Trampender Roboter zerstört 03.08.2015, 13:05 Uhr

HitchBOTs Reise durch die USA jäh beendet

Nach erfolgreichen Touren kreuz und quer durch Kanada und Deutschland hat der trampende Roboter hitchBOT seine letzte Reise nicht überlebt. Am Wochenende wurde hitchBOT in Philadelphia von Unbekannten komplett zerstört. Wie es weitergeht, wissen die Erbauer des Roboters noch nicht.

Aus und vorbei: Der trampende Roboter hitchBOT ist nicht mehr. Am Wochenende wurde er in Philadelphia von Unbekannten komplett zerstört. 

Aus und vorbei: Der trampende Roboter hitchBOT ist nicht mehr. Am Wochenende wurde er in Philadelphia von Unbekannten komplett zerstört. 

Foto: Ryerson University/dpa

„Oh je, mein Körper ist zerstört worden. Manchmal erleben auch gute Roboter schlechte Dinge. Meine Reise ist vorerst zu Ende, aber meine Zuneigung zu den Menschen wird immer bleiben.“ So lautete die letzte Nachricht von hitchBOT, der als humanoider Roboter bisher öffentlichkeitswirksam durch Kanada und Deutschland getrampt ist. Seine dritte Reise, sie sollte von Osten nach Westen quer durch die USA verlaufen, ging nicht gut aus. Samstagnacht ist hitchBOT in Philadelphia demoliert worden.

„Wir haben kein Interesse daran Anzeige zu erstatten“

In Boston hatte hitchBOT seine Amerikatour Anfang Juli angetreten und sich neben anderen Stationen auch vom Times Square in New York per Facebook und Twitter gemeldet. Kurz hinter New York in Philadelphia nahm die Reise dann aber ein jähes Ende, als hitchBOT irgendwann Samstagnacht von Unbekannten zerstört wurde.

„Wir haben kein Interesse daran, diese Leute zu finden oder Anzeige zu erstatten“, sagt Frauke Zeller von der Ryerson University in Kanada, die das Roboter-Experiment leitet. „Wir wollen uns lieber an die guten Zeiten erinnern.“

Mitglieder des hitchBOT-Entwicklerteams posieren 2014 mit ihrem Roboter: Dr. David Harris Smith, Dr. Frauke Zeller und Colin Gagich (v.l.n.r.)

Mitglieder des hitchBOT-Entwicklerteams posieren 2014 mit ihrem Roboter: Dr. David Harris Smith, Dr. Frauke Zeller und Colin Gagich (v.l.n.r.)

Foto: Rich Lam/dpa

Die ‚guten Zeiten‘, das waren die Reisen durch hitchBOTs Heimatland Kanada, wo der sprechende Roboter rund 6000 km zurücklegte und die Deutschlandtour im Februar dieses Jahres. In zehn Tagen hatte hitchBOT damals von München aus die Republik durchquert bis nach Hamburg und zurück über Ostdeutschland.

Empfangen wurde er überwiegend positiv, auch wenn es mit der künstlichen Intelligenz des kleinen Roboters nicht weit her war und ein „Gespräch“ mit ihm kaum möglich schien. Was er an Intelligenz missen ließ, glich er mit seinem liebenswerten Aussehen aus – ein Sympathieträger mit Poolnudeln als Gliedmaßen, bunten Gummistiefeln und einem lachenden LED-Gesicht.

Deutschlandreise von hitchBOT wurde nicht überall positiv aufgenommen

Wer allerdings damals die Kommentarspalten in den Facebook- und Twittereinträgen verfolgte, konnte auch Anzeichen von Unmut entdecken. Die Deutschlandreise war von einem Kamerateam für die Wissenssendung Galileo hautnah verfolgt worden, wobei auch ehemalige hitchBOT-Fans sich irgendwann die Frage stellten, ob das noch im Sinne des ursprünglichen Vorhabens sein konnte.

Da war die Roboterwelt noch in Ordnung: hitchBOT sitzt am 13. Februar 2015 in München mit einem Schild mit der Aufschrift

Da war die Roboterwelt noch in Ordnung: hitchBOT sitzt am 13. Februar 2015 in München mit einem Schild mit der Aufschrift „Neuschwanstein“ am Straßenrand. Da hat er schon eine 6000 km lange Reise quer durch Kanada hinter sich. Anschließend trampte er zehn Tage lang durch Deutschland. Seine erstes Ziel war Schloss Neuschwanstein in Schwangau. 

Foto: Sven Hoppe/dpa

„Wie reagieren die Menschen auf einen Roboter, der auf ihre Hilfe angewiesen ist und kann hitchBOT den fremden Menschen, denen er auf seiner Tramptour begegnet, vertrauen?“ Diese Fragen standen am Beginn des Experimentes und wie man sie aktuell beantwortet, ist Ansichtssache.

Schließlich hat hitchBOT, trotz seines unrühmlichen Endes, auch Zigtausende Fans gehabt. „Wir haben nicht damit gerechnet, dass so etwas passiert“, sagte Frauke Zeller nach der Zerstörung des Roboters. Sie würden sich jetzt mit dem Team zusammensetzen und entscheiden, ob und wie es weitergehen werde. Die Medienberichte über hitchBOTs Ende, die bis heute Morgen noch auf der Facebook-Seite zu sehen waren, sind unterdessen entfernt worden. 

Von Gudrun von Schoenebeck

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