„Flying Laptop“ 05.08.2013, 15:32 Uhr

Superschneller Satellitencomputer soll 2014 ins All

Das Kleinsatellitenprogramm „Flying Laptop“ der Universität Stuttgart soll 2014 ins All starten. Herzstück der wiederverwendbaren Satellitenplattform ist ein superschneller und kompakter Rechner, der zu den leistungsstärksten der Welt zählt.

Ein Laptop der Superlative für den Einsatz im All haben die Forscher der Universität Stuttgart entwickelt. Das "Flying Laptop" soll 2014 ins Weltall starten.

Ein Laptop der Superlative für den Einsatz im All haben die Forscher der Universität Stuttgart entwickelt. Das "Flying Laptop" soll 2014 ins Weltall starten.

Foto: Universität Stuttgart

Der „Fliegende Laptop“ der Universität Stuttgart gehört bislang zu den Erfolgsgeschichten in der Weltraumtechnologie. Was vor zehn Jahren als Amateurprojekt begann, ist mittlerweile patentiert und erfüllt neueste technologische Standards. Für 2014 ist der erste Einsatz im All geplant.

Die Entwicklung und Betreuung des „Flying Laptop“ liegt hauptsächlich in den Händen von Studenten und Doktoranden des Instituts für Raumfahrtsysteme  (IRS) der Universität Stuttgart. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und die Raumfahrtindustrie begleiteten das universitäre Kleinsatellitenprogramm.

Strahlungsresistente Mikrochips garantieren lange Lebensdauer

Der 60 x 70 x 80 Zentimeter große und etwa 120 Kilogramm schwere Satellit soll nächstes Jahr in einem niedrigen polaren Orbit von etwa 700 Kilometern die Erde umkreisen und beobachten. An Bord sind drei Kamerasysteme, die unter anderem Schifffahrtsbewegungen und Vegetationsmessungen erfassen sowie verschiedene Technologien unter den Bedingungen des Weltraums erproben werden.

Die elektrische Energieversorgung des „Flying Laptop“ wird über drei Solarpaneele sichergestellt. Eines der Paneele ist bereits fixiert, die beiden anderen entfalten sich erst im Orbit.

Der „Flying Laptop“ ist 60 x 70 x 80 Zentimeter groß und wiegt 120 Kilogramm. Drei Solarpaneelen und eine Batterie versorgen den Kleinsatelliten mit Energie. Herzstück an Bord ist ein Hochleistungscomputer.

Der „Flying Laptop“ ist 60 x 70 x 80 Zentimeter groß und wiegt 120 Kilogramm. Drei Solarpaneelen und eine Batterie versorgen den Kleinsatelliten mit Energie. Herzstück an Bord ist ein Hochleistungscomputer.

Foto: Universität Stuttgart

Das neueste und wichtigste Element auf dem „Flying Laptop“ ist jedoch ein Rechner der Extraklasse. Der neue Computer integriere die Funktion eines Onboardrechners mit der einer Stromversorgungseinheit und gehöre zu den schnellsten verfügbaren Satellitencomputern weltweit, erklärten Vertreter der IRS bei der Vorstellung des Rechners. Er sei außerdem äußerst kompakt und daher bestens geeignet für kleine Technologiesatelliten.

Da der „Flying Laptop“ Weltraumbedingungen ausgesetzt sein wird, müssen alle Systeme robust genug sein, um Strahlung und einen großen Temperaturbereich unbeschadet zu überstehen. Entgegen den Rechnern vieler universitärer Kleinstsatelliten basiert das Stuttgarter Modell deshalb auf strahlungsresistenten Mikrochips und garantiert damit eine entsprechende Lebensdauer im Orbit.

Platinen zur Sicherheit in doppelter Ausführung

Die Basis des Bordrechnersystems ist ein Prozessor der von der europäischen Raumfahrtbehörde ESA entwickelten Familie der LEON Prozessoren. Diese wurde bereits erfolgreich im All eingesetzt. Außerdem haben die Wissenschaftler alle Platinen zweifach ausgeführt. So können sie zwischen den betreffenden Einheiten umschalten und auftretende Fehlfunktionen kompensieren.

Die Software wurde vollständig am Stuttgarter Institut entwickelt. Als Lebensdauer des Systems würden zwei Jahre angestrebt, erklären die Forscher.

Die Entwicklung und Fertigung des Kleinsatelliten Flying Laptop nach Industriestandard wurden vorwiegend aus Mitteln der Universität und des Landes Baden-Württemberg sowie aus Geldern verschiedener Partner realisiert. Für den Start des Kleinsatelliten als „piggy-back“ Satellit hat das DLR Raumfahrtmanagement eine Unterstützung von 800.000 Euro zugesagt.

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