Neue Strategie 04.10.2016, 10:16 Uhr

USA wollen ab 2018 mit Drohnen-Schwärmen angreifen

Die US Air Force will bis spätestens 2018 mit Drohnen ausgestattet sein, die in ganzen Schwärmen einen Gegner angreifen können. An der Entwicklung solcher Drohnen arbeitet zurzeit das Unternehmen Kratos Defence & Security Solutions. Die Drohnen sollen nicht nur viel können, sondern auch nicht viel kosten. Was steckt hinter der neuen Strategie der Luftwaffe?

Die USA wollen künftig mit relativ kleinen Drohnen – Spannweite maximal drei Meter – in Schwärmen Kriegsgebiete kontrollieren und angreifen. Diese Drohnen dürfen höchstens drei Millionen US-Dollar kosten. Den Entwicklungsauftrag hat vor kurzem Kratos erhalten. 

Die USA wollen künftig mit relativ kleinen Drohnen – Spannweite maximal drei Meter – in Schwärmen Kriegsgebiete kontrollieren und angreifen. Diese Drohnen dürfen höchstens drei Millionen US-Dollar kosten. Den Entwicklungsauftrag hat vor kurzem Kratos erhalten. 

Foto: Kratos

Die US Air Force ist finanziell unter Druck geraten, weil die laufende Produktion des Kampfflugzeugs F35 sowie Entwicklung und Bau des neuen Strategischen Bombers B21 jeweils mehrere Hundert Milliarden US-Dollar erfordern. Also bleibt für andere Pläne nicht mehr viel Geld übrig. Deshalb arbeiten gegenwärtig die Forschungsagentur des US-Verteidigungsministeriums DARPA und das Air Force Research Laboratory mit Hochdruck daran, den Einsatz von Drohnen drastisch zu verbilligen – und zugleich technisch neue Einsatzmöglichkeiten zu erschließen.

Konkrete Vorgaben für die Billig-Drohne

Ziel des “Billig”-Drohnen-Vorhabens ist es, weit entfernt von den eigenen Bodenstellungen die Möglichkeit zu schaffen, den Gegner mit Schwärmen von Drohnen anzugehen und auszukundschaften sowie nach Möglichkeit die gegnerischen Abwehrmöglichkeiten ganz oder zumindest teilweise zu schädigen. Dabei ist an eine Fluggeschwindigkeit der Drohnen von bis zu 880 km/h gedacht. Dazu sollen die relativ kleinen Drohnen – mit einer Spannweite von maximal drei Metern – in einem breit gefächerten keilförmigen Schwarm auf die gegnerische Stellung zufliegen.

Mit der Entwicklung der

Mit der Entwicklung der „Billigdrohnen“ wurde das Unternehmen Kratos mit Hauptsitz in San Diego beauftragt.

Foto: Kratos

Ein Teil der Drohnen soll mit Sprengladungen bewaffnet werden, die meisten aber mit elektronischen Störeinrichtungen bis hin zu kleinen Radarkanonen. Die Vielzahl der Flugkörper soll dabei den Gegner veranlassen, gleichzeitig in großer Zahl Raketen und/oder Flugzeuge zur Abwehr einzusetzen. Die vorderste Drohne ist elektronisch der Anführer des Schwarms.

Sollte diese Drohne getroffen werden oder aus anderen Gründen ausfallen, übernimmt die nächste Drohne sehr schnell die Führungsposition, während der Angriff weiterläuft. Nach Beendigung des Angriffs kehren die Drohnen zu ihrem Transportflugzeug zurück, von wo aus sie gestartet sind.

Luftwaffe gibt Preise vor 

Die Vorgabe der Luftwaffe an Kratos lautet, dass bei einer Bestellung von 100 Drohnen der Stückpreis nicht über drei Millionen Dollar hinausgehen darf. Bei mehreren hundert Drohnen sollen es maximal zwei Millionen Dollar je Drohne sein. Zum Vergleich: Hochwertige Drohnen, die viele Eigenschaften unbemannter Kampfflugzeuge besitzen, können mittlerweile ohne weiteres 20 bis 30 Millionen Dollar das Stück kosten.

