Deutscher Raumtransporter Albert Einstein 04.11.2013, 15:29 Uhr

Rekord: Sechs Tonnen Weltraum-Müll planmäßig verglüht

Der deutsche Raumtransporter Albert Einstein hat seine Mission planmäßig erfüllt. Er verglühte am am Samstag auf dem Rückweg von der Internationalen Raumstation ISS beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre ­­– und mit ihm sechs Tonnen Weltraum-Müll. Mit 20 Tonnen Gewicht war Einstein der bisher schwerste Transporter, der je mit einer Ariane-Rakete ins All gebracht wurde. 

Gebührend verabschiedet: Kurz nachdem der Raumtransporter Albert Einstein von der ISS abgelegt hatte, entstand dieses Foto von den ISS-Astronauten – in Anlehnung an das berühmte Foto des Nobelpreisträgers, das ihn an seinem 72. Geburtstag mit ausgestreckter Zunge zeigt. 

Gebührend verabschiedet: Kurz nachdem der Raumtransporter Albert Einstein von der ISS abgelegt hatte, entstand dieses Foto von den ISS-Astronauten – in Anlehnung an das berühmte Foto des Nobelpreisträgers, das ihn an seinem 72. Geburtstag mit ausgestreckter Zunge zeigt. 

Foto: ESA/NASA

So groß wie ein Doppeldecker-Bus konnte das Automatische Transferfahrzeug (ATV) Albert Einstein auch soviel Abfall wie bisher noch kein anderes Fahrzeug von der ISS abtransportieren. Fünf Monate und insgesamt vier Millionen Flugkilometer umfasste die Mission und sie verlief völlig nach Plan.  Zuletzt verglühte Albert Einstein samt Weltraum-Müll über einem unbewohnten Gebiet im Südpazifik, wie die Europäische Weltraumorganisation ESA informierte.

ISS-Crew beobachtete das Verglühen 

Während der Transporter in die oberste Schicht der Atmosphäre eintrat, konnte die Besatzung der ISS das spektakuläre Schauspiel beobachten. Dafür musste das Raumfahrzeug einige schwierige Manöver schaffen. Während er an der ISS angekoppelt war, musste der Raumtransporter sechsmal seine Triebwerke zünden, um die geplante Bahn einhalten zu können. Aus den Beobachtungen wollen die ESA-Wissenschaftler der ESA Schlüsse ziehen, wie sie das Verglühen noch besser steuern können.

Europas größtes und technisch bestes Raumfahrzeug

Es war der vierte Versorgungstransporter, der bisher von der ESA zur ISS gesendet wurde. Mit einer Ariane-5-Rakete startete Albert Einstein am 5. Juni 2013 vom Weltraumbahnhof Französisch-Guyana aus und dockte bereits zehn Tage später an der ISS an. Gebaut wurde der nach dem Physik-Nobelpreisträger benannte Transporter im Bremer Werk der EADS-Tochter Astrium. Es war das bisher größte und technisch beste Raumfahrzeug, das je in Europa gebaut wurde. 

Bevor Albert Einstein seine Reise ins All antrat wurde der Raumtransporter bei Astrium in Bremen getestet.

Bevor Albert Einstein seine Reise ins All antrat wurde der Raumtransporter bei Astrium in Bremen getestet.

Foto: Astrium

Albert Einstein hatte eine Rekordfracht von sieben Tonnen und 1400 Teilen an Bord, als er an der ISS andockte. Die sechsköpfige Crew bekam neben Treibstoff, Trinkwasser und Sauerstoff auch Schlafanzüge, Socken, Erdbeeren und Lasagne gebracht. Während seines Aufenthaltes im Orbit, war der Transporter ein zusätzlicher Aufenthaltsort für die Astronauten der ISS. Außerdem half er der ISS, seine Bahn zu halten, die ständig ein wenig an Höhe verliert.

Einstein-Nachfolger „Lemaître“ steht schon bereit

Vor zwei Jahren stellte die amerikanische Raumfahrtbehörde NASA ihren Shuttledienst zur ISS ein. Die Automatischen Transferfahrzeuge (ATV) aus Europa sind derzeit die größten Raumfrachter, um Material zur ISS zu transportieren. Der fünfte Versorgungsflug des Einstein-Nachfolgers „Georges Lemaître“ ist vertragsgemäß für Juni 2014 geplant. Wie die ESA mitteilte, steht er schon auf dem Weltraumflughafen bereit, nachdem er per Schiff nach Französisch-Guayana gebracht wurde. Private Unternehmen aus den USA wie SpaceX und Orbital Sciences übernehmen ebenso Versorgungsflüge zur ISS. 

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