BATTERIEN überhitzt 15.07.2015, 15:45 Uhr

Solar Impulse muss bis 2016 auf Hawaii bleiben

Keine zwei Wochen nach ihrem bisher größten Erfolg müssen die Flugpioniere Bertrand Piccard und André Borschberg bei ihrer Weltumrundung im Solarflieger den größten Rückschlag hinnehmen: Die Reparatur der auf der Etappe nach Hawaii überhitzten Batterien dauert zu lange, um die Reise noch in diesem Jahr fortsetzen zu können.

Am 3. Juli 2015 landete die Solar Impulse nach fünf Tagen und längsten Non-Stop-Flug der Geschichte auf Hawaii.

Am 3. Juli 2015 landete die Solar Impulse nach fünf Tagen und längsten Non-Stop-Flug der Geschichte auf Hawaii.

Foto: Solar Impulse

Die Solar Impulse wird auf Hawaii überwintern. Diese bittere Nachricht verkündeten Bertrand Piccard und André Borschberg heute Mittag auf ihrer Webseite. Erst Anfang Juli hatte ihr nur mit Sonnenenergie betriebenes Flugzeug die längste und härteste Etappe der Weltumrundung geschafft

Fünf Tage und Nächte hatte Borschberg an Bord gesessen, um die Solar Impulse von Japan nach Hawaii zu bringen, genau gesagt: 117 Stunden und 52 Minuten. „Das war ein riesiger Erfolg, aber er hat einen Preis“, sagt nun Piccard. „Die Reparatur der Batterien dauert länger als die Saison“, erklärt der Schweizer, der sich mit seinem Partner im Cockpit abwechselt. In wenigen Wochen wird das Wetter so instabil, dass an eine Überquerung des Atlantiks nicht mehr zu denken ist. Deshalb soll der Flieger erst im April nächsten Jahres wieder starten.

Solar-Impulse-Pilot Bertrand Piccard vor der in Hawaii gestrandeten Solar Impulse: Die Batterien sind so beschädigt, dass ihre Reparatur zu lange dauert, um noch vor dem Winter den Pazifik überqueren zu können. Stürme, zu kurze Tage und lange Nächte machen das Unterfangen bis April 2016 unmöglich.

Solar-Impulse-Pilot Bertrand Piccard vor der in Hawaii gestrandeten Solar Impulse: Die Batterien sind so beschädigt, dass ihre Reparatur zu lange dauert, um noch vor dem Winter den Pazifik überqueren zu können. Stürme, zu kurze Tage und lange Nächte machen das Unterfangen bis April 2016 unmöglich.

Foto: Solar Impulse

Fehler bei Vorausberechnung der Temperatur

Auf der mehr als 8172 km langen Reise von Japan nach Hawaii waren die Batterien schon am ersten Tag sehr heiß geworden. Zwar funktionierte das Flugzeug während des gesamten Fluges einwandfrei und die Akkus konnten auch genug Energie speichern, aber den Technikern gelang es nicht, die Batterien wieder abkühlen zu lassen. Der Grund dafür sei, dass der Flieger für eine optimale Ausnutzung der Energie jeden Tag auf knapp 10.000 m Höhe steigen und wieder sinken müsse.

Die Batterien der Solar Impulse sind unter den Tragflächen untergebracht. Beim Flug nach Hawaii konnten sie nicht genug gekühlt werden und wurden durch große Hitze beschädigt.

Die Batterien der Solar Impulse sind unter den Tragflächen untergebracht. Beim Flug nach Hawaii konnten sie nicht genug gekühlt werden und wurden durch große Hitze beschädigt.

Foto: Solar Impulse

Das Team um Piccard und Borschberg betont, dass kein technischer Fehler oder eine Konstruktionsschwäche vorliege. Vielmehr sei ein Fehler bei der Einschätzung der Hitzebelastung und der Berechnung der notwendigen Kühlung gemacht worden: „Die Temperatur der Batterien bei einem schnellen Wechsel von Aufstieg und Abstieg in tropischem Klima war nicht exakt kalkuliert worden.“ Das Flugzeug muss auf der gesamten Reise Temperaturen zwischen -40 und 40 °C aushalten.

Pioniere zeigen sich optimistisch

Die Solar Impulse wird nun in einem Hangar der Universität von Hawaii auf dem Flughafen Kalaeloa überwintern. Von dort soll sie dann im Frühjahr zu ihren nächsten Etappen quer durch die USA bis nach New York abheben, um anschließend den Atlantik in Richtung Europa zu überqueren und schließlich wieder am Startpunkt in Abu Dhabi zu landen. Piccard gibt sich derweil unerschüttert und wirbt bei den zahlreichen Unterstützern darum, bei der Stange zu bleiben. „Zu beweisen, dass das Unmögliche möglich ist, dauert eben länger als das Mögliche“, sagte er in einem Video-Interview.

André Borschberg hofft, dass das Flugzeug wieder flott gemacht wird und seine Weltumrundung vollenden kann.

André Borschberg hofft, dass das Flugzeug wieder flott gemacht wird und seine Weltumrundung vollenden kann.

Foto: Solar Impulse

„Wir hatten seit dem Start schon viele Hürden zu überwinden. Wichtig ist, dass wir die schwierigste Etappe geschafft haben“, fügt Borschberg hinzu. Wenn die nur 2,3 Tonnen schwere Solar Impulse irgendwann 2016 wieder in Abu Dhabi landet, wird sie rund 35.000 Kilometer ohne einen Tropfen Sprit zurückgelegt haben. Die Schweizer wollen damit ihre Vision einer komplett emissionsfreien Energieversorgung untermauern.

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