Technik von ABB 24.07.2014, 06:55 Uhr

In Berlin arbeitet ein Roboter als Schuhverkäufer

Mit einem Knopfdruck setzt der Kunde ein ungewöhnliches Schauspiel in Gang: Ein ABB-Roboterarm greift ins Regal und stellt die gewünschten Schuhe in eine Durchreiche. Zu bewundern ist der elektronische Verkäufer im Berliner Laden Solebox. 

Der Roboterverkäufer im Berliner Schuhladen Solebox: Für die Fixierung im Boden wählte Systemintegrator Klero eine Stahlkonstruktion. Denn die übliche Verdübelung war im Boden des 100 Jahre alten Hauses nicht möglich. 

Der Roboterverkäufer im Berliner Schuhladen Solebox: Für die Fixierung im Boden wählte Systemintegrator Klero eine Stahlkonstruktion. Denn die übliche Verdübelung war im Boden des 100 Jahre alten Hauses nicht möglich. 

Foto: Solebox

Bei Solebox hat der Industrieroboter Einzug in den Dienstleistungsbereich genommen. „Wir bieten unseren Kunden nicht nur hochwertige Sneakers, sondern auch ein absolut neues Einkaufserlebnis. Gerade der ABB-Industrieroboter ist ein echter Blickfang. Ich denke, unsere Kunden werden den ABB-Roboter lieben“, berichtet Besitzer Hikmet Sugör. Er und sein Bruder eröffneten den neuen Shop nahe des Ku’damms gleichzeitig zur Fashion-Week am 9. Juli 2014 mit prominenten Gästen wie Top-Model Eva Padberg.

Kunden dürfen Roboter bedienen

Der Kunde kann den Roboter hinter der Glasscheibe sogar selbst bedienen. Hat er sich ein Schuhmodell ausgesucht, wählt er per Touchscreen die entsprechende Regalposition aus. Dann beginnt die Arbeit des Roboters vom Typ IRB 2600: Er fährt mit seinem pneumatischen Gabelgreifer zur gewünschten Stelle, nimmt die Box heraus und legt sie in eine Schublade, die sich am Rande der Roboterzelle befindet.

Auf dem Touchscreen gibt der Kunde das Regalfach ein. Der Roboterarm legt die Schuhe dann in eine Durchreiche. 

Auf dem Touchscreen gibt der Kunde das Regalfach ein. Der Roboterarm legt die Schuhe dann in eine Durchreiche. 

Foto: Solebox

Möchte der Kunde den Schuh nicht kaufen, kann er ihn wieder in die Schuhbox zurückstellen. Der Roboter sortiert ihn selbständig wieder ins Regal. Dabei hilft ein Sensor, der im Greifer montiert ist.

Roboter ist auf Stahlkonstruktion verankert

Der ABB-Systemintegrator KleRo hat die gesamte Roboterlösung geplant und installiert. Es ist tatsächlich nur eine Glasscheibe, die den Kunden von der Roboterzelle trennt. Er kann somit die Arbeit des Roboters genau beobachten, der sich dank der Software SafeMove präzise bewegt. Eine besondere Herausforderung war die Verankerung des Roboters im Boden. „Normalerweise werden Roboter in speziellen Betonböden verdübelt. Da sich der Laden aber im Erdgeschoss von einem 100 Jahre alten Wohnhaus befindet, schied diese Möglichkeit aus“, erklärte Klero-Geschäftsführer Holger Klempnow. Für die sichere Fixierung im Boden konstruierte das Unternehmen daher eine spezielle Stahlkonstruktion.

Die Inspiration für den Roboter holten sich die Brüder Sugör übrigens in einem New Yorker Hotel. Dort wird das Reisegepäck der Gäste von einem ABB-Roboter vollautomatisch eingelagert und dem Reisenden wieder ausgegeben. 

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