Wenig Hoffnung auf Überlebende 25.03.2014, 13:52 Uhr

Satellitendaten ausgewertet: MH370 stürzte in den Indischen Ozean

Die verschwundene Boeing 777-200 ist mitten im Indischen Ozean westlich der australischen Stadt Perth abgestürzt ist. Das hat nun die Auswertung von Satellitendaten ergeben. In diesem extrem abgelegenen Seegebiet finden die Suchtrupps immer mehr Objekte, die von dem abgestürzten Flugzeug stammen können.

Kontrollzentrum der australischen Royal Air Force: 2500 Kilometer westlich der australischen Stadt Perth ist die Boeing 777 der Malaysia Airways abgestürzt. Die Suche nach den Trümmern geht weiter.

Kontrollzentrum der australischen Royal Air Force: 2500 Kilometer westlich der australischen Stadt Perth ist die Boeing 777 der Malaysia Airways abgestürzt. Die Suche nach den Trümmern geht weiter.

Foto: Commonwealth of Australia/Oliver Carter

Die britische Behörde für die Ermittlung von Flugunglücken AAIB und die britische Firma Immarsat haben offenbar die letzte Position des Todesflugs MH370 ermittelt. Der Regierungschef von Malaysia, Najib Razak, ist sich deshalb sicher, dass die letzte Position des Fluges MH370 mitten im Indischen Ozean westlich von Perth war. „Das ist ein abgelegener Ort, weit weg von jeglichem möglichem Landeplatz“, sagte Razak.

Keine Hoffnung auf Überlebende

Razak machte deutlich, dass es keine Hoffnung auf Überlebende der Boeing 777-200 gibt, die am Samstag, 8. März, plötzlich von den Radarschirmen verschwunden war. Das Seegebiet gehört zu den abgelegensten der Erde. „Vermutlich ist sogar in der Antarktis mehr los, dort gibt es immerhin Forschungsstationen“, sagt Jan Steffen vom Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel. Die Region liegt in den sogenannten „Roaring Forties“, einem Gebiet jenseits des vierzigsten Breitengrades, wo besonders starke Strömungen herrschen und ein kräftiger Westwind weht.

Australisches Militärs entdecken Trümmerteile im Meer

Nach Angaben der australischen Seesicherheitsbehörde hat ein australisches Aufklärungsflugzeug Objekte in dem Seegebiet etwa 2.500 Kilometer südwestlich der westaustralischen Stadt Perth entdeckt. Es war das erste Mal, dass mögliche Wrackteile von einem niedrig fliegenden Flugzeug aus gesehen wurden. Alle anderen Entdeckungen stammten von Satellitenbildern. Dabei handelt es sich um ein rechteckiges orangefarbenes und um ein rundes graues oder grünes Stück – das war nicht genau auszumachen.

Ob diese beiden Stücke tatsächlich von der gesuchten Maschine stammen, ist allerdings noch nicht sicher. Der australische Ministerpräsident Tony Abbot sagte im Parlament: „Wir wissen noch nicht, ob diese Teile zu Flug MH370 gehören, es kann auch gewöhnliches Treibgut sein.“ Die eigentliche Arbeit für die Such- und Bergungstrupps beginnt nun erst richtig, denn die Trümmer sind wegen der starken Strömungen schon über hunderte von Kilometern im Meer verteilt.

Eine Frau in Kuala Lumpur schreibt eine Botschaft der Hoffnung für die Opfer des Fluges MH370: Inzwischen ist klar, dass die Boeing der Malaysia Airways im Indischen Ozean abgestürzt ist.

Eine Frau in Kuala Lumpur schreibt eine Botschaft der Hoffnung für die Opfer des Fluges MH370: Inzwischen ist klar, dass die Boeing der Malaysia Airways im Indischen Ozean abgestürzt ist.

Foto: dpa

Deshalb dürfte es sich um eine der teuersten Suchaktionen der Geschichte handeln, um letzte Gewissheit vom Ende des Flugs MH370 zu erhalten. Thomas Friesacher, Luftfahrtexperte von Aeroxpert, verweist auf den Absturz des Air-France-Airbusses 2009 vor der brasilianischen Küste. Die Unglücksstelle war dem Festland wesentlich näher, zudem kannten die Suchmannschaften die Position des Absturzes wesentlich genauer, als es nun der Fall ist. Diese Suche damals kostete knapp 40 Millionen Euro. „Jetzt wird es wahrscheinlich sehr viel teurer, vielleicht ein Vielfaches“, vermutet Friesacher.

Blackbox funkt nur noch zwei Wochen – danach ist Funkstille

Das US-Verteidigungsministerium teilte mit, ein spezielles Suchgerät der US-Marine solle die Blackbox des Flugzeugs aufspüren. Der Detektor sei eine Art Unterwassermikrofon und könne Signale des Flugschreibers bis zu einer Meerestiefe von 6000 Metern erkennen. Das reicht von der technischen Reichweite aus, weil das Meer in dem nun eingegrenzten Absturzgebiet etwa 4000 Meter tief ist. Und so weit geht auch die Funkreichweite der Blackbox. Allerdings drängt die Zeit: Die Batterie der Blackbox dürfte nur noch bis zum 7. April in der Lage sein, Signale an die Meeresoberfläche zu senden. Danach ist Funkstille.

China kritisiert fehlende Beweise für Absturz

China bat inzwischen die malaysische Regierung um alle Informationen und Beweise, die zu der Schlussfolgerung über den Absturz geführt haben. Chinesische Experten reagierten zurückhaltend auf die Absturzthese. Es brauche noch „eine beträchtlich lange Zeit“, um die Schlussfolgerung zu verifizieren, sagte der Luftverkehrsexperte Wu Peixin der chinesischen Zeitung China Daily.

Außerhalb der Satellitenfirma Immarsat, dem britischen Absturzermittlern von AAIB und der malaysischen Regierung habe niemand „solide Beweise“ wie etwa Wrackteile gesehen. Der Kommentator für Militärfragen, Song Xiaojun, forderte laut China Daily, dass die Satellitendaten auch von anderen Spezialisten analysiert werden müssten. Ohne Trümmerteile seien die Ableitungen „ein bisschen blind“ gezogen worden.

Ein Schiff der australischen Marine, die „HMAS Sucess“, ist unterwegs in die Region. Die australische Meeressicherheitsbehörde AMSA erweiterte inzwischen das Suchgebiet von 59.000 auf 68.500 Quadratkilometer. China schickte einen Eisbrecher auf die Suche nach Objekten. Sechs weitere chinesische Schiffe und 20 Fischerboote wurden ebenfalls in die entlegene Region entsandt.

Angehörige: „Bringt unsere Verwandten zurück“

Derweilen ist die Wut der Angehörigen der 153 Chinesen an Bord der Maschine groß. Etwa 200 Angehörige von Passagieren des Unglücksflugs MH370 haben am heutigen Dienstag vor der malaysischen Botschaft in Peking protestiert. „Bringt unsere Verwandten zurück“, schrien die aufgebrachten Hinterbliebenen.

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