Schnellster vierbeiniger Roboter 20.06.2013, 07:00 Uhr

„Gebardenjunges“ ohne Kopf als Retter auf unwegsamem Gelände

Mit Beinen, die denen eines Geparden nachempfunden sind, ist ein Roboter aus der Schweiz flott und federnd unterwegs – und fällt auch bei Hindernissen nicht um.

Auf die Beine kommt es an: Der kopflose Roboter Cheetah cup (Gepardenjunges) läuft leichtfüßig wie eine Katze und lässt sich auch von Hindernissen nicht aus dem Tritt bringen. 

Auf die Beine kommt es an: Der kopflose Roboter Cheetah cup (Gepardenjunges) läuft leichtfüßig wie eine Katze und lässt sich auch von Hindernissen nicht aus dem Tritt bringen. 

Foto: EPFL

Umgestürzte Bäume, steile Geröllhalden und hohe Stufen sind für Fahrzeuge oft unüberwindbar. Zweibeiner, vor allem aber Vierbeiner haben da keine Probleme. Für Erkundungen und Rettungsaktionen in unwegsamen Regionen sind sie daher am besten geeignet.

Die Entwickler von Robotern ziehen daraus ihre Konsequenzen. Sie schauen sich in der Natur um. Der Blick von Forschern an der Ecole Polytechnique Fédérale de Lausanne (EPFL) fiel dabei auf einen jungen Geparden und sie beschlossen, ihn nachzubauen – zumindest seine Beine. Jetzt ist Chetah cub (Gepardenjunges) fertig, und es läuft schneller als alle vierbeinigen Roboter, die bisher entwickelt wurden. Mit fünf Kilometern pro Stunde ist er so flott wie ein rüstig ausschreitender Fußgänger.

Die Beine sind denen der 20 Mal schnelleren Raubkatze nachgebildet. Sie bestehen aus drei Segmenten, die die Forscher maßstabgetreu vom Geparden übernahmen. Federn und Aktoren, das sind kleine Elektroantriebe, bilden die Muskeln und Sehnen. Das Ergebnis: Der Roboter tritt dank seiner gefederten Beine sanft auf wie eine Katze. Auf glattem Untergrund lässt er sich nicht aus dem Gleichgewicht bringen. Selbst kleine Stufen bewältigt er in vollem Tempo, ohne umzufallen. „Unser Roboter hat die Fähigkeit schnell zu rennen und dabei an den richtigen Stellen elastisch zu sein, um stabil zu bleiben“, erklärt Alexander Sprowitz von der EPFL, der an der Entwicklung beteiligt ist. Ziel sei es, schnelle, agile Geräte zur Erkundung oder für Hilfsaktionen bei Naturkatastrophen zu bauen. 

Auf dem Rücken des kopflosen Roboters ist Platz etwa für Kameras und Sensoren zur Messung von Schadstoffen und Temperaturen in der Peripherie von Großbränden. Die Maschine ist 20 Zentimeter lang und wiegt nur ein Kilogramm.

Riesentiere aus den USA

Das US-Verteidigungsministerium hat vor einem Jahr einen Roboter namens Cheetah vorgestellt, der mit Tempo 45 durch die Gegend flitzt, so schnell wie Sprintweltmeister Usain Bolt. Cheetah ist allerdings auf eine externe Hydraulikpumpe angewiesen. Eine ganz andere Dimension hat BigDog, der ebenfalls in Diensten des US-Verteidigungsministerium steht. Er ist so groß wie ein Maultier, wird von einem 15-PS-Motor angetrieben und kann Lasten von maximal 180 Kilogramm schleppen. 

Von Wolfgang Kempkens
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