Schutz gegen Terroristen 08.10.2014, 06:55 Uhr

Tonnenschwere Stahlbarrikade teilt Truck wie Butter in zwei Hälften

Dieses Präsentationsvideo lässt Zuschauern den Mund offen stehen: Ein Lkw rast in eine bügelförmige Barriere aus Stahl und wird augenblicklich in der Mitte zweigeteilt. Mit der Erfindung wollen US-Ingenieure amerikanische Botschaften vor Anschlägen schützen. 

Die Stahlbarriere schneidet wie Butter durch Motorraum und Fahrerkabine. Sie stoppt den Truck ruckartig an der robusten Ladefläche, so dass im Ernstfall Fässer mit Sprengstoff unbeschadet bleiben.

Die Stahlbarriere schneidet wie Butter durch Motorraum und Fahrerkabine. Sie stoppt den Truck ruckartig an der robusten Ladefläche, so dass im Ernstfall Fässer mit Sprengstoff unbeschadet bleiben.

Foto: Texas A&M Transportation Institute/Screenshot Ingenieur.de

Ein ehemaliger Eiscremetruck, 6,8 Tonnen schwer, rast mit 80 km/h auf eine röhrenförmige Barrikade zu. Sie besteht aus massivem Stahl, wiegt 22,8 Tonnen und ist bügelförmig 46 Zentimeter tief in ein Betonfundament eingelassen.

Beim Aufprall des Trucks wirken unglaubliche 340 Tonnen auf die sieben Meter breite Barriere ein. Das entspricht der dreifachen Stärke, die der Jumbojet Boeing 747 zum Abheben benötigt. Und was passiert?

Barrikade teilt den Lkw in zwei Hälften

Die 45 Zentimeter dicke Barrikade zeigt sich vom Aufprall vollkommen unbeeindruckt. Sie gibt nur einige Zentimeter nach. Das Ausmaß des Kraftspiels zeigt ein Zeitlupenvideo: Der Bügel der Barriere schlägt etwas über Reifenhöhe ein und dringt wie Butter durch Motorraum und Fahrerhaus. Die Zweiteilung stoppt erst an der robusten Ladefläche, der Truck kommt ruckartig zum Stehen. Teile des Motorraums und der Fahrerkabine fliegen nach vorne weg.

Das Texas A&M Transportation Institute führt den Crashtest im Auftrag des US-Außenministeriums durch, das US-Botschaften vor Attentätern schützen will. 

Das Texas A&M Transportation Institute führt den Crashtest im Auftrag des US-Außenministeriums durch, das US-Botschaften vor Attentätern schützen will. 

Foto: Texas A&M Transportation Institute/Screenshot Ingenieur.de

„Der Fokus liegt darauf, Terroristen vom Durchbrechen der Barriere abzuhalten“, erklärt Dean Alberson vom Texas A&M Transportation Institute (TTI) der Zeitung Texas Tribune. Ziel sei es gewesen, dass der Truck nach einem Meter zum Stehen kommt und die Ladefläche unbeschadet bleibt.

Denn dort würden Attentäter im Ernstfall wahrscheinlich Fässer mit Sprengstoff transportieren. Dass die Barrikade für den Fahrer den sicheren Tod bedeutet, beeindruckt Alberson nicht. „Wenn jemand eine Bombe dabei hat, sind wir nicht so sehr bemüht, den Fahrer zu retten“, sagt Alberson.

Crash aus Vogelperspektive: Auf die Barrikade wirken 340 Tonnen. Das entspricht der dreifachen Stärke, die der Jumbojet Boeing 747 zum Abheben benötigt.

Crash aus Vogelperspektive: Auf die Barrikade wirken 340 Tonnen. Das entspricht der dreifachen Stärke, die der Jumbojet Boeing 747 zum Abheben benötigt.

Foto: Texas A&M Transportation Institute/Screenshot Ingenieur.de

US-Außenministerium will Botschaften gegen Terroristen schützen

Der spektakuläre Crashtest auf dem Gelände des TTI fand im Auftrag des US-Außenministeriums statt, das US-Botschaften vor Terroristen schützen will. „Wir arbeiten mit dem Außenministerium seit 2001 an verschiedenen Systemen als Schutz gegen Bombenanschläge“, sagt TTI-Ingenieur William Williams. In den kommenden Wochen werten die Experten alle Messdaten aus, um die Wirkung der Barrikade besser einschätzen zu können. 

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