Musik 09.01.2009, 19:39 Uhr

Berliner Philharmoniker kommen jetzt „live“ ins Wohnzimmer

Seit dieser Woche sind die Berliner Philharmoniker in hoher Audio- und Videoqualität „live“ für 9,90 € je Konzert auch im Internet zu hören und zu sehen. Möglich machen dies fünf ferngesteuerte Kameras, die das Konzert aufzeichnen, sowie Bildregisseure und Tonmeister, die die Aufzeichnung steuern.

Dienstagabend vergangener Woche war für Klassikfans weltweit ein ganz besonderer Moment. Um 20 Uhr ertönten nicht nur die ersten Takte des Slawischen Tanzes in g-moll op. 46 Nr. 8 von Antonin Dvorâk für das Konzertpublikum in der Berliner Philharmonie. Dirigent Sir Simon Rattle hob auch den Taktstock für ein weltweit unbekanntes Publikum: Per Internet konnten Fans der Berliner Philharmoniker die erste „Live-Übertragung“ am heimischen Rechner oder TV goutieren.

Mit dem Sonderkonzert am vergangenen Dienstag wurde die digitale Konzerthalle, im Jargon der Berliner Philharmoniker „Digital Concert Hall“, eröffnet. Mindestens 30 Konzerte jährlich sollen via Internet „live“ übertragen werden.

Die digitale Einzelkarte kostet 9,90 €, das Ticket für die verkürzte Saison ist für 89 € zu haben. Ebenfalls gut gefüllt ist bereits das Archiv, auf das Nutzer nach Bezahlung bis zu 48 h Zugriff haben.

Für dieses neue Angebot wurden seit Beginn der Saison 2008/2009 fünf ferngesteuerte Kameras in der Philharmonie installiert. Sie liefern das Konzert in den Regieraum. Dort steuert ein Team von erfahrenen Bildregisseuren und Tonmeistern die „Live-Konzertaufzeichnung“.

„Nicht die Verteilung der Daten an die Fans war die technische Herausforderung, sondern unsere Lösung für die Umwandlung der analogen Signale in qualitativ hochwertige Audio- und Videodaten – und dies in Echtzeit“, erläutert Alexander McWilliam.

Laut des Projektleiters für die On- lineaktivitäten der Berliner Philharmoniker wird für die hochauflösende Bildqualität das Videokompressionsverfahren H.264 eingesetzt. Während dieser Standard etwa bei flashbasierter Software bereits länger zum Zug komme, sei H.264 erst seit Herbst 2008 „beim Absender und damit in der Studio-Hardware integriert“, sagt McWilliam.

Für gute Klangergebnisse beim „Live-Stream“ setze man auf das Kompressionsverfahren für Audiodaten AAC (Advanced Audio Coding). McWilliam stellt jedoch bereits mit dem Standard HE-AAC auf MPEG 4-Basis (High Efficiency Advanced Audio Coding) für Ende des Jahres eine weitere Verbesserung bei der Audiokompression und damit der übertragenen Qualität in Aussicht. HE-AAC liefere besonders gute Ergebnisse bei niedrigen Bitraten und eigne sich deshalb besonders gut für die Live-Übertragung von Daten.

Besucher des virtuellen Konzertsaals können je nach vorhandener DSL-Leitung zwischen drei unterschiedlichen Übertragungsbandbreiten auswählen – von 0,5 Mbit/s über 1,5 Mbit/s bis 2,1 Mbit/s. McWilliam empfiehlt zudem an Equipment „einen Rechner, der wegen der Prozessorleistung und Grafikkarte nicht älter als zwei Jahre sein sollte, oder einen LCD-Fernseher, dazu am besten eine schnelle 6-Mbit-Leitung für die Übertragung und dann alles an die Stereoanlage anschließen und das Konzert genießen“.

Auch für die digitalen „Live“-Konzerte der Berliner Philharmoniker gilt, wer zuerst kommt, mahlt zuerst. „Wir haben den digitalen Konzertsaal bislang auf 6000 Nutzer ausgelegt, die gleichzeitig den Stream abrufen können“, sagt Dirk Pogrzeba, Projektleiter der „Digital Concert Hall“ bei der Agentur Argonauten G2. Dort wurde auch die Benutzeroberfläche der Webseite samt Bezahllösung der neuen Mediathek entwickelt. „Lasttests haben ergeben, dass dies die Grenze ist, um eine gute Antwortzeit des Servers zu gewährleisten.“

Die Berliner Philharmoniker wollen erst in drei Jahren ihr Ziel von über 7000 verkauften Karten erreicht haben. Die Deutsche Bank, seit Jahren Sponsoringpartner der Berliner Philharmoniker, leistete für die digitale Konzerthalle eine Anschubfinanzierung im einstelligen Millionenbereich. NIKOLA WOHLLAIB

Von Nikola Wohllaib

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