Motor aus der Formel 1 31.07.2013, 12:10 Uhr

Ferrari plant Einstieg in Le Mans-Rennserie

Ferrari hat ernsthafte Pläne, neben der Formel 1 künftig auch an der Le Mans-Rennserie teilzunehmen. Noch in diesem Jahr soll die Entscheidung fallen. Die Teilnahme mit einem Sportprototypen der Klasse LMP1 wäre dann ab 2015 möglich.

Ferrari will offenbar neben der Formel 1 künftig auch in der Rennserie Le Mans starten. Dabei will der Rennstall die Motoren aus der Formel 1 nutzen. Im Bild: Ferrari-Pilot Fernando Alonso im Juni auf dem Nürburgring in der Eifel.

Ferrari will offenbar neben der Formel 1 künftig auch in der Rennserie Le Mans starten. Dabei will der Rennstall die Motoren aus der Formel 1 nutzen. Im Bild: Ferrari-Pilot Fernando Alonso im Juni auf dem Nürburgring in der Eifel.

Foto: Ferrari

Ferrari will sich nach Informationen der Zeitschrift auto motor und sport neben der Formel 1 ein zweites Standbein im Rennsport schaffen und in Le Mans mit anderen Automobilherstellern messen. In Le Mans würde Ferrari auf Porsche, Audi und Toyota treffen. Zudem planen auch Nissan und Honda die Teilnahme an der Rennserie.

Ferrari will Motorentechnik der Formel 1 nutzen

Der Aufwand für die Entwicklung eines LMP1 wäre zudem für Ferrari überschaubar. Das neue Motoren-Format der Formel 1 erlaubt ab 2014 einen kostengünstigen Spagat auch in der LMP1. Dort darf ab dem nächsten Jahr ebenfalls mit zwei Hybridsystemen (Rekuperation von kinetischer Energie und Wärmeausdehnung) gefahren werden. Damit kann der neue Formel 1-Motor in leichten Abwandlungen auch einen Sportwagen antreiben.

Zudem ist der Ferrari-Windkanal wegen der Ressourcenbeschränkung in der Formel 1 nicht vollständig ausgelastet. Deshalb sind noch Kapazitäten für ein zweites Projekt frei. Außerdem hat Ferrari derzeit Windkanalzeit bei Sauber gebucht.

Mit der Rückkehr nach Le Mans würde Ferrari an eine erfolgreiche Tradition anknüpfen. Ferrari gewann neun Mal die Gesamtwertung des Langstrecken-Klassikers, zuletzt 1965 mit Masten Gregory und Jochen Rindt. 1973 war Maranello zum letzten Mal werksseitig mit einem Sportprototypen in Le Mans am Start.

Neun Siege für Ferrari in Le Mans in den 60er und 70er Jahren

Neun Mal Jacky Ickx, Brian Redman, Arturo Merzario, Carlos Reutemann, Carlos Pace und Tim Schenken bewegten drei der legendären Ferrari 312PB mit dem Zwölfzylinder-Boxermotor. Der Einsatz 1974 mit dem 312P fand bereits unter der Flagge des Northamerican Racing Teams (NART) statt. Seitdem nimmt Ferrari in Le Mans nur mit Autos der GT-Klasse teil.

Von Axel Mörer-Funk

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