ISS ohne Nachschub 04.05.2015, 14:56 Uhr

Trümmer des Raumfrachters Progress M-27M stürzen in Atlantik

Der russische Raumfrachter Progress M-27M, der die ISS mit Nachschub versorgen sollte, wird voraussichtlich am Samstag etwa 1600 Kilometer östlich von Kuba in den Atlantik stürzen. Die Kapsel hatte vergangene Woche die richtige Umlaufbahn verpasst.

Der russische Raumfrachter Progress hat schon zahlreiche Flüge zur ISS absolviert. Der 59. Flug ist dagegen missglückt. Der Transporter trudelt derzeit in der falschen Umlaufbahn und wird am Samstag mit 2,4 Tonnen Fracht auf die Erde abstürzen.

Der russische Raumfrachter Progress hat schon zahlreiche Flüge zur ISS absolviert. Der 59. Flug ist dagegen missglückt. Der Transporter trudelt derzeit in der falschen Umlaufbahn und wird am Samstag mit 2,4 Tonnen Fracht auf die Erde abstürzen.

Foto: NASA

Der russische Raumtransporter Progress M-27M sollte eigentlich die Internationale Raumstation ISS mit Material versorgen. Doch dieses Mal gelang die Routine-Operation nicht. Nur kurze Zeit nach dem Start vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan kam der Raumtransporter mit 2,4 Tonnen Fracht vom Kurs ab. Grund: Eine Raketenstufe zündete nicht richtig. Der Transporter geriet so in eine falsche Umlaufbahn.

Alle Versuche der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos, ihn noch in die richtige Umlaufbahn zu leiten, misslangen. Die wertvolle Fracht, bestehend aus Treibstoff, Sauerstoff, wissenschaftlichen Geräten und Nahrungsmitteln, ist nicht mehr zu retten.

Keine Kollision mit der ISS möglich

Eine mögliche Kollision mit der ISS konnten die NASA und die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos rasch ausschließen, weil der Progresstransporter deutlich unterhalt der ISS um die Erde taumelt. Die ISS umkreist die Erde in einer Entfernung von 400 Kilometern.

Beladen der russischen Progress-Kapsel mit Material für die ISS: Die Kapsel wird voraussichtlich am Samstag in den Atlantik stürzen.

Beladen der russischen Progress-Kapsel mit Material für die ISS: Die Kapsel wird voraussichtlich am Samstag in den Atlantik stürzen.

Foto: Roskosmos

Zunächst hatten die Experten allerdings Sorgen, ob der herumirrende Raumfrachter eine Gefahr für die Menschen auf der Erde bedeuten könnte. Inzwischen ist klar, dass der Großteil des sieben Tonnen schweren Frachters verglühen wird, wenn er in die Erdatmosphäre eintritt.

Allerdings nicht alle Teile. Einige Bauteile aus Titan oder Edelstahl werden nicht schmelzen, sondern etwa 1600 Kilometer östlich von Kuba in den Atlantik stürzen. Den Absturz haben die Experten für den kommenden Samstag, 9. Mai 2015, gegen 19.30 Uhr MESZ berechnet. Allerdings können sich Absturzstelle und Zeitpunkt noch ändern. Denn der Raumfrachter dreht sich stark um die eigene Achse, berichteten Medien in Russland.

Versorgung der Raumfahrer auf der ISS gesichert

Den sechs Raumfahrern auf der ISS stehen noch genügend Lebensmittel und technisches Material zur Verfügung. „Die Progress habe es zwar nicht bis zur ISS geschafft, aber niemand muss hungrig zu Bett gehen“, twitterte die Astronautin Sam Cristofieri. Der nächste Start ist für den 26. Mai 2015 geplant und werde auch nicht verschoben, teilte Roskosmos mit.  

Ach wie lecker: Die italienische Astronautin Sam Cristoforetti trinkt ihren ersten Espresso aus einer speziellen Espresso-Maschine auf der ISS. Die Lavazza-Maschine, speziell für den Weltraum konstruiert, hatte ein Versorgungsflug zur ISS mitgebracht. 

Ach wie lecker: Die italienische Astronautin Sam Cristoforetti trinkt ihren ersten Espresso aus einer speziellen Espresso-Maschine auf der ISS. Die Lavazza-Maschine, speziell für den Weltraum konstruiert, hatte ein Versorgungsflug zur ISS mitgebracht. 

Foto: Cristoforetti/Twitter

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