Mission „Antares“ verschoben 18.04.2013, 12:21 Uhr

Testflug: Private US-Trägerrakete konnte wegen technischer Probleme nicht starten

Der für letzte Nacht geplante erste Testflug der privaten Trägerrakete Antares musste wenige Minuten vor dem Start abgesagt werden. Als Grund nannte die Weltraumbehörde NASA ein technisches Problem. Das US-amerikanische Unternehmen Orbital Sciences ist neben SpaceX eines der zwei privaten Unternehmen, die im Auftrag der NASA die Internationale Raumstation ISS mit Materialien versorgen soll.

Die Rakete Antares soll künftig als Fracht-Transporter Materialien zur Internationalen Raumstation ISS bringen. Gebaut wurde sie vom US-amerikanischen Unternehmen Orbital Sciences.

Die Rakete Antares soll künftig als Fracht-Transporter Materialien zur Internationalen Raumstation ISS bringen. Gebaut wurde sie vom US-amerikanischen Unternehmen Orbital Sciences.

Foto: NASA

Als die „Antares“ endlich zum ersten Testflug „A one“ bereit war, löste sich ein Datenkabel zwischen Rakete und Tower und verhinderte somit den Start. Dabei soll es sich um die Verbindungsschläuche zwischen der ersten und der zweiten Etage der Trägerrakete gehandelt haben, die für den Abbruch der Mission gesorgt haben. Der starke Bodenwind könnte das Datenkabel gelockert haben. Als andere Möglichkeit kommt laut NASA auch in Betracht, dass ein verminderter Druck in einem der beiden hydraulischen Zylinder die Panne verursacht hat.

„A one“ zehn Minuten vor Start abgesagt

Raketenbauer Orbital Sciences sagte die Mission nur zehn Minuten vor der geplanten Startzeit um 23.00 Uhr MESZ ab. Ein neuer Termin soll innerhalb von 24 bis 48 Stunden stehen. Dann soll die 40 Meter lange Trägerrakete den Frachter Cygnus als erste Rakete zur ISS fliegen. Die Vorbereitungen laufen derzeit auf Hochtouren, damit der neue anvisierte Termin eingehalten werden kann. Die Rakete wird von der Wallops-Insel im US-Bundesstaat Virginia starten.

Der Testflug soll beweisen, dass die „Antares“-Rakete mit simulierter Nutzlast tauglich ist. Wird er erfolgreich absolviert folgt ein sogenannter Demonstrationsflug mit dem eigens gebauten Frachter Cygnus. Dies wäre dann die letzte Phase der Frachterentwicklung im Rahmen des NASA-Programms COTS (Commercial Orbital Transportation Services). Mit diesem Programm unterstützt die amerikanische Raumfahrtbehörde private Hersteller voraussichtlich bis zum Jahr 2015 bei der Entwicklung von Fluggeräten.

SpaceX und Orbital Sciences fliegen für die NASA ins All

Nachdem die NASA 2011 ihr Shuttle-Programm zur ISS aus Kostengründen eingestellt hat, verfügt sie derzeit über keine eigenen Trägersysteme, um Versorgungsflüge durchführen zu können. Astronauten haben zwar die Möglichkeit, mit der russischen Sojus-Kapsel ins Weltall zu fliegen. Größere Transporte sind jedoch nicht möglich. Daher haben private Unternehmen wie SpaceX und nun auch Orbital Sciences unbemannte Weltraumtransporter entwickelt. Diese zwei Firmen erhielten den Auftrag der NASA, die ISS künftig mit Vorräten, Materialien und Ersatzteilen zu versorgen. Zuletzt sicherte sich Orbital Science den Auftrag für acht Versorgungsflüge im Jahr 2016 für insgesamt 1,9 Milliarden Dollar.

Damit hat die kalifonische Firma SpaceX Konkurrenz im privaten Weltraumgeschäft erhalten. Im Mai 2012 dockte sie erstmals ihren Weltraumfachter „Dragon“ an der ISS an, um die Astronauten mit  500 Kilogramm Vorräten und Materialien für Experimente zu versorgen. Nach rund drei Wochen kehrte „Dragon“ erfolgreich zur Erde zurück und hatte ausrangierte Gerätschaften und wissenschaftliche Proben an Bord.

Künftig sollen auch die Astronauten von Privatunternehmen ins All gebracht werden.

Von Petra Funk Tags:

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