Ingenieure helfen der Welt 01.12.2015, 13:37 Uhr

VDI nachrichten verdoppelt Ihre Spende für Hilfsprojekte

Sie spenden, VDI nachrichten verdoppelt den Betrag: Das ist das Prinzip der Spendenaktion „Ingenieure helfen der Welt“. Das Geld kommt Hilfsprojekten von Ingenieuren in Armutsregionen zugute. Allerdings sollte man sich beeilen: Derzeit läuft das Spendenkarussell auf Hochtouren.

Mit einer einfachen Pedalpumpe lässt sich in Peru sauberes Wasser fördern. Der Förderkreis "Leben braucht Wasser" aus Seckach engagiert sich in Lambayeque im Nordwesten Perus.

Mit einer einfachen Pedalpumpe lässt sich in Peru sauberes Wasser fördern. Der Förderkreis "Leben braucht Wasser" aus Seckach engagiert sich in Lambayeque im Nordwesten Perus.

Foto: Leben braucht Wasser

Passend zur Vorweihnachtszeit hat VDI nachrichten zum vierten Mal die Aktion „Sie spenden, wir verdoppeln“ auf die Beine gestellt. Profitieren sollen 16 Projekte von Ingenieuren in Afrika, Indien, Süd- und Mittelamerika, die mit einfachen technischen Lösungen die Lebens- und Arbeitsbedingungen in Armutsregionen verbessern wollen.

Die Wochenzeitung verdoppelt bis zum 4. Januar 2016 die Beträge privater Spender. „Wir wollen dadurch möglichst vielen Projekten Aufmerksamkeit verschaffen und Spender dafür gewinnen, mehrere Vorhaben zu unterstützen“, sagt Ulrike Gläsle, Marketing- und Vertriebsleiterin des VDI Verlags. Ob man sich allerdings bis zum 4. Januar Zeit lassen kann, ist fraglich. „Die Spendenaufkommen ist schon jetzt sehr hoch“, so Projektleiterin Simone Schmidt. Im vergangenen Jahr war der Spendentopf der VDI nachrichten in Höhe von 15.000 € binnen zwei Wochen leergefegt.

Deshalb rasch die Projekte anschauen. Alle stellen sich auf ingenieur.de/spendenaktion vor. Hier nur einige Beispiele.

1. Peru: Pedalpumpen sollen Wasserversorgung sicherstellen

Während man hierzulande nur den Hahn aufdrehen muss, um sauberes Trinkwasser zu genießen, sieht es in Peru unkomfortabler aus: Viele Menschen in ländlichen Regionen leiden unter erheblichem Wassermangel und müssen für den täglichen Grundbedarf oft weite Strecken zurücklegen. Der Förderkreis „Leben braucht Wasser“ in Seckach möchte das ändern.

Das ganze Dorf im Norden Perus feiert, als der Verein

Das ganze Dorf im Norden Perus feiert, als der Verein „Leben braucht Wasser“ den ersten Brunnen mit Pedalpumpe übergibt.

Foto: Leben braucht Wasser

Wie? Indem Ingenieure Brunnen anlegen und peruanischen Handwerkern beibringen, technisch sehr einfache Pedalpumpen zu bauen – sie bestehen aus Beton, Kunststoffrohren, ein paar Flacheisen und Holzpedalen. Hier können sie für das Projekt spenden.

2. Uganda: Nachhaltige Wassertanks speichern Regenwasser

Auch in Gayaza Village im Südwesten von Uganda ist die Trinkwasserversorgung ein Problem. Das zeigt das Beispiel der Secondary & Vocatonal School: Früher war der Inhalt zweier kleiner Regenwassertanks schnell aufgebraucht, sodass Schüler Wasser von einer 3 km entfernten Stelle holen mussten. Ein Hilfsprojekt der Hamburger Gruppe der „Ingenieure ohne Grenzen“ hat das geändert, indem es den Bau neuer Wassertanks initiiert hat.

Bau einer Regenwasserzisterne für die Schule in Gayaza in Uganda: Bislang müssen die Kinder oft 3 km weit laufen für sauberes Wasser. Jetzt wird es vor Ort aufgefangen.

Bau einer Regenwasserzisterne für die Schule in Gayaza in Uganda: Bislang müssen die Kinder oft 3 km weit laufen für sauberes Wasser. Jetzt wird es vor Ort aufgefangen.

