Neues Bild vom Kometen 67P 11.03.2014, 13:28 Uhr

Rosettas Zielkomet spuckt Gas und Staub und leuchtet erstaunlich hell

Eine aktuelle Aufnahme von 67P, dem Zielkometen der europäischen Raumsonde Rosetta, überrascht die Astronomen: Der Komet erscheint heller als sein inaktiver Kern erwarten ließe. Auf dem Weg zur Sonne beginnt das Eis auf 67P zu verdampfen. Rosetta soll den Kometen ab August begleiten.  

Nach elfjähriger Reise soll die Raumsonde Rosetta im August 2014 den Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko erreichen. Auf der Fotomontage ist rechts das Labor Philae zu sehen, das Rosetta auf dem Kometen im November absetzen wird.

Nach elfjähriger Reise soll die Raumsonde Rosetta im August 2014 den Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko erreichen. Auf der Fotomontage ist rechts das Labor Philae zu sehen, das Rosetta auf dem Kometen im November absetzen wird.

Foto: ESA

Eine Weile war 67P/Tschurjumow-Gerassimenko von der Bildfläche verschwunden, aber nun ist der Zielkomet der ESA-Mission Rosetta wieder im Blickfeld der Astronomen. Seit Anfang Oktober 2013 blieb 67P für über vier Monate hinter der Sonne und war deshalb von der Erde aus unsichtbar. In der jüngsten Aufnahme, die den Wissenschaftlern des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung (MPS) und der Europäischen Südsternwarte (ESO) am 28. Februar 2014 mit Hilfe des Very Large Telescope gelang, zeigt sich der Komet heller als ein inaktiver Kern allein erwarten ließe.

Im November soll die Sonde Rosetta das Labor Philae auf dem Kometen 67P/Churyumov-Gerasimenko absetzen. Die Fotomontage der ESA zeigt das Labor auf der rauhen Oberfläche des Kometen.

Im November soll die Sonde Rosetta das Labor Philae auf dem Kometen 67P/Churyumov-Gerasimenko absetzen. Die Fotomontage der ESA zeigt das Labor auf der rauhen Oberfläche des Kometen.

Foto: ESA

Die Astronomen vermuten, dass vom Kometen auf seinem Weg zur Sonne bereits jetzt Eis verdampft und eine sehr dünne Atmosphäre um den Kern bildet. Im August dieses Jahres wird die Raumsonde Rosetta den Kometen erreichen und bis mindestens Ende 2015 auf seinem Weg um die Sonne begleiten.

Der Komet ist 50 % heller als im Oktober

Um den Kometen aus einer Entfernung von 740 Millionen Kilometern sichtbar zu machen, überlagerten die Wissenschaftler mehrere Aufnahmen, die zu verschiedenen Zeiten am 28. Februar entstanden waren. Zuvor verschoben sie die Bilder leicht, um die Bewegung des Kometen auszugleichen. Die eigentlich fixen Sterne erscheinen dadurch als breit verschmierte Striche. Durch Herausrechnen des Sternenhintergrundes kommt der Komet selbst als winziger Punkt im All zum Vorschein.

Was so unspektakulär aussieht, ist für die Forscher trotzdem aussagekräftig. Denn schon jetzt ist 67P/Tschurjumow-Gerassimenko um 50 Prozent heller als auf dem letzten Bild vom Oktober 2013. Zwar hat sich der Komet in der Zwischenzeit der Erde um weitere 50 und der Sonne um weitere 80 Millionen Kilometer genähert, doch der Helligkeitsanstieg ist größer als erwartet.

Der Komet 67P/Tschurjumow-Gerassimenko, aufgenommen am 28. Februar 2014 mit Hilfe des Very Large Telescope. Links im Bild: Um den Kometen sichtbar zu machen, überlagerten die Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung mehrere Aufnahmen. Die Bilder wurden zudem um die Bewegung des Kometen verschoben. Die Sterne im Hintergrund erscheinen dadurch als breit verschmierte Striche. Rechts: Durch Subtrahieren des Sternenhintergrundes wird der Komet sichtbar.

