Bochumer Bezirksverein 11.09.2009, 19:42 Uhr

Restaurierung der Glasfenster im Kölner Dom setzt Fachwissen und Geduld voraus  

Die Restauratoren der Kölner Dombauhütte stehen bei der Behandlung der kostbaren Fenster vor Problemen, die auch Ingenieure in der Industrie zu lösen haben. Details erfuhren die Teilnehmer einer Exkursion des Bochumer BV von Ulrike Brinkmann, der Leiterin der Glasrestaurierungswerkstatt. VDI nachrichten, Wuppertal, 11. 9. 09, Fr

Typische Restaurierungsprobleme werfen z. B. die um 1300 entstandenen so genannten Obergadenfenster im Chor des Kölner Doms auf. Das mittelalterliche Glas ist verwittert, von Sprüngen durchzogen und mit Korrosionskrusten bedeckt. Welche Materialien benutzt man zum Reinigen und Kleben? Welche Alternativen sind denkbar? „Keine der organischen Substanzen, die wir einsetzen, hält auf Dauer, alle Klebstoffe altern, vergilben und verspröden“, sagte Ulrike Brinkmann. Ähnlich wie in der Medizin gebe es kaum Behandlungsmethoden, die nicht auch unerwünschte Nebenwirkungen zeigten.

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Allenfalls 40 Jahre, so die Expertin, könnten Restauratoren für ihre Arbeit garantieren. Zwar böten die seit dem Zweiten Weltkrieg entwickelten organischen Klebstoffe auf der Basis von Kunstharzen gegenüber den traditionellen handwerklichen Methoden neue Chancen. Genau so groß seien aber auch die Risiken, dass es zu unerwünschten Reaktionen und Veränderungen komme: „Außerdem ist keine Maßnahme, wenn sie einmal durchgeführt wurde, wirklich reversibel, dieses Risiko müssen wir immer abwägen.“

So wurden etwa bei der jüngsten Restaurierung des nicht weit von Köln gelegenen Altenberger Doms die Fenster nur gereinigt und ohne weitere Maßnahmen wieder eingesetzt, da alles andere dem Objekt eventuell mehr geschadet als genutzt hätten. Auch bei der Reinigung geht man vorsichtig zu Werke und trägt die Korrosionsprodukte nicht restlos ab, um die darunter liegende geschädigte Glasoberfläche nicht anzugreifen, sagte Brinkmann. Wie in anderen Kirchen ist auch im Kölner Dom eine Schutzverglasung die wichtigste Maßnahme für historische Glasfenster. Sie wird von außen vor das Originalfenster gesetzt, sodass es vor der Witterung geschützt und die Bildung von Schwitzwasser verhindert wird. „Das ist quasi eine museale Aufbewahrung“, so die Referentin.

Bei der Umweltbelastung der Glasschätze hat das Schwefeldioxid seine Rolle als entscheidende Gefahrenquelle verloren. Dennoch drohen weiterhin Gefahren aus der umgebenden Atmosphäre, beispielsweise durch die Stickoxidbelastung im Innenraum. „Wenn sich Tausende von Pilgern im Dom aufhalten und viele Opferkerzen brennen, wie das manchmal der Fall ist“, sagte Brinkmann, “ ist der Nox-Gehalt in der Luft enorm und auf den Glasobjekten können sich Mikroorganismen ansiedeln.“

Ein ungelöstes Restaurierungsproblem stellen haarfeine Risse in alten Kirchenfenstern, die so genannten Craqueléschäden, dar, von denen auch einige Fenster des Welter-Zyklus im Kölner Dom betroffen sind. Seit Juni fördert deshalb die Deutsche Bundesstiftung Umwelt ein Forschungsprojekt zur Behebung solcher Schäden. In Kooperation mit dem Fraunhofer-Institut für Silicatforschung in Würzburg, berichtete Brinkmann, werden in der Glasrestaurierungswerkstatt der Kölner Dombauhütte neue Konservierungstechnologien experimentell erprobt.

Trotz dringenden Bedarfs gibt es auf der nationalen Ebene mittlerweile kaum noch Forschungsförderung. Die Leiterin der Glasrestaurierungswerkstatt der Kölner Dombauhütte muss sich deshalb um EU-Mittel bemühen, wenn sie ihre Forschung vorantreiben will. „Auch wenn wir weiterhin mit Kunststoffen arbeiten, sollten wir uns auch auf die anorganischen Möglichkeiten konzentrieren. Vieles spricht dafür, dass man Gleiches mit Gleichem behandelt, also Glas mit einem ihm möglichst verwandten Material.“ CHRISTIANE GIBIEC

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