Segway-Roboter 11.06.2013, 07:00 Uhr

Feuerwehr-Roboter spürt Opfer und Brandherde auf

Ein zweirädgriger Roboter könnte künftig der Feuerwehr bei ihren Einsätzen helfen und vorab Erkundigungen über Gebäude und Verletzte einholen. Dafür haben US-amerikanische Ingenieure eine besondere Bildverarbeitungstechnik entwickelt.

Mit Kameras und Sensoren ist der segway-artige Roboter ausgestattet, der Brandherde inspizieren soll, bevor die Feuerwehrleute vordringen.

Mit Kameras und Sensoren ist der segway-artige Roboter ausgestattet, der Brandherde inspizieren soll, bevor die Feuerwehrleute vordringen.

Foto: University of California, San Diego

Der Stehroller Segway ist bisher vorwiegend als touristisches Mittel bei Stadtführungen in großen Städten oder als Patrouillenfahrzeug für Polizei, Wachdienste und Rettungsdienste bei Großveranstaltungen bekannt. Das elektrisch angetriebene Transportmittel rollt eine Person auf zwei Rädern. Die Person steht zwischen diesen Rädern, die durch eine Elektronik selbst ihre Balance hält.

Kameras zeichnen Raumdaten und Belastungen auf

Jetzt haben Forscher der Universität in San Diego einen segway-artiger Roboter entwickelt, der bei Bränden und Katastrophen die Einsatzkräfte bei ihrer Arbeit unterstützen soll. Der Roboter soll bei gefährlichen Situationen vor den Feuerwehrleuten den Brandherd und die Situation im Gebäude inspizieren und den Einsatzkräften wichtigen Daten liefern.

Dank spezieller Kameras und Software berechnet der Feuerwehrroboter für seine Kollegen 3D-Karten des Gebäudes. Stereo-Kameras liefern 3D-Aufnahmen, in die weitere Messegeräte wie Infrarotkameras Daten einfügen wie die Temperaturbelastung oder Angaben zu ausströmenden Gasen.

Bei Stromausfall und Dunkelheit kann der Feuerwehr-Roboter Verletzte auch durch Infrarot-Kameras aufspüren und die Koordinaten an die Feuerwehr funken.

Bei Stromausfall und Dunkelheit kann der Feuerwehr-Roboter Verletzte auch durch Infrarot-Kameras aufspüren und die Koordinaten an die Feuerwehr funken.

Foto: University of California, San Diego

Die Infrarotkameras können zudem Verletzte aufspüren und die Feuerwehrleute entsprechend dirigieren. Die Kameraaufnahmen erlauben zudem einen Blick ins Gebäude, die Rauchbelastung, die Zerstörungen und Bedingungen, um ins Gebäude zu gelangen.

3D-Karten vom Einsatzort

Die 3D-Karten über das Gebäude und das Brandgeschehen bieten den Feuerwehrleuten kurzfristig verlässliche Daten, um sich auf die jeweilige Situation einstellen zu können, hoffen die Forscher. So können die Retter bestimmte Räume meiden, die mit Gas gefüllt oder nicht mehr begehbar sind.

Die Ingenieure des Coordinated Robotics Lab der University of California in San Diego haben für den Roboter-Späher eine spezielle Bildverarbeitungstechnik entwickelt. „Diese Roboter-Späher werden klein, günstig, wendig und autonom sein“, erklärt Maschinenbau-Professor Thomas Bewley. Im kommenden Jahr im Mai wollen die Forscher ihren Roboter auf der International Conference of  Robotics in Hongkong vorstellen. Ob der Roboter dann schon die Serienreife erreicht hat, ist offen.   

Der Roboter liefert 3-D-Aufnahmen etwa vom Brandherd oder dem Gebäude, in dem sich noch Verletzte befinden.

Der Roboter liefert 3-D-Aufnahmen etwa vom Brandherd oder dem Gebäude, in dem sich noch Verletzte befinden.

Foto: University of California, San Diego

„Um nützlich zu sein, müssen die Roboter-Späher wie gut trainierte Jagdhunde arbeiten, die schnell entsandt werden und zusammenarbeiten, um komplexe Ziele zu erreichen, während sie alle nötigen einfachen Entscheidungen selbst treffen“, erklärt Bewley. Am besten werden gleich mehrere Geräte eingesetzt, die gemeinsam oder autonom voneinander arbeiten. Mehrere Geräte könnten rasch ein Echtzeit-Bild des Brandherdes liefern und parallel zum Einsatz der Feuerwehrleute weiter ins Gebäude vordringen.

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