Chinesischer Mondrover Yutu 13.02.2014, 14:00 Uhr

Staatsmedien melden: Jadehäschen empfängt wieder Signale

Nachdem die Chinesen ihren Mondrover Yutu – auch Jadehäschen genannt – offiziell als funktionsunfähig gemeldet hatten, kam nun die Überraschung: Trotz eines großen Schadens in der Mechanik überlebte das Fahrzeug die letzte Mondnacht und empfängt wieder Signale. Nun besteht die Chance, den Rover doch noch zu retten und damit auch die gesamte Mondmission. 

Der chinesische Mondrover ist angeschlagen. Doch obwohl er schon aufgegeben wurde, empfängt er jetzt wieder Signale. Ob er seine Mission fortsetzen kann, ist noch ungeklärt. Aber die Chinesen hoffen wieder. 

Der chinesische Mondrover ist angeschlagen. Doch obwohl er schon aufgegeben wurde, empfängt er jetzt wieder Signale. Ob er seine Mission fortsetzen kann, ist noch ungeklärt. Aber die Chinesen hoffen wieder. 

Foto: Beijing Institute of Spacecraft System Engineering

„Der Rover hat eine Chance, gerettet zu werden, weil er noch lebt“, sagte der Sprecher des Mondprogramms, Pei Zhaoyu. Das Fahrzeug hat die letzte (14-tägige) Mondnacht überstanden und empfängt wieder Signale. Nun besteht wieder Hoffnung auf die Fortführung des Mondprogramms. Derzeit befindet sich der Mondrover Yutu etwa 100 Meter vom Lander „Chang’e 3“ entfernt.

Gestern noch galt die chinesische Mondmission als gescheitert. Nur zwei Monate nach der Landung auf dem Mond war der 140 Kilogramm schwere, sechsrädrige Rover Yutu aufgrund technischer Probleme funktionsunfähig geworden. Nachdem die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua schon am 25. Januar 2014 eine „Unregelmäßigkeit bei der technischen Kontrolle“ meldete, hatten die Chinesen ihren Rover aufgegeben. Die Probleme wurden als zu schwerwiegend angesehen, um die Funktionsfähigkeit wieder herzustellen.

Es wäre ein herber Schlag für die Chinesen. Die Mission soll der erste Schritt sein, um im Rahmen des chinesischen Raumfahrtprogramms bis zum Jahr 2020 eine dauerhafte Weltraumstation aufzubauen.

Nachdem Yutu am 15. Dezember 2013 auf dem Erdtrabanten angekommen war, rollte er schon einige Stunden später los, um Bilder der Mondoberfläche zu machen. Zwei Tage später kamen bereits erste Fotos auf der Erde an. Laut Plan sollte Yutu drei Monate lang über die Mondoberfläche fahren und nach Bodenschätzen suchen.

Nächtliche Temperaturen von minus 180 Grad Celsius

Es waren wohl die rauen Bedingungen, die es dem Jadehäschen so schwer machten. Extreme Temperaturen könnten der Grund für den Ausfall gewesen sein. Auf dem Mond herrschen nachts Temperaturen von minus 180 Grad Celsius. Experten gehen jedoch davon aus, dass sich Yutu nicht richtig auf die zweite bitterkalte Mondnacht vorbereiten konnte. Möglicherweise konnte eines der beiden Solarpanele nicht richtig eingeklappt werden. Allein aus diesen Panelen erhält Yutu seine komplette Energie. Die empfindliche Elektronik war so zwei Wochen lang schutzlos der Kälte ausgesetzt.

Die Chinesen machten keine Angaben zu den Einzelheiten der technischen Defekte. Nach der genauen Ursache für die Fehlfunktion wird jetzt geforscht. Erst dann wird klar sein, ob und wie es mit dem Jadehäschen auf dem Mond und seinen Instrumenten weitergehen wird. China hat neben Yutu einen weiteren Lander mit einem Radionuklid-Heizelement an Bord in der Mondmission unterwegs. Er meldete sich unbeschadet aus der eisigen Mondnacht zurück.

Nach den USA und der Sowjetunion ist China das dritte Land, das eine sanfte Landung auf dem Mond geschafft hat. Verantwortet wird das chinesische Raumfahrtprogramm vom Militär. 

Von Petra Funk

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