Foto: Ingenieur ohne Grenzen Hamburg

Das Besondere: Sie bestehen aus kostengünstigen Ziegeln, die sich mit mechanischen Pressen herstellen lassen. Bislang müssen die Menschen für das klassische Ziegelbrennen ihr kostbares Feuerholz opfern. Wollen Sie für das Projekt UGA-IOG03 spenden? Hier finden Sie es.

3. Kamerun: Wasserkraftanlage für den Hausgebrauch spendet Licht

Eine tolle Idee ist auch das Kleinstwasserkraftwerk von Studenten der OTH Regensburg. Das kleine Wasserwerk hat eine Leistung von 250 W und kann einen Haushalt mit Strom für das Nötigste versorgen. Schmutzige Funzeln, die Kerosin verbrennen, können dann ausgemustert werden. Dazu genügt ein Wasserlauf in der Nähe mit einem Gefälle von etwa zwei Metern, so die Regensburger Gruppe der „Ingenieure ohne Grenzen“.

Die Anlage ist natürlich so konstruiert, dass sie von lokalen Fachkräften aus inländischen Materialien mit vor Ort vorhandener Technik produziert werden kann. Der Materialpreis liegt bei gerade mal 100 €.

Ein guter Nebeneffekt des Projektes: Fachkräfte werden in ausgewählten Berufsschulen vor Ort für die Produktion und Wartung der Turbinen ausgebildet. Die Bauanleitung für das kleine Kraftwerk steht übrigens nach dem Open-Source-Prinzip im Internet. Hier geht es zum Projekt

4. Tansania: Solaranlagen für sauberes Licht

Auf Solarmodule in Kombination mit LED-Leuchten setzt die Deutsch-Tansanische Partnerschaft auf den tansanischen Inseln, die zu Sansibar gehören. Die Anlagen sollen Privathaushalte mit Strom versorgen und endlich die gesundheitsschädlichen und teuren Kerosinlampen ausmustern.

Viele Dörfer dort sind ohne Stromanschluss, die Nacht dauert zwölf Stunden. In den vergangenen Jahren wurden schon viele Solaranlagen installiert, um zum Beispiel Schulen mit Strom zu versorgen. Jetzt sind die Haushalte dran, um beispielweise das Lernen auch bei Dunkelheit zu verbessern.

Die Deutsch-Tansanische Partnerschaft installiert auf Sansibar kleine Solaranlagen zur privaten Stromversorgung. Die Haushalte müssen die kleinen Anlagen bezahlen.

Die Deutsch-Tansanische Partnerschaft installiert auf Sansibar kleine Solaranlagen zur privaten Stromversorgung. Die Haushalte müssen die kleinen Anlagen bezahlen.

Foto: Deutsch-Tansanische Partnerschaft

Damit das Projekt auch nachhaltig ist und die Leute die Anlagen auch gut instand halten, werden diese nicht verschenkt. Die Haushalte müssen die Anlagen – angepasst an ihr Budget – selbst bezahlen. Zum Kauf der Anlage wird ein Grundbetrag gezahlt, es folgen dann drei bis fünf Ratenzahlungen. Und sollte etwas kaputt gehen, stehen inzwischen auch schon einheimische Fachkräfte zur Verfügung.

Hier geht es zum Projekt.

5. Kamerun: Müllverbrennungsofen schützt Grundwasser

Auch die Müllentsorgung sieht in vielen Armutsregionen ganz anders aus als in Deutschland: In Kamerun beispielsweise verbrennen einige Krankenhäuser Abfälle auf offenem Feuer oder schütten sie in eine Grube. Mit katastrophalen Folgen. Starker Regen spült giftige Stoffe in den Boden, die anschließend das Grundwasser kontaminieren.

Entsprechend hoch ist die Zahl der Durchfallerkrankungen. Der Verein „Technik ohne Grenzen“ will deswegen Krankenhausmitarbeiter in Bangoua (Kamerun) in der Müllentsorgung ausbilden und einen speziellen Verbrennungsofen installieren. Hier finden Sie den Link zu dem Spendenprojekt.

Die Hilfsprojekte haben übrigens eines gemeinsam: „Alle diese Projekte zeichnen sich dadurch aus, dass nicht Hightech-Anlagen, sondern einfache technische Lösungen realisiert werden, die die Menschen auch selbst betreuen und reparieren können“, sagt Gläsle. „Oft benötigen die Projektträger nur geringe Mittel, um vor Ort entscheidende Fortschritte zu erzielen. 

Alle Projekte finden Sie hier in der Übersicht

Von Patrick Schroeder Tags:

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