XS-1 soll Kosten senken 19.09.2013, 13:52 Uhr

US-Militär plant unbemanntes Fluggerät zum Start von Kleinsatelliten

Die amerikanische Forschungsagentur DARPA will ein Hyperschallflugzeug in Auftrag geben, von dem aus Kleinsatelliten in ein niedriges Erdorbit geschossen werden. Das neue „Spaceplane XS-1“ soll zehn Starts in zehn Tagen mit zehnfacher Schallgeschwindigkeit absolvieren.

Erste Designentwürfe für XS-1: Das Fluggerät soll einen Satelliten bis unterhalb der Erdumlaufbahn transportieren. Dort wird eine zweite Stufe gezündet, die den Satelliten in ein niedriges Erdorbit schießt. XS-1 soll mehrfach verwendet werden können.

Erste Designentwürfe für XS-1: Das Fluggerät soll einen Satelliten bis unterhalb der Erdumlaufbahn transportieren. Dort wird eine zweite Stufe gezündet, die den Satelliten in ein niedriges Erdorbit schießt. XS-1 soll mehrfach verwendet werden können.

Foto: DARPA

Als die Russen im Oktober 1957 mit Sputnik den ersten künstlichen Satelliten ins Erdorbit beförderten, hatten sie technologisch eindeutig die Nase vorn gegenüber den Amerikanern. Ein Jahr später nahm das amerikanische Verteidigungsministerium eine eigene Forschungsagentur in Betrieb, die ähnliche Blamagen zukünftig verhindern sollte. Seither entwickelt die DARPA, die „Defence Advanced Research Projects Agency“, mit einem durchschnittlichen Budget von 2,8 Milliarden US-Dollar neue Technologien für militärische Zwecke.

Geschwindigkeiten von Mach 10 sind möglich

Der jüngste Auftrag, den die DARPA im Oktober vergeben will, ist das „Experimental Spaceplane XS-1“. Das flugzeugähnliche Fluggerät soll mit Hyperschallgeschwindigkeit fliegen, wiederverwendbar und unbemannt sein. Mach 10 wäre laut DARPA möglich, das sind rund 3400 Meter pro Sekunde. XS-1 würde mit einem Satelliten im Gepäck bis in eine Höhe unterhalb des Erdorbits aufsteigen. Dort würde eine zweite Stufe gezündet, die den Satelliten in eine niedrige Erdumlaufbahn bringt, während XS-1 zur Erde zurückkehrt. Dort soll das Fluggerät sofort für weitere Starts zur Verfügung stehen und insgesamt zehn Mal in zehn Tagen aufsteigen können.

Das Starten eines Satelliten von einem Fluggerät aus ist an sich keine neue Idee. Bisher war dies jedoch mit großem Aufwand und Kosten von mehreren hundert Millionen Dollar pro Flug verbunden. Außerdem fliegen diese Start-Vehikel nur wenige Male pro Jahr, so dass lange Planungszeiträume eingerechnet werden müssen. Jetzt soll der Start von XS-1 nur mit einer kleinen Bodencrew geplant werden können und ohne die bisher notwendige spezialisierte Infrastruktur auskommen.

Startkosten pro Satellit von unter 5 Millionen Dollar

Die Kosten für den Start eines Satelliten mit einem Gewicht von bis zu 2200 Kilogramm könnten so auf unter fünf Millionen Dollar reduziert werden. Tägliche Flüge von verschiedenen Orten wären möglich und sowohl für militärische als auch kommerzielle Anwendungen interessant.

Mit einem ähnlichen Programm erforscht die DARPA bereits den Start von leichten Satelliten bis zu einem Gewicht von 45 Kilogramm. Beim Programm „Airborne Launch Assist Space Access (ALASA)“ soll ebenfalls ein Flugzeug, allerdings ein herkömmliches, als erste Stufe für den Satellitenstart dienen. Für weniger als eine Million US-Dollar will die DARPA die Kleinsatelliten ins All schießen.

Obwohl es offenbar erste Pläne für das Design von XS-1 gibt, hat DARPA sich bisher noch nicht festgelegt. Insbesondere das genaue Design der Tragflächen ist noch offen. Fest steht aber, dass bei der Wahl des Materials für den Bau von XS-1 die extremen Belastungen durch die hohen Geschwindigkeiten und Hitzeentwicklung berücksichtigt werden müssen.

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