Erste Testflüge überstanden 04.07.2013, 13:39 Uhr

Unbemanntes Kleinflugzeug aus dem 3D-Drucker gegen Drogenschmuggler

Ein unbemanntes Kleinflugzeug zur Küstenüberwachung, bei dem wesentliche Bauteile von einem 3D-Drucker hergestellt werden, haben Luftfahrtingenieure der britischen Universität in Southampton entwickelt. Das Flugzeug soll schon 2015 die Küstenabschnitte Südenglands, Frankreichs, Belgiens und der Niederlande überwachen.

Weniger als 20 Kilogramm wiegt das unbemannte Flugzeuge 2Seas, das künftig die Küsten am Ärmelkanal überwachen soll. Es soll vor allem Drogenschmuggel und illegale Fischerei eindämmen.

Weniger als 20 Kilogramm wiegt das unbemannte Flugzeuge 2Seas, das künftig die Küsten am Ärmelkanal überwachen soll. Es soll vor allem Drogenschmuggel und illegale Fischerei eindämmen.

Foto: Universität Southampton

Das Besondere an der „2Seas“ ist ihre Bauweise: Die allermeisten Bauelemente sind mittels 3D-Druckverfahren hergestellt worden. Das gilt beispielsweise für den Rumpf, die Treibstofftanks und die Motorhalterung. Nur die Flügel und das Leitwerk am Heck des Flugzeugs sind aus Kohlenstofffasern gefertigt. Insgesamt wiegt die „2Seas“ weniger als 20 Kilogramm. Angetrieben wird das Propeller-Flugzeug mit einem kurzen Doppelrumpf von einem Benzinmotor.

Wie sich bei vorangegangenen Tests gezeigt hat, sind im Prinzip auch die Tragflächen druckbar. Jene, die die „2Seas“ benötigt, sind allerdings so lang, dass sie von ihren Abmessungen her die Kapazität selbst der größten 3D-Drucker überfordern. Die Spannweite der „2Seas“ beträgt immerhin mehrere Meter.

Die 2Seas wird fast ausschließlich durch Bauteile aus einem 3D-Drucker zusammengesetzt.

Die 2Seas wird fast ausschließlich durch Bauteile aus einem 3D-Drucker zusammengesetzt.

Foto: Universität Southampton

Bei dem Test-Vorläufer der „2Seas“, einem wesentlich kleineren Flugzeug mit dem Namen „SULSA“ (Southampton University Laser Sintered Aircraft), hatte ein Elektromotor für den Antrieb gesorgt. Während die „SULSA“, die im Juni 2011 erstmals flog, mittels eines Katapults gestartet wurde, kann die „2Seas“ aus eigener Kraft abheben. Die Reisegeschwindigkeit des Flugzeugs beläuft sich auf 100 Kilometer in der Stunde. Bei dieser Geschwindigkeit kann die „2Seas“ fünf Stunden lang in der Luft bleiben und verbraucht dabei nur sieben Liter Treibstoff.

Europäisches Gemeinschaftsprojekt

Die „2Seas“ ist als europäisches Gemeinschaftsprogramm im Wesentlichen an der Universität Southampton entwickelt worden. Federführend waren Jim Scanlan, Direktor des Computational Engineering Design Centre (CEDC), und Andy Keane, Leiter des Southampton e-Science Centre. In ihrem Team arbeiten auch Wissenschaftler anderer europäischer Länder, insbesondere aus Frankreich und den Niederlanden.

Die ersten Flüge der „2Seas“ fanden unter zeitweise recht rauhen Wettbedingungen mit teilweise sehr starken Seitenwinden statt, die das Flugzeug gut überstanden hat. Allerdings haben sich dabei starke Vibrationen gezeigt, denen gegenwärtig von den Wissenschaftlern nachgegangen wird.

Darüberhinaus wird an der weiteren Verbesserung der Flugeigenschaften gearbeitet. Wenn diese Ziele erreicht sind, kann die „2Seas“ tatsächlich mit ihren Überwachungsflügen im Luftraum über Südengland, Nordost-Frankreich, Belgien und den Niederlanden beginnen. Wie Jim Scanlan erwartet, wird das im Jahre 2015 der Fall sein. Er schließt allerdings keineswegs einen früheren Beginn der Flüge aus.

Das Flugzeug wird von einem Benzinmotor angetrieben, der in fünf Stunden nur sieben Liter Kraftstoff benötigt.

Das Flugzeug wird von einem Benzinmotor angetrieben, der in fünf Stunden nur sieben Liter Kraftstoff benötigt.

Foto: Universität Southampton

Flugzeug soll Drogenschmuggel und illegale Fischerei eindämmen

Schwerpunkte der Luftüberwachung durch die „2Seas“ sind der Kampf gegen die Illegale Fischerei und den Schmuggel von Drogen. Daneben geht es darum, frühzeitig Risiken für die Schifffahrt zu erkennen. Dabei spielt eine Rolle, dass der Ärmelkanal zu den dichtbefahrendsten Wasserstraßen in Europa zählt. Später ist auch an ähnliche Aufgaben für die „2Seas“ in den skandinavischen Küstenzonen gedacht.

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