Design 13.03.2009, 19:40 Uhr

iF-Award ehrt zwei „Krisenmanager“  

Mehr Wettbewerber aus mehr Ländern, mehr Kategorien, mehr Ästhetik: In diesem Jahr bestätigte die traditionelle iF-Preisverleihung für Produktdesign auf der CeBIT in Hannover den seit Jahren anhaltenden Trend. Dennoch gab es weniger Preise als im Vorjahr. VDI nachrichten, Hannover, 13. 3. 09, Fr/cha

Auch in harten Zeiten muss der Mensch nicht auf die gute Form verzichten: Mit dem Sturmregenschirm von Senz und dem Temperaturregler von Wedze Virtuos in der Jacke kommt er ebenso stilgerecht wie warm und trocken durch Wind und Wetter. Die vom Golfschläger inspirierte aerodynamische Form des Senz XL sorgt dafür, dass der Schirm selbst bei Windstärken bis zu 100 km/h ohne umzukippen stets die beste Position findet und trotzdem nie die Sicht behindert. Bei Kälte lässt sich zusätzlich die Weste der Wedze-Jacke für ein Wärmeplus bis zu sechs Grad aufblasen bei Hitze wird die Luft schlicht abgelassen – oder die Weste ganz entfernt. Für diese „Krisenmanager“ gab es bei der iF-Preisverleihung während der CeBIT einen Gold-Award.

Insgesamt konkurrierten 2808 Produkte aus 39 Ländern in 16 Kategorien um eine iF-Auszeichnung, 802 erhielten einen Preis, 50 in der Topklasse Gold. Und obwohl das illustre Defilee der Preisgekrönten der kriselnden CeBIT trotzte, scheinen sich die Akzente des guten Designs leise zu verschieben. So bemängelte etwa der Juror Andreas Enslin, dass oftmals der „Einsatz von Material zu unüberlegt, ja verschwenderisch“ war, „was in einer Welt mit dramatisch zurückgehenden Ressourcen“ und wirtschaftlichen Problemen nicht angemessen sei.

Zurückhaltung und Harmonie sind angesagt, das Erkennen der verborgenen Gesetze in den Dingen, die es in zwingende Strukturen zu gießen gilt. Der Wunsch nach Sicherheit schimmert durch, nach Ordnung, die das Amorphe überwindet. Und so wurde in der Kategorie Transport der neue VW Golf mit Gold bedacht, gerade weil er das Genuine des Erfolgsmodells aufnimmt und weiterführt, die Präzision von Form und Linien wahrt und Harmonie das „Gesicht“ des Wagens prägt.

Klar, dass mit dieser krisengefärbten Nomenklatur auch Apple wieder iF-Gold abräumte. In der Kategorie Computer erhielt der MacBook Air den einzigen Goldpreis überhaupt in der Kategorie Audio/Video machten die zweite Generation des iPod touch und die vierte, bislang schmalsten Version des iPod nano das Rennen. Apple hat sozusagen das Design-Raster oder die Grammatik der neuen Medien gefunden, das stilistische Grundmuster schlechthin.

Mit dem Gabelstapler Crown GPC3000 wurde eine weiterer „Klassiker“ mit einem iF-Gold prämiert. Denn Crown setzt in dieser Sparte Standards, etwa durch reaktionsschnelle Fahrleistung, vereinfachtes Bedienen mit größerer Reichweite oder ermüdungsfreies Arbeiten.

Gegen die Kriterien des guten Designs wird allerdings gerade heute in der wohl innovativsten Branche überhaupt verstoßen: Das neue G1-Handy verletzt jäh das klassische Design-Empfinden – bewusst sogar, glaubt man seinem Schöpfer Andy Rubin. Vielleicht wäre es für Juroren wichtig, solchen Marktentwicklung nachzuspüren, einzutauchen in das Leben und Fühlen anderer. Schließlich gehört die Technik des empathischen Mit-Erlebens längst zum Designprofil erfolgreicher Medizin- und Wellness-Produkte.

Das beweist auch das speziell für die Mobilitätsgrade 2 und 3 konzipierte polyzentrische Prothesenkniegelenk Bauerfeind JT20. Dafür gab es Gold in der Kategorie Medizin/Health+Care. Denn die Prothese realisiert den Wunsch nach Unversehrtheit: Sie integriert einen mechanischen Federvorbringer und einen pneumatischen Dämpfer, die im Zusammenspiel für ein harmonisches Gangbild sorgen. Design dient hier in empathischer Weise dem Nutzer.

Dass es „diese Welt auch ein bisschen besser“ macht, indem es die „Substanz hinter dem Produkt“ und dessen „Mehrwert für den Menschen“ entfaltet, wie der Juror Jim Kraimer es formulierte, wurde so deutlich allerdings kaum jemals ausgesprochen. Wird Design als Ausformulierung des zeitimmanenten Strebens verstanden, dann ist die Welt auf Sinnsuche. R. KUNTZ-BRUNNER

www.ifdesign.de

Von R. Kuntz-Brunner

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