Headset für die Verkehrssicherheit 29.09.2013, 07:29 Uhr

Gehirnströme steuern Autos

Ein Messgerät, das die Aufmerksamkeit des Autofahrers registriert, soll die Unfallgefahren bannen. Mangelnde Konzentration ist die dritthäufigste Ursache für Todesfälle auf  West-Australien-Straßen.

Das aufmerksamkeitsgesteuerte Auto, mit dem die Testfahrten unternommen werden.

Das aufmerksamkeitsgesteuerte Auto, mit dem die Testfahrten unternommen werden.

Foto: RAC

Das Headset des Fahrers sieht aus wie kein anderes. Des Rätsels Lösung: Es ist auch keins, sondern ein vielarmiger Sensor, der die Aktivität des Gehirns misst. Neuro-Headset nennen es die Entwickler des australischen Unternehmens Emotiv. Es bekam den Namen Epoc. Mit Hilfe von Gehirnströmen, so die Intention der Entwickler, sollten Computerspiele gesteuert werden. Der australische Royal Automobile Club of Western Australia hat einen anderen Verwendungszweck entdeckt. Epoc soll Autofahrer überwachen, genauer: ihre Aufmerksamkeit und Konzentration. Bei Mangelerscheinungen startet der Motor nicht. Oder, wenn der Wagen schon fährt, wird er abgebremst.

Epoc kommuniziert in der Spielesteuerungsversion drahtlos mit dem Computer oder der Konsole. In der Überwachungsversion schickt er das, was er im Gehirn des Fahrers an Aktivitäten entdeckt, an den Bordcomputer. Attention Powered Car nennen die Australier ihr Projekt, was etwa so viel heißt wie aufmerksamkeitsgesteuertes Auto.

Wenn das Brain Computer Interface, also die Gehirn-Computer-Schnittstelle, den Fahrer als ausgeschlafen und hoch konzentriert erkennt, darf er die volle Leistung des Autos nutzen. Schlafft er ab ist im Extremfall nur noch Tempo 15 möglich, wie fest der Fahrer auch immer aufs Gaspedal tritt. Es genügt schon, ein Mobiltelefon ohne Headset zu benutzen oder einen neuen Radiosender zu suchen und dabei auf das Display zu schielen: Schon registriert der Computer eine Ablenkung und tritt auf die Bremse. Tunlichst vermeidet der Fahrer es auch, den Kopf zur Seite zu drehen, um etwa seine attraktive Begleitung anzuschmachten. Das registriert ein elektronischer Sensor, der Kreiselbewegungen misst. Prompt löst er ein Bremsmanöver aus.

Jetzt beginnen die Praxistests

Der Automobilclub begründet seine Aktion mit der Unfallstatistik in West-Australien. Unaufmerksamkeit sei dort die dritthäufigste Ursache für tödliche Unfälle. Der Interessenverband der Autofahrer hat ein Fahrzeug umrüsten lassen, sodass dessen Bordcomputer die gemeldeten Gehirnströme verarbeitet, auswertet und entsprechend reagiert. Damit soll es jetzt Tests in der Praxis geben. Es ist beispielsweise möglich, dass das spinnenartige Headset andere Autofahrer so irritiert,  dass sie ihre Aufmerksamkeit nicht mehr der Straße widmen. Und es besteht die Gefahr von Auffahrunfällen, wenn ein Auto scheinbar grundlos abgebremst wird.

 

Von Wolfgang Kempkens

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