Forschung 17.06.2005, 18:39 Uhr

Als F&E-Standort wird China immer wichtiger  

Immer mehr ausländische Unternehmen fahren Forschung und Entwicklung in China hoch. Die Fabrik der Welt wird zunehmend Innovationszentrum – vor allem im IT-Sektor und in der Telekommunikation.

Die Vorstellung, in China wird produziert und verkauft was in den innovativen Zentren des Westens erdacht und entwickelt wurde, ist längst überholt“, meint Michael Spencer, Chefökonom Asia Pacific der Deutschen Bank in Hongkong. „Forschung und Entwicklung folgen schon aus Effizienzgründen ab einem gewissen Punkt der Produktion. Wenn dann noch, wie in China, Kostenvorteile und gut gebildete Mitarbeiter hinzukommen, beschleunigt sich der Prozess sogar.“

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Begonnen hatte die Aufrüstung des Forschungsstandortes China Anfang der neunziger Jahre. Motorola, Canadian North Telecom und Philips zählten zu den ersten Unternehmen, die Forschungszentren errichteten. Siemens, Intel, Microsoft, ABB, Samsung, Nokia, Ciba, IBM, BASF und viele andere Konzerne folgten.

Heute unterhalten internationale Konzerne rund 700 Forschungszentren im Land, so der chinesische Präsident Hu Jintao. Bis zu 15 000 Mitarbeiter sind darin beschäftigt. Hinzu kommen zahlreiche Joint Ventures wie das der Siemens AG mit dem Telekom-Unternehmen Huawei in Shenzhen. „Der Schwerpunkt liegt in den Branchen Informationstechnologie, Chemie, Pharmazie, Telekommunikation, Energie, Nano-, Transport- und Medizintechnik“, präzisiert Professor Roland Chin, Vice President Research & Development der Hongkong University of Science and Technology (HKUST).

Dabei geht es längst nicht mehr nur um die Anpassung von Produkten an den regionalen Markt. „Bei uns werden sämtliche Entwicklungsprogramme auf den Weltmarkt ausgerichtet“, versichert Wylie Rogers, Sprecher der ABB in Peking. Das gleiche ist bei Motorola, Philips, Siemens, Kodak, Microsoft oder IBM zu hören.

Beschleunigen vor allem die Kostenvorteile den Umstieg auf das chinesische Forschungsschiff? „Das ist ein Grund, aber längst nicht der einzige“, versichert Rogers. „Was weit mehr zählt ist die Kombination von Talenten und Marktpotenzial.“

Vor allem der chinesische Telekommunikationsmarkt, der größte weltweit, ist ein Magnet für Forschungsmittel. Allein Motorola investierte seit der Eröffnung des ersten Entwicklungszentrums rund 450 Mio. $. China ist heute die zweitwichtigste Forschungsbasis des Konzerns nach den USA.

Die Antwort von Siemens auf die Herausforderung der Globalisierung heißt ebenfalls China. Sowohl auf dem Gebiet der Telekommunikation wie darüber hinaus. Vor einigen Wochen wurde in Shenzhen eine weitere Entwicklungszentrale eingeweiht, diesmal für Medizintechnik. Diese Sparte wächst in China jährlich um 15 %, Siemens selbst legt nach eigenen Angaben 30 % zu.

Der Münchener Konzern erwartet, dass in der Medizintechnik China bereits im kommenden Jahr nach den USA sein zweitgrößter Markt sein wird. Ähnlich schaut es in anderen Branchen aus. „Wen wundert es angesichts dieser Zahlen, dass eben auch in Sachen Forschung und Entwicklung die Weichen entsprechend gestellt werden?“, resümiert Michael Spencer von der Deutschen Bank in Hongkong.

Nicht nur Siemens setzt auf die chinesische Karte. Professor Roland Lin von der HKUST schätzt, dass China in den nächsten fünf Jahren an Deutschland, Großbritannien sowie Japan vorbeizieht und – nach den USA – zum zweitwichtigsten Forschungs- und Entwicklungszentrum internationaler Konzerne aufsteigt. Im US-Kongress werden bereits Hearings organisiert, auf denen Insider, wie David Patterson, warnend ihre Stimme erheben. Die USA, so der Präsident des Verbands der US-Computerhersteller, liefen Gefahr, schon bald ihre Führungsposition in der Informationstechnologie an China abzutreten.

Damit China tatsächlich zur F&E-Weltmacht aufsteigen kann, muss allerdings das geistige Eigentum geschützt werden. Hier gibt es noch immer Defizite. Immerhin: Die Regierung in Peking nimmt das Problem nicht mehr auf die leichte Schulter. Wohl auch, weil zunehmend chinesische Firmen selbst zu Opfern werden.

Die im vergangenen Jahr gestartete Kampagne gegen Innovations- und Markenpiraten zeitigt erste Erfolge. Stark betroffene Branchen, wie die Pharmaindustrie, konstatieren Fortschritte. „Die verbesserte Situation in China war ein Grund für uns, mehr neue Produkte hier auf den Markt zu bringen“, erklärte Allan Gabor, Chef von Pfizer China kürzlich auf einem Kongress in Peking. Damit nicht genug: Der weltgrößte Pharmakonzern wird in einigen Monaten ein eigenes Forschungszentrum in Shanghai eröffnen. JAN HÖHN/ps

Internationale Konzerne unterhalten bereits 700 Forschungs- zentren in China

Ein Beitrag von:

  • Jan Höhn

  • Peter Schwarz

    Ressortleiter Wirtschaft bei VDI nachrichten. Fachthemen: Wirtschaftspolitik, Konjunktur, Unternehmen.

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