Einsatz in Fukushima 12.11.2014, 15:14 Uhr

Flugroboter aus Japan kann Türen öffnen

Dieser Roboter japanischer Forscher fliegt nicht nur. Er öffnet als erster Vertreter seiner Art mit Hilfe von Saugnäpfen sogar Türen. Zum Einsatz kommen könnte bei der Erkundung verstrahlter Gebäudeteile im havarierten Atomkraftwerk in Fukushima.

Dieser Flugroboter aus Japan öffnet Türen. Das ist eine Schlüsselfähigkeit, mit der er sich zukünftig seinen Weg durch Gebäude bahnen kann.

Dieser Flugroboter aus Japan öffnet Türen. Das ist eine Schlüsselfähigkeit, mit der er sich zukünftig seinen Weg durch Gebäude bahnen kann.

Foto: dpa

Im Katastrophenfall sind Flugroboter eine Hilfe für Rettungskräfte, um sich in Katastrophengebieten einen Überblick zu verschaffen und nach Überlebenden zu suchen – ohne sich selbst dabei in Gefahr zu bringen. Doch eine große Hürde waren bisher verschlossene Türen. Daher war der Einsatz der Roboter in Häusern nur begrenzt möglich.

Roboter haftet sich mit Saugnäpfen an Türen

Diese Grenzen werden nun mit der neuesten Entwicklung japanischer Forscher überwunden: Hideyuki Tsukagoshi vom Tokyo Institute of Technology hat mit seinem Team einen rechteckigen Flugroboter entwickelt, der mit Saugnäpfen ausgestattet ist. Um eine Tür zu öffnen, hängt er sich damit zunächst an die Tür. Dann presst er seinen Roboterarm mit einem airbagähnlichen Gerät gegen den Türgriff und zieht ihn nach unten. Nachdem sich die Tür einen Spalt öffnet, kann der Roboter mit Hilfe des Winddrucks seiner Propeller die Tür weiter aufmachen.

Der Roboter haftet sich mit Saugnäpfen an die Tür. Dann zieht er den Türgriff nach unten und öffnet die Tür einen kleinen Spalt. Der Winddruck seiner Propeller vergrößert den Spalt bis der Roboter hindurchfliegen kann.

Der Roboter haftet sich mit Saugnäpfen an die Tür. Dann zieht er den Türgriff nach unten und öffnet die Tür einen kleinen Spalt. Der Winddruck seiner Propeller vergrößert den Spalt bis der Roboter hindurchfliegen kann.

Quelle: dpa

Möglicher Einsatz in Fukushima

Geplant ist der Einsatz des Roboters in den zerstörten Reaktorgebäuden des Atomkraftwerkes in Fukushima, das am 11. März 2011 aufgrund eines schweren Erdbebens und Tsunamis zerstört wurde. Mit eingebauten Minikameras und einem Mikrofon soll er für Menschen nicht begehbares Terrain auskundschaften. Forscher überlegen auch, in den Roboter ein Strahlenmessgerät zu integrieren. Der erste Roboter im havarierten AKW wäre der Flugroboter allerdings nicht: Zum Einsatz kommen schon mehrere Erkundungs- und Aufräumroboter.

 

  • Petra Funk

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