Design 07.07.2006, 19:22 Uhr

Design realisiert kreative Prozesse  

product Design 2006. Als Designteam des Jahres wurde das LG Corporate Design Center des koreanischen Elektronikkonzerns LG ausgezeichnet.

Gute Zeiten für das Industriedesign: Die Juroren des red dot design award hatten bei dem insgesamt beeindruckenden Qualitätsniveau und der gestiegenen Zahl der eingereichten Produkte die Qual der Wahl. „Das freut uns. Auch international wurde inzwischen die Bedeutung des Designs erkannt.“

„Die deutsche Industrie muss sich in den nächsten Jahren auf einen noch stärkeren Wettbewerb gefasst machen“, erklärt Peter Zec, Initiator des red dot design award und Präsident des internationalen Designverbandes ICSID. Generell habe gerade in den Branchen, in denen der Wettbewerb bereits besonders hart sei, das Interesse am Award zugenommen. Design könne neben Funktion und Gebrauchstauglichkeit den entscheidenden Wettbewerbsvorteil ausmachen.

An die Leichtigkeit des Seins denken Designer, wenn sie sogar dem Landwirt in seinem neuen Traktor das Gefühl geben, in einem sportlichen Fahrzeug zu sitzen. Funktionalität wird da zur Selbstverständlichkeit, ebenso die ergonomische Gestaltung, damit die manchmal sehr lange Arbeitszeit auf dem Acker nicht zur Qual wird.

Design hilft den Unternehmen, Geld zu verdienen, etwa im Bereich „Haushalt und Küche“ die Küche als Lebensraum zu gestalten. Gemeinsames Kochen mit Muße: Dazu gehören durchaus auch fast futuristisch gestaltete Gerätschaften. Und wer will, kann längst Multimediaanwendungen in seine Küche integrieren, wie den Fernseher in der Kühlschranktür oder den Internetzugang.

Edel und schlicht, dabei behaglich und entspannungsfördernd, wirken die prämierten Designerarbeiten für den „Bad und Sanitär“-Bereich. Nicht zuletzt in die Gestaltung integrierte Materialien aus Holz schaffen eine neue Gemütlichkeit. Dass gutes Design aber nicht zwangsläufig etwas mit hohen Produktpreisen zu tun hat, bewiesen die Juroren des red dot award bereits in den vergangenen Jahren, als Ikea und Aldi red dot-Prämierungen erhielten.

Die eigentliche Qualität des Designs zeigt sich vielleicht am deutlichsten im wachsenden Life Science-Markt. Medizinische Hilfsmittel wie Prothesen sollen menschlicher werden, nicht mehr als notwendig eine Last sein. Design kann hier wesentlich dazu beitragen, durch innovative Gestaltungskonzepte, die richtige Funktion erst zu realisieren. Zu mehr Lebensqualität trägt aber sicherlich auch bei, wenn Hörgeräte neuerer Bauart so klein sind. „Wir können gespannt sein. Im Life Science-Bereich gibt es Entwicklungsmöglichkeiten, die wir uns noch gar nicht richtig vorstellen können“, betont Peter Zec

Ein weiterer Bereich, in dem es „im Design richtig rund geht“, sei die Medien- und Unterhaltungselektronik. Dort gebe es sehr viele Produktinnovationen, wobei das Entertainment-Element sehr stark im Vordergrund steht und gleichzeitig die Multifunktionalität der Geräte. Doch die Technologie habe eine so rapide Entwicklung erfahren, dass nach Meinung der Jury das Design nicht recht mithalten kann. Der Trend gehe zu einem „integrativen Produkt der Zukunft, das die unterschiedlichsten Funktionen in sich vereint und damit den vielseitigen Bedürfnissen einer mobilen Spaßgeneration nachkommt“. Mit „der ultimativen Innovation“ im Design für die Medien- und Unterhaltungselektronik rechnen die Designexperten frühestens im nächsten Jahr.

Vielleicht kommt diese Innovation aus Asien. Längst nicht nur Unternehmen aus Japan und Korea, sondern zunehmend auch aus Taiwan und der Volksrepublik China, geben sich große Mühe, im internationalen Markt für Premium-Produkte eigenständige Konzepte durchzusetzen. Das mache sich auch im red dot-Wettbewerb bemerkbar, berichtet Peter Zec. In zwei Jahren habe sich die Zahl der eingereichten Produkte aus Asien fast vervierfacht – inzwischen kommen damit 32 % aller Produkte im Wettbewerb aus Asien.

Da ist es auch kein Zufall, dass der Titel „Designteam des Jahres 2006“ an das LG Corporate Design Center ging. Die Designer des koreanischen Elektronikkonzerns LG – 1958 gegründet und bis 1995 unter dem Namen Goldstar firmierend – sehen sich als „Schöpfer eines digitalen Lebensstils“. Das Management von LG fasste kürzlich den Entschluss, dass das „Design Management“ von nun an die zentrale Unternehmensstrategie sein werde, berichtete Jae Jin Shim, Vice President LG Electronics und President Display & Digital Media Lab, auf der Zeche Zollverein. Allein in Seoul arbeiten mehrere hundert Designer an der „Global Top Design“-Strategie des Unternehmens.

Es sei sehr schwer, in einem großen Konzern eine Designphilosophie umzusetzen, da die Entscheidungsprozesse natürlich sehr schwierig seien. Um so wichtiger sei das Management, das dafür sorgen müsse, dass bestimmte Ideen auch von den Entscheidern verstanden werden. „Es gilt, bestimmte Leitlinien zu entwickeln, aber dann kommt es auch darauf an, dass die einzelnen individuellen Ideen sich durchzusetzen vermögen“, erläutert Jae Jin Shim. MANFRED BURAZEROVIC

Von Manfred Burazerovic

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