Von weitem unsichtbar 03.01.2017, 11:30 Uhr

Architekten wollen US-Grenze aus Containern bauen

Müssen Grenzmauern graue hässliche Betonklötze sein? Nein, sagen Architekten aus Miami. Sie haben eine Grenzanlage aus alten Schiffscontainern entwickelt, die in den Boden eingelassen und von weitem unsichtbar ist. Die Grenze sieht aus wie ein Tal. Eine Inspiration für Donald Trumps Mauer nach Mexiko? 

Wie ein natürlicher Flusslauf wirkt die Grenze aus Containern in der Landschaft, die US-Architekten entworfen haben.

Wie ein natürlicher Flusslauf wirkt die Grenze aus Containern in der Landschaft, die US-Architekten entworfen haben.

Foto: Domo Architecture + Design

Die Grenzanlage des Büros Domo Architecture + Design aus Miami ist von weitem unsichtbar. Denn sie besteht aus drei Reihen übereinandergestapelter Schiffscontainer, die 25 Fuß tief in die Erde eingegraben sind – umgerechnet 7,62 m. Von einer Grenzseite läuft ein Gefälle auf die unterirdische Mauer zu.

Menschen, die sich der Grenze nähern, laufen also einen Abhang runter und stehen plötzlich vor einer Mauer, die von weitem unsichtbar ist und das Landschaftsbild nicht beeinflusst. „Unser Vorschlag integriert die Natur und erhält gleichzeitig die Funktion der Grenze“, erklären die Architekten.

Die Container, die in die Erde gesetzt werden, bilden eine schwer überwindbare Mauer.

Die Container, die in die Erde gesetzt werden, bilden eine schwer überwindbare Mauer.

Foto: Domo Architecture + Design

Freundliche Grenzen statt Mauern und Zäune

Indem man sich von Mauern und Zäunen verabschiede,  löse man die Idee einer Grenze von negativen sozialen und kulturellen Assoziationen. „Wir wollen mit unserem Design zeigen, dass es Alternativen zu Mauern gibt, die eine visuelle und physische Barriere darstellen und gegenüber jedem Land taktlos sind“, sagen die Architekten. „Es gibt Möglichkeiten, Grenzen zu bauen, die freundlich und offen sind.“

Auch Wassergräben und Flussläufe lassen sich aus Containern bauen.

Auch Wassergräben und Flussläufe lassen sich aus Containern bauen.

Foto: Domo Architecture + Design

In der Nähe diese Grenze könne man auch öffentliche Plätze und Parks entstehen lassen.

Inspiration für Donald Trump?

Der zukünftige US-Präsident Donald Trump hat während des Wahlkampfs angekündigt, eine Mauer nach Mexiko zu ziehen, um Mexikaner aus den USA fernzuhalten. „Ich werde eine große Mauer bauen – und niemand baut Mauern besser als ich, glauben sie mir – und ich werde sie sehr kostengünstig bauen“, sagte Trump in einer Rede im Juni 2015. Das Bauwerk solle rund 1600 km lang und 12 m hoch sein und knapp 8 Milliarden US-Dollar kosten.

Selbst Ladenpassagen als Grenze können sich die Architekten aus Miami vorstellen.

Selbst Ladenpassagen als Grenze können sich die Architekten aus Miami vorstellen.

Foto: Domo Architecture + Design

Die Architekten wollen ihre unsichtbare Grenze aber nicht als konkreten Vorschlag für eine zukünftige Mexiko-Grenze verstanden wissen. Sie wollen lediglich ein Zeichen gegen menschengemachte Betonwände setzen und die Verschönerung jedweder Form von Grenzen fördern. Entsprechend unwahrscheinlich ist es, dass diese Grenze tatsächlich Realität wird. 

Wem Container zu aufwändig sind, der könnte dann doch zu Geräten greifen, die inzwischen fünf Kilometer Grenze überwachen können. Die stellen wir hier vor.

Von Patrick Schroeder
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