In 5 Tagen nach Hawaii 29.06.2015, 14:18 Uhr

Solar Impulse 2 wagt gefährliche Pazifiküberquerung

Endlich ist es so weit: Pilot André Borschberg fliegt als erster Mensch in einem Solarflugzeug über den Pazifik von Japan nach Hawaii. Der Punkt ohne Wiederkehr ist bereits überschritten. 

Start der Solar Impulse 2 im japanischen Nagoya: Fünf Tage und fünf Nächte wird Pilot André Borschberg unterwegs sein.<strong> </strong>

Start der Solar Impulse 2 im japanischen Nagoya: Fünf Tage und fünf Nächte wird Pilot André Borschberg unterwegs sein. 

Foto: Solar Impulse

Pilot André Borschberg ist im japanischen Nagoya am Montagmorgen um 3:00 Uhr Ortszeit in die Solar Impulse 2 gestiegen. Jetzt fliegt er fünf Tage lang nonstop mit der Solar Impulse über den Pazifik. „Bin jetzt unterwegs nach Hawaii“, twitterte Borschberg aus dem Flugzeug. Starke Emotionen hätten ihn ergriffen, als er den point-of-no-return überschritt. Um 10.45 Uhr deutscher Zeit twitterte er: „Ich fühle mich hier oben ein bisschen einsam, bin aber sehr gespannt auf den Rest des Flugs. Der Moment der Wahrheit.“

Für die Crew der Solar Impulse 2 bedeutet der Start Erleichterung: Wochenlang hing der Solarflieger in Japan fest, ein Flugfenster nach dem anderen schloss sich. Das Wetter wollte einfach nicht mitspielen. „Jeden Tag müssen wir genug Energie von der Sonne einsammeln, um Tag und Nacht zu fliegen“, erklärte Borschberg. Das war in den letzten Wochen aber nicht gewährleistet.

Gruß von André Borschberg auf Twitter: Der Pilot fliegt in rund 6000 m Höhe und muss eine Sauerstoffmaske tragen.

Gruß von André Borschberg auf Twitter: Der Pilot fliegt in rund 6000 m Höhe und muss eine Sauerstoffmaske tragen.

Foto: André Borschberg/Solar Impulse

Zudem gab es über dem Pazifik eine Kaltfront, die den Flug um einen Tag verlängert hätte. Und dann musste die Crew noch einen Flügelschaden reparieren, den sich der Solarflieger bei der Landung in Japan zugezogen hatte.

Pazifiküberquerung bringt Pilot Borschberg an Belastungsgrenze

Der 8172-km-Flug wird Borschberg an die Grenze der körperlichen Belastungsfähigkeit führen: Fünf Tage und fünf Nächte sitzt der 62-Jährige im Cockpit. Er muss die meiste Zeit wach bleiben und darf sich lediglich acht 20-minütige Powernaps leisten. Ertragen kann er das nur, weil er meditiert und Yogaübungen im Sitzen macht.

Trotzdem bleibt der Flug Neuland, wie Borschberg im Interview mit der Nachrichtenagentur AP erklärt: „Kann ich diese Etappe wach bleiben und kann ich dieses Flugzeug steuern, kann ich meine Energie auf dem richtigen Niveau halten, kann ich die Nerven behalten, meinen Geisteszustand bewahren, um dieses Flugzeug nach Hawaii zu bekommen?“

Pilot André Borschberg in der Solar Impulse 2: „Ich fühle mich hier oben etwas einsam, bin aber auf den Rest des Fluges gespannt, der Moment der Wahrheit.“ 

Pilot André Borschberg in der Solar Impulse 2: „Ich fühle mich hier oben etwas einsam, bin aber auf den Rest des Fluges gespannt, der Moment der Wahrheit.“ 

Foto: André Borschberg/Solar Impulse

Auch die großen Temperaturunterschiede sind anstrengend: Tagsüber fliegt Borschberg in 1500 m Höhe. Die Temperatur im Cockpit steigt bis auf 40 °C. Nachts steigt der Solarflieger auf 8500 m, um in den Segelflug überzugehen und die Motoren und Lithiumbatterien zu schonen. Die Temperatur sinkt auf -20 °C. Im Cockpit gibt es weder Klimaanlage noch einen Druckausgleich. Borschberg: „Es ist jeden Tag Winter und Sommer im Cockpit.“

Phoenix und New York stehen noch auf dem Flugplan

Nach Hawaii soll die Solar Impulse in Phoenix und New York landen. Danach geht es über den Atlantik zurück nach Europa. Anfang August 2015 ist die Rückkehr in die Vereinigten Arabischen Emirate geplant. Von dort war das Solarflugzeug am 9. März gestartet, um den Beweis anzutreten, dass ein Flugzeug mit Sonnenenergie die Welt umrunden kann. Bislang machte der Solarflieger Zwischenstationen in Oman, Indien, Myanmar und China. 

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