Kultur 11.08.2000, 17:26 Uhr

Der Sport sucht das Extreme

Neue technische Möglichkeiten trieben den Sport an immer neue Grenzen. „Unmöglich“ ist ein Begriff der Vergangenheit.

Wenn es das Material und die Technik hergeben, ist heute im Sport fast nichts mehr unmöglich: Meterhohe Sprünge mit dem Fahrrad, aber auch Sportbrillen, die gerade mal 20 g wiegen, Skateboards mit dicken grobstolligen Gummireifen, um die Berge hinunter zu rasen, Herzfrequenzmessgeräte in Armbanduhrengröße, mit denen man Dutzende von Informationen abfragen, speichern und per Infrarot-Schnittstelle zu Hause auf seinen Computer übertragen kann, oder eine Endlos-Kletterwand, 3,5 m hoch, die aus einem umlaufenden, 2,4 m breiten Alu-Band besteht, die an ein Lamellen-Garagentor erinnert.
Das Extreme, das Alberne und der Mainstream liegen da oft eng beieinander, wenngleich jeder wohl was anders mit diesen Begriffen verbindet.
Da hat auf dieser Ispo die Freesky GmbH um den Dipl.-Designer Alban Geissler und den Dipl.-Ing. Willi Post einen kleinen Deltaflügel vorgestellt, den sich Fallschirmspringer auf den Rücken schnallen, um so im Sturzflug eine Geschwindigkeit von über 400 km/h erreichen zu können. Man muss es nur wollen.
Auf der anderen Seite der Palette macht die miniaturisierte Technik einiges möglich, von dem man bisher nicht geahnt hatte, dass die Welt es braucht. Griffe für Springseile etwa, mit denen man Frequenz, Zeit und Zahl der Sprünge auf einem kleinen LCD-Display ablesen kann. Oder Hula Hoop-Reifen, innen mit dicken Noppen versehen, um den Speck von der Hüfte zu massieren, und ebenfalls ausgestattet mit einem winzigen LCD-Bildschirm, der die Zahl der Rotationen des Reifens absolut und pro Minute angibt, bei neuen Rekorden ein aufmunterndes Piepsen hören lässt.
Dazwischen dann so extrem gewöhnungsbedürftige „Fahrräder“ wie das Snike, ein Rad, dessen vordere und hintere Hälfte durch ein Gelenk miteinander verbunden sind. Gelenkt wird durch Verlagerung des Gewichts, vergleichbar dem Tiefschneefahren mit Ski. Neben dem Spaßfaktor soll es die Konzentrationsfähigkeit, die Rückenmuskulatur und das Balancegefühl trainieren.
Technische Möglichkeiten sind es auch, die die Palette der sportlichen Möglichkeiten immer weiter auffächern. Dabei sind vor allem, wie es auf der Ispo hieß, „Individual-, Adrenalin- und Ausdauersportarten“ die großen Trends im kommenden Jahr. Inline-Skating im Sommer, Carven oder Snowboarden im Winter. Trendsetter fahren Telemark-Ski oder gehen Eisklettern. Und für jedes dieser Bedürfnisse hat die Industrie eine ausgefeilte Angebotspalette – von der Unterwäsche bis zum ultraleichten Eispickel.
Das gilt selbst für extreme Nischen-Sportarten wie das Wakeboarding, bei dem mit speziellen Surfboards an Wasserski- Seilbahnen gefahren wird, oder das Kite-Boarding und das Kite-Surfing, das an Land mit eigenen Skateboards, auf dem Wasser mit kurzen Surfboards und einem Gleitschirm betrieben wird, wobei der Gleitschirm den Fahrer je nach Wind mit teilweise angsteinflößenden Geschwindigkeiten über die Erde zieht. Viele solcher Fun- und Trendsportarten werden immer Nischen bleiben, aber gerade für die Bekleidungsindustrie kommen aus diesen Nischen starke Impulse für immer neue Designs und immer neue Materialien. Und die Bekleidung ist von allen Artikeln der Sportbranche der umsatzstärkste.
Aber diese Trendsportarten schaffen auch Image. So bauen viele große Autohersteller eigene Mountainbikes, BMW hat auf der Ispo ein weiter entwickeltes Skateboard vorgestellt, den Streetcarver, der das Fahrgefühl von Snowboards und Surfboards auf der Straße erlebbar machen soll. moc

Von Wolfgang Mock
Von Wolfgang Mock

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