Der Komet 67P/Tschurjumow-Gerassimenko, aufgenommen am 28. Februar 2014 mit Hilfe des Very Large Telescope. Links im Bild: Um den Kometen sichtbar zu machen, überlagerten die Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung mehrere Aufnahmen. Die Bilder wurden zudem um die Bewegung des Kometen verschoben. Die Sterne im Hintergrund erscheinen dadurch als breit verschmierte Striche. Rechts: Durch Subtrahieren des Sternenhintergrundes wird der Komet sichtbar.

Foto: ESO/C. Snodgrass/Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung

„Das neue Bild spricht dafür, dass der Komet bereits in einer relativ großen Entfernung von der Sonne beginnt, Gas und Staub zu spucken“, erklärt Colin Snodgrass vom MPS. Dies bestätigt Auswertungen aus dem vergangenen Jahr, in denen die Forscher Aufnahmen aus zurückliegenden Sonnenumläufen verglichen hatten.

Die nächsten Monate werden auf jeden Fall spannend, denn schließlich wollen die Wissenschaftler wissen, was die Raumsonde Rosetta bei ihrer Ankunft am Kometen erwartet. In enger Zusammenarbeit mit der ESA wollen Snodgrass und seine Kollegen deshalb überwachen, wie sich die Helligkeit des Kometen entwickelt.

Im Laufe dieses Monats werden alle Instrumente von Rosetta getestet

Zeitgleich wird im Europäischen Raumflugkontrollzentrum (ESOC) in Darmstadt daran gearbeitet, Rosetta für das Zusammentreffen mit 67P fit zu machen. Erst im Januar 2014 war die Raumsonde aus einem zweieinhalbjährigen energiesparenden Tiefschlaf aufgeweckt worden.

Damit hatte die letzte Phase einer sehr langen Reise begonnen, die in einer der ehrgeizigsten Manöver der Raumfahrtgeschichte enden soll. Seit genau zehn Jahren ist Rosetta auf dem Weg für ein Rendezvous mit 67P und wenn alles wie geplant läuft, wird Rosetta im August dieses Jahres ihr Ziel erreichen und das mitgebrachte autonome Minilabor „Philae“ im November auf dem vier Kilometer großen Kometen absetzen.

Noch in diesem Jahr werden die ESA-Raumsonde Rosetta und der Komet 67P/Tschurjumow-Gerassimenko zusammentreffen. 

Noch in diesem Jahr werden die ESA-Raumsonde Rosetta und der Komet 67P/Tschurjumow-Gerassimenko zusammentreffen. 

Foto: ESA

Gemeinsam werden sich beide dann weiter der Sonne nähern und im August 2015 den sonnennächsten Punkt erreichen. Diese Begegnung wird Philae zwar wegen der großen Hitze nicht überleben, aber bis dahin soll die Sonde Proben entnommen und analysiert haben.

Rosetta wird für das Zusammentreffen mit dem Kometen vorbereitet

Für das Zusammentreffen mit 67P und zur Vorbereitung des äußerst komplizierten Landemanövers sind die Mitarbeiter des ESOC zurzeit damit beschäftigt, die Hardwarekomponenten und die Instrumente der Raumsonde ausführlich zu testen und zu kalibrieren. Die Aktivierung des OSIRIS-Kamerasystems ist für den 17. März 2014 vorgesehen. Alle weiteren Instrumente der Raumsonde sollen danach innerhalb von sechs Wochen ebenfalls ihre Arbeit aufnehmen.

Im Mai 2014 beginnen dann die Manöver, die Rosetta in die Nähe des Kometen bringen sollen. Behielte Rosetta ihren jetzigen Kurs würde die Raumsonde etwa 50 000 Kilometer an 67P vorbeifliegen. Nach der Kursanpassung soll Rosetta am 6. August dem Kometen bis auf 100 Kilometer nahe sein.

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