt, schließlich sollte auch Lernen vergnüglich sein.
„Wir schaffen mit elektronischen Hunden und Katzen eine neue Industrie, die als technologischer Spielplatz dient und eine Plattform für neue Formen der Elektronik für Konsumenten bietet“, bringt es Toshi Doi, Vizepräsident von Sony auf den Punkt. „Unterhaltungsroboter eröffnen ein Feld, auf dem Ingenieure für Software, Computersensoren und Kommunikation ihre neue Technologie testen, entwickeln und anwenden können.“ Ein erster Schritt ist die Entwicklung des Sony-Hundes Aibo durch Professor Hiroaki Kitano. „Er soll 5000 Dollar kosten und trotzdem sollen bereits rund 50 000 Stück verkauft worden sein“, erzählt Dr. Axel Poigné vom AiS. Die zunehmende Bedeutung solcher emotionalen Geräte belegt eine Marktforschungsstudie von Simon-Kucher & Partners (siehe Kasten), nach der Edutainment Robots eine Vorreiterrolle in der Entwicklung und Positionierung künftiger Service-Roboter haben werden.
Kontrovers ist dabei unter den Experten nach wie vor die Frage, ob und wann ein solcher „stiller Freund“ kommen wird. „Die Hausroboter sind in einem Status wie PCs vor 20 Jahren“, meinte ein Teilnehmer des Ais-Workshops. Und erntete sogleich heftigen Widerspruch. Doch kein Zweifel: Den Sony-Hund gibt es schon. „Doch auch den kann man um den Faktor 100 billiger haben“, weiß Poigné. ULRICH SchMITZ

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