Verlust von 137 Drohnen 01.07.2013, 11:49 Uhr

Verwirrendes Ergebnis der Transparenzinitiative

Die Bundeswehr korrigiert die Zahl der verloren gegangenen Drohnen nach einem Bericht der FAZ auf 137. Noch vor einer Woche bezifferte sie den Verlust auf 124 Drohnen. Da stellt sich die Frage, ob 13 Drohnen innerhalb von einer Woche verloren gegangen sind oder ob bei der Zahl 124 gemauert wurde. 

Wo sind all die Drohen hin, wo sind sie geblieben? Das Bundesverteidigungsministerium sorgt derzeit für Verwirrung beim Thema Drohen. 

Wo sind all die Drohen hin, wo sind sie geblieben? Das Bundesverteidigungsministerium sorgt derzeit für Verwirrung beim Thema Drohen. 

Foto: dpa/Rainer Jensen

Die Bundeswehr korrigiert die Zahl der verloren gegangenen Drohnen nach einem Bericht der FAZ auf 137. Noch vor einer Woche bezifferte sie den Verlust auf 124 Drohnen. Da stellt sich die Frage, ob 13 Drohnen innerhalb von einer Woche verloren gegangen sind oder ob bei der Zahl 124 gemauert wurde.

Nachdem bekannt geworden war, dass das Verteidigungsministerium falsche Angaben zu den Drohnen-Verlusten gemacht hatte, wollte Bundesverteidigungsminister Thomas de Maiziére Aufklärung betreiben und kündigte eine „Transparenzinitiative“ an, dessen Ergebnis erneut Fragen aufwirft.

Möglicherweise sind Drohnen in die Hände von Gegner gekommen 

Im Rahmen der Aufklärung korrigierte die Bundeswehr die zuvor angegebenen Zahlen und meldete insgesamt nun 137 Drohnen-Verluste. Davon seien 52 Drohnen abgestürzt und 50 Drohnen durch Unfälle zerstört worden. Der Verbleib der übrigen 35 Drohnen sei unbekannt! „In wenigen Fällen kann eine Entwendung im Einsatzgebiet durch Dritte nicht ausgeschlossen werden“, teilte die Bundeswehr auf Anfrage lapidar mit. Kann es sein, dass sich das Bundesverteidigungsministerium nicht dafür interessiert, wo seine Hightech-Drohnen verbleiben? Einige Drohnen konnten nicht mehr geortet werden, da sie zu sehr zerstört gewesen waren. Andere Drohnen konnten nicht mehr aus unzugänglichem Gelände geborgen werden, so das Bundesministerium. Möglicherweise ist die Militärtechnologie aber auch in die Hände von Gegnern geraten.

Die verschiedenen Angaben machen nunmehr nicht transparent sondern verwirren noch mehr. Die unterschiedlichen Zahlen seien aufgrund der unterschiedlichen Fragestellungen angegeben worden, erklärt das Verteidigungsministerium. Die Übersicht über den Verlust ist sehr unklar. Klar ist jedoch, dass der Verteidigungsminister immer mehr unter Druck gerät und Dementi abgibt, deren Richigkeit sich kaum nachweisen lässt.

Verteidigungsministerium machte jahrelang falsche Angaben

Vergangene Woche erst meldete die Bundeswehr einen Verlust von 124 Drohnen durch Flugunfälle von insgesamt 871 betriebenen Drohnen.  Zuvor hatte das Ministerium für den Zeitraum von 2003 zwölf Abstürze und einen Unfall am Boden angegeben. Im Februar 2012 erhöhte sich die Zahl auf 15 Abstürze und zwei Unfälle. Unter diesen befand sich auch eine „autonome Landung“, bei der eine Heron-Drohne irreparabel beschädigt worden war.

Die Abgeordneten werfen Thomas de Maiziére nun jahrelange Täuschung über die Verluste der Drohnen vor. Denn im Februar 2012 wurden 99 Verluste unter den Tisch gekehrt.

Für Klarheit sorgt auch die Transparenzinitiative nicht. Sie verdeutlicht nur einmal mehr, dass im Bundesverteidigungsministerium einiges im Dunkeln liegt. Es bleibt abzuwarten, welche „erhellenden“ Erklärungen und Dementi jetzt folgen werden. 

Von Petra Funk

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