Gleichgewicht trotz Ballbeschuss 11.05.2015, 08:51 Uhr

Laufroboter Atrias beweist Gehsicherheit im Park

Atrias hat Freigang bekommen: Seine Erbauer haben den Laufroboter aus dem Universitätslabor in den städtischen Park geschickt. Dort ging er die Wiese rauf und runter und ließ sich auch von Ballbeschuss nicht aus dem Gleichgewicht bringen.

Atrias während seines Spaziergangs im Park: Der Roboter stellte sich geschickt an und ließ sich selbst von Balltreffern nicht aus dem Gleichgewicht bringen.

Atrias während seines Spaziergangs im Park: Der Roboter stellte sich geschickt an und ließ sich selbst von Balltreffern nicht aus dem Gleichgewicht bringen.

Foto: Oreon State University

Für seinen ersten Ausflug in die Grünanlagen schien Atrias bestens vorbereitet zu sein. Der zweibeinige Roboter lief über die Wiese, bewältigte Steigungen und Gefälle und verlor seine Trittsicherheit auch nicht, als mit Volleybällen auf ihn geschossen wurde. Bisher war Atrias, der von Wissenschaftlern des Dynamics Robotics Laboratory der Oregon State University entwickelt wird, nur in der kontrollierten Umgebung des Labors unterwegs. Irgendwann soll Atrias sich draußen in jedem Terrain sicher fortbewegen können.

Hohe Beweglichkeit durch ungewöhnliche Beinkonstruktion

Die Wissenschaftler des Robotic-Labors arbeiten seit Jahren an einer Serie von Prototypen von bipeden, also zweibeinigen Robotern. Im Vergleich zu anderen mobilen Robotern, die vier oder mehr Beine haben oder sich mit Rädern oder Ketten fortbewegen, stellt die mechanische Konstruktion und Steuerung von Zweibeinern eine besondere Herausforderung dar. Bei Atrias haben seine Erbauer versucht, den Fortbewegungsstil in Effizienz, Agilität und Manövrierfähigkeit so menschenähnlich wie möglich zu machen.

Umfallen und auseinanderbrechen konnte Atrias nicht: Der Laufroboter hing an einer Sicherheitsleine, die mit einem fahrbaren Gerüst verbunden war.

Umfallen und auseinanderbrechen konnte Atrias nicht: Der Laufroboter hing an einer Sicherheitsleine, die mit einem fahrbaren Gerüst verbunden war.

Foto: Oregon State University

Seine hohe Beweglichkeit verdankt Atrias hauptsächlich seiner ungewöhnlichen Beinkonstruktion. Jedes Bein besteht aus vier Karbonfaserstangen, die gelenkartig miteinander verbunden sind. Daran sind Sprungfedern aus Fiberglas angeschlossen, die als Federung dienen und gleichzeitig die mechanische Energie speichern. So spart Atrias Energie und kann dynamischere Manöver vollbringen.

Tritte pariert Atrias mit Seitwärtsbewegung

Im Labor hatten die Wissenschaftler ihren Roboter, von dem es weitere Prototypen an zwei anderen US-Universitäten gibt, bereits in einem Hindernisparcours ausführlich getestet. Dort lief Atrias über stufenartig aufeinander gelegte Platten, ging eine Schräge hinauf und hinunter und blieb auch inmitten kleiner Würfel, die ihm in den Weg gelegt wurden, standfest. Auch Ballattacken oder menschliche Tritte und Schubser parierte der Roboter mit einer kleinen Seitwärtsbewegung, die ihm die Balance zurückgab.

Bislang übte Atrias das Gehen nur im Labor. Seinen nächsten Auftritt hat der Roboter im Juni auf der Darpa Robotic Challenge in Kalifornien.

Bislang übte Atrias das Gehen nur im Labor. Seinen nächsten Auftritt hat der Roboter im Juni auf der Darpa Robotic Challenge in Kalifornien.

Foto: Oregon State University

Zurzeit bereitet sich Atrias auf eine Demonstration seiner Lauffähigkeiten vor großem Publikum vor. Anfang Juni 2015 findet die Darpa Robotics Challenge im kalifornischen Pomona bei Los Angeles statt. Dort wird Atrias zwar nicht am Wettbewerb teilnehmen, aber zumindest einen Outdoor-Auftritt haben. Insgesamt 25 Robotic-Teams aus aller Welt, darunter auch zwei aus Deutschland, treten bei der Challenge an.

Roboter sollen Menschen bei Katastrophen helfen

Die Aufgabe der Roboter wird sein, sich in einem schwierigen Parcours, der eine natürliche oder menschengemachte Katastrophe simuliert, zurecht zu finden. Dort müssen die Roboter eine Reihe von Aufgaben lösen, mit denen sie ihre Wirksamkeit bei der Bewältigung von Desastern beweisen können. Dem Sieger winken immerhin zwei Millionen, dem Zweitplatzierten eine Million und dem Dritten 500.000 US-Dollar.

Von Gudrun von Schoenebeck
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