Zum Tod von „Black Jack“ Brabham 19.05.2014, 15:52 Uhr

Mit dem eigenen Rennwagen Weltmeistertitel eingefahren

Jack Brabham, eine Legende der Formel 1, starb am Montag im Alter von 88 Jahren. Der dreifache Weltmeister und Konstrukteur hat Renngeschichte geschrieben, die unerreicht geblieben ist. 

Jack Brabham beim GP von Deutschland 1965.

Jack Brabham beim GP von Deutschland 1965.

Foto: Wikimedia

Der dreifache Formel-1-Weltmeister Jack Brabham ist tot. Der „stille Australier“, wie er in seiner aktiven Zeit wegen seiner zurückhaltenden Art genannt wurde, starb am 19. Mai nach langer Krankheit in seinem Haus in seiner Heimat. Er wurde 88 Jahre alt.

Der frühere Flugzeugmechaniker, der 1948 zum Rennsport gekommen war, gilt als Legende. Zwischen 1955 und 1970 bestritt er insgesamt 126 Rennen in der Formel 1. 14 Mal fuhr er als Erster durchs Ziel, 13 Mal stand er in dieser Zeit auf der Pole-Position. Berühmt gemacht haben ihn aber nicht unbedingt seine ersten beiden Weltmeistertitel in den Jahren 1959 und 1960, sondern vor allem sein dritter Titel 1966: Als als erster und bis heute einziger Fahrer in der Geschichte der Formel 1 errang er diesen in einem selbst entworfenen und selbst konstruierten Rennwagen.

Eigene Werkstatt, um eigene Vorstellungen umzusetzen

Nachdem er bereits zweimal Weltmeister geworden war, hatte sich Jack Brabham von seinem bisherigen Team Cooper getrennt, um seine eigenen Vorstellungen umsetzen zu können. Gemeinsam mit dem Konstrukteur Ron Tauranac gründete er den Rennstall Motor Racing Developments Ltd., besser bekannt unter dem Namen Brabham. Von 1962 an startete Brabham als eigenes Team in der höchsten Motorsportklasse, verkaufte seine Chassis aber auch an andere Teams. 1966 errang „Black Jack“ Brabham, wie der Rennfahrer wegen seiner schwarzen Haare auch genannt wurde, in dem Modell BT19 aus seinem eigenen Hause den Weltmeistertitel – der Triumph war perfekt.

Der Brabham BT19 von 1967 im Museum.

Der Brabham BT19 von 1967 im Museum.

Foto: Wikimedia/Mike Powell

Das Modell mit dem Namen BT19 ging ebenso wie sein Fahrer in die Geschichte ein – nicht nur wegen der einzigartigen Personalunion von Lenker und Bauer. Viel hat auch die Entwicklungsgeschichte des Wagens mit einer Leistung von 320 PS, einem Hubraum von 2996 Kubikzentimetern und einer Höchstdrehzahl von 7500 Umdrehungen beigetragen. 1965 wurde der Wagen von Jacks Geschäftspartner Ron Tauranac entwickelt; ursprünglich, um den 16-Ventil-V8-Motor des britischen Rennmotoren-Herstellers Climax aufnehmen zu können. Den Gitterrohrrahmen des Wagens verstärkte der Ingenieur im Bereich des Cockpits durch ovale Rohre, verlegte die vordere wie auch die hintere Aufhängung nach außen und setzte erstmals 15-Zoll-Räder ein. Tauranac verwendete zudem ein besonders robustes Getriebe des britischen Lieferanten Hewland.

Eine Regeländerung erlaubte plötzlich Drei-Liter-Motoren

Als eine Regeländerung plötzlich den Einsatz von Drei-Liter-Motoren statt der bisher gestatteten 1,5-Liter-Motoren erlaubte, baute Ron Tauranac den Rennwagen Anfang 1966 noch  einmal um. So konnte er den relativ einfachen, aber zuverlässigen V8-Motor des australischen Herstellers Repco mit 2996 Kubikzentimetern Hubraum aufnehmen, den der Ingenieur extra bauen ließ.

Jack Brabham am 2. Mai 1964 nach seinem Sieg in Silverstone.

Jack Brabham am 2. Mai 1964 nach seinem Sieg in Silverstone.

Foto: dpa

Eine Entscheidung, die sich als goldrichtig erweisen sollte. Viermal in Folge siegte Brabham mit dem Wagen: in Frankreich, Großbritannien, den Niederlanden und in Deutschland – und fuhr so zur Weltmeisterschaft. 1967 setzte der Rennstall die Erfolgsserie fort: Teammitglied Denis Hulme, der zumindest zu Anfang der Saison ebenfalls einen BT19 fuhr, bevor er auf den Nachfolger BT20 wechselte, übernahm den Weltmeistertitel von seinem Chef und Kollegen Brabham. Damit gingen die Konstrukteurs- und die Fahrermeisterschaft ein zweites Mal in Folge an das Brabham-Team.

Black Jack Brabham, der stille Australier, der 1979 zum Ritter geschlagen wurde, gewann sein letztes Rennen 1970 in Südafrika und zog sich im gleichen Jahr aus dem aktiven Rennsport zurück. Den Rennstall führte ab 1972 Bernie Ecclestone weiter. 1981 und 1983 gewann das Team jeweils noch einmal die Fahrer-Weltmeisterschaft. Seinen größten Erfolg aber, den Gewinn der Weltmeisterschaft im selbst konstruierten Rennwagen, hat außer Jack Brabham niemand mehr erreicht. 

Von Judith Bexten

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