Insofern sind die Drohnen, um die es nun geht, tatsächlich relativ preiswert. Ihr Einsatz soll sich noch dadurch weiter verbilligen, dass sie wieder eingefangen und mehrfach losgeschickt werden können. Genau darin liegt zugleich eine technische Herausforderung.

Rückkehr zum Transportflugzeug 

Die künftigen Schwarmdrohnen sollen in der Luft von einem Transportflugzeug aus starten und dorthin wieder zurückkehren. Dafür hat die US-Luftwaffe die C130 von Lockheed vorgesehen, die unter dem Namen “Hercules” bekannt geworden ist und die von Luftwaffen in aller Welt in größeren Stückzahlen geflogen wird.

Die Lockheed C-130 Hercules zählt zu den vielseitigsten und am weitesten verbreiteten militärischen Transportflugzeugen. Sie wird seit 60 Jahren gebaut und wurde immer mal wieder weiterentwickelt. Damit problemlos kleinere Drohnen nach einem Angriff wieder in dem Transporter landen können, wird jetzt wieder an einer Lösung für diese spezielle Aufgabe getüftet. 

Die Lockheed C-130 Hercules zählt zu den vielseitigsten und am weitesten verbreiteten militärischen Transportflugzeugen. Sie wird seit 60 Jahren gebaut und wurde immer mal wieder weiterentwickelt. Damit problemlos kleinere Drohnen nach einem Angriff wieder in dem Transporter landen können, wird jetzt wieder an einer Lösung für diese spezielle Aufgabe getüftet. 

Foto: Howard Blair/US Air Force

Lockheed hat bereits einige der Hercules-Transporter umgebaut und auch getestet. Während des Fluges wird die Heckladerampe der Hercules geöffnet. Die Drohnen, jede von einem kleinen Jet-Triebwerk angetrieben, starten von dieser Rampe aus in schneller Folge. Die Rückkehr in die Hercules ist schon etwas komplizierter, da es bei geöffneter Rampe außen eine beträchtliche Luftverwirbelung gibt, die es den Drohnen schwer macht, den Weg in das Flugzeug tatsächlich zu finden ohne anzuecken.

Die Vorgabe der US Air Force lautet, dass alle siebeneinhalb Minuten eine Drohne an Bord kommen muss – also vier Drohnen in jeder halben Stunde. Das gilt aus Sicht der Industrie als eine besonders schwer zu erfüllende Bedingung.

Als Alternative käme auch ein Luftschiff infrage

Sollte es bei den Entwicklungsarbeiten nicht gelingen, die sichere Rückkehr der Drohnen zu gewährleisten, käme statt eines Flugzeugs auch ein Luftschiff infrage. Das böte den Vorteil, weitgehend ohne Verwirbelung zu fliegen. Der Nachteil des Luftschiffs liegt allerdings darin, dass es sehr viel längere Zeit benötigte, um an den Einsatzort zu gelangen und von dort später zurückzukehren.

Ach du dickes Ding: 35 Millionen $ kostet der Airlander 10. Dafür kann er aber auch ganz schön viel. Zum Beispiel noch weiterfliegen, wenn Löcher in die Außenhülle geschossen werden. 

Ach du dickes Ding: 35 Millionen $ kostet der Airlander 10. Dafür kann er aber auch ganz schön viel. Zum Beispiel noch weiterfliegen, wenn Löcher in die Außenhülle geschossen werden. 

Foto: Hybrid Air Vehicle

Da böte sich vielleicht das weltgrößte Luftschiff, der Airlander 10, an. Militärs soll er unter anderem dadurch überzeugen, dass er selbst mit Schusslöchern weiterfliegen kann. Nähere Informationen zu dem Hybridluftschiff finden Sie hier. Der Airlander 10 kostet allerdings auch 35 Millionen US-Dollar. Und legte beim zweiten Testflug eine richtige Bruchlandung hin. Bilder dazu haben wir hier eingestellt.

Von Peter Odrich

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