Luftfahrt 10.10.2008, 19:37 Uhr

Weiblicher Nachwuchs für die Luftfahrt  

VDI nachrichten, Bremen, 10. 10. 08, ws – Beim Schnupperstudium der Universität Bremen machten Konstrukteurinnen des Airbus-Werkes an der Weser Mädchen Mut, Karrierewege in technischen Berufen einzuschlagen. Dabei plauderten sie auch aus dem Nähkästchen.

Der Vortrag über die „Numerische Strömungssimulation in der Aerodynamik“ ist selbst für ambitionierte Laien eine Herausforderung. Die knapp 50 jungen Mädchen im Konferenzsaal des Bremer Airbus-Werkes hören jedoch aufmerksam und ganz offensichtlich mit Interesse zu, als ihnen Petra Aumann einen Einblick in die komplexe Konstruktionsaufgabe für eine Flugzeug-Landeklappe gibt.

Der Vortrag mit der anspruchsvollen Thematik gehört zum praktischen Teil einer Aktion, mit der die Universität Bremen Schülerinnen der Jahrgangsstufen 10 bis 13 aus der Hansestadt und Umgebung für naturwissenschaftlich-technische Studiengänge gewinnen möchte. Das Interesse an diesem Schnupperstudium, das mittlerweile zum fünften Mal angeboten wird, widerspricht allen Vorurteilen über mangelndes Interesse junger Frauen an der Ingenieurausbildung: „Wir hätten gut und gerne drei Mal so viele Teilnehmerinnen unterbringen können“, sagt Organisatorin Veronika Oechtering.

Der Besuch einer Vorlesung und studiennahe Fachprojekte aus nahezu allen naturwissenschaftlichen Fachrichtungen gehören zum Regelprogramm des Hochschulbesuchs „auf Probe“, das die Universität Bremen seit 2004 jeweils als dreitägige Veranstaltung anbietet. In diesem Jahr gehörte mit dem Besuch bei Airbus erstmals ein „Praxissemester“ zum Programm.

Christina Hübner hat den Besuchstag auf Seiten des Flugzeugherstellers mit einer Reihe von Kolleginnen aus dem internen Frauennetzwerk organisiert. Dass sie sich am Ende des Tages über „ein durchweg positives Feedback“ freuen kann, liegt aber nicht nur an der spannenden Präsentation des schwierigen Themas der numerischen Strömungssimulation. „Mir hat besonders gut gefallen, was uns die Ingenieurinnen über ihren persönlichen Lebensweg erzählt haben“, bringt es eine der Schülerinnen auf den Punkt.

Vielleicht zum Entsetzen manches Physik- oder Mathematik-Lehrers räumen die Ingenieurinnen mit der vor allem von Politikern verbreiteten Ansicht auf, Bestnoten und größtmögliche naturwissenschaftliche Förderung seien unabdingbare Voraussetzung für den Erfolg in Ingenieurberufen.

Hauptschulabschluss, keine Stelle im Wunschberuf als Hebamme oder Pferdepflegerin, stattdessen fast notgedrungen das Ausweichen in die Ausbildung als Technische Zeichnerin – auch so kann der Karriereinstieg für Frauen aussehen, der über das Abitur an der Abendschule und das Fachhochschulstudium ins Engineering führt.

Was sie weit nach vorne gebracht hat, sei die Faszination Schweben: „Irgendwann hat mich die Begeisterung fürs Fliegen gepackt“, sagt Manuela Schradick, die auf dem zweiten Bildungsweg zum Abitur und dann zum Maschinenbau-Studium kam.

Während dieser Vorlesung aus der Praxis ist es mucksmäuschenstill im Airbus-Konferenzraum. Die Aufmerksamkeit steigert sich noch einmal, als die Ingenieurinnen berichten, dass Kinder und Karriere miteinander vereinbar sind.

Allerdings sei diese Vereinbarkeit kein Selbstgänger, sondern Ergebnis engagierten Einsatzes: Die Ingenieurinnen haben betriebsintern ein Frauennetzwerk gegründet, das vielfältig versucht, die Voraussetzungen für einen höheren Frauenanteil unter den Airbus-Ingenieuren (derzeit 16 %) zu schaffen.

Bei diesem Engagement hat der Ausbildungsleiter im Bremer Airbus-Werk, Bernd Schröter, ein Heimspiel, als er über die Angebote für junge Leute berichtet. Mit der dualen Ausbildung – Studium an der Hochschule und Lehre im Betrieb – hat der Konzern am Bremer Standort ein Paket geschnürt, das jährlich mehrere hundert Bewerber anlockt.

Viele von ihnen dürfte in erster Linie die Aussicht auf das Lehrlingsgehalt beflügelt haben, das auch während der Studienzeiten gezahlt wird. Für die Mädchen, die an dem Schnupperstudium teilnahmen, dürfte dies aber nur im Ausnahmefall der größte Anreiz sein, sonst würden sie sich nicht so sehr für die „numerische Strömungssimulation“ interessieren.

Gibt es eine Neuauflage des Schnuppertages? Der Erfolg der Aktion lässt keine Zweifel daran. W. HEUMER

Kinder und Karriere sind miteinander vereinbar

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