Sturzflug auf Kometen 05.02.2015, 16:15 Uhr

Raumsonde Rosetta geht auf Tuchfühlung zu Tschuri

Die ESA-Raumsonde Rosetta, die vor drei Monaten das Mini-Labor Philae auf Tschuri abgesetzt hat, wird dem Kometen nun selbst äußerst nahe kommen. Am 14. Februar werden die Kameras Aufnahmen aus nur sechs Kilometer Höhe machen.

Am 14. Februar 2015 soll Rosetta den Kometen Tschuri in sechs Kilometer Höhe überfliegen. Die Forscher wollen dann Geruchs- und Geschmacksproben von der innersten Atmosphäre des Kometen nehmen. 

Am 14. Februar 2015 soll Rosetta den Kometen Tschuri in sechs Kilometer Höhe überfliegen. Die Forscher wollen dann Geruchs- und Geschmacksproben von der innersten Atmosphäre des Kometen nehmen. 

Foto: ESA

Bis vorgestern kreiste Raumsonde Rosetta in einer Umlaufbahn in 26 Kilometer Höhe über dem Kometen Tschuri. Das ist nun vorbei, denn die Wissenschaftler planen eine Reihe von Manövern und Änderungen des Orbits. In den kommenden Tagen wird sich Rosetta zunächst von Tschuri bis auf 142 Kilometer entfernen – aber nur, um ihm anschließend noch einmal extrem nahe zu kommen. Am 14. Februar, um 13.41 Uhr Mitteleuropäischer Zeit, soll Rosetta den größeren Teil des zweigeteilten Kometen in nur sechs Kilometer Höhe überfliegen.

Während Philae schläft, macht Rosetta ihre Arbeit wie geplant

Vor drei Monaten, am 12. November 2014, wurde Philae zum unumstrittenen Star der Rosetta-Mission. Das Mini-Labor hatte sich von seinem Mutterschiff, der Sonde Rosetta, gelöst und war auf dem Kometen Churyumov-Gerasimeno, kurz Tschuri, gelandet. Die an sich erfolgreiche Mission wurde damals nur dadurch etwas getrübt, dass Philae nach ein paar Hopsern etwas unglücklich zum Stehen kam, so dass die geplante Aufladung der Batterien mit Sonnenenergie vorerst ausbleibt. Seither schläft Philae und könnte vielleicht im Mai erst wieder genügend Energie haben.

Die Raumsonde Rosetta entfernt sich vom Kometen Tschuri in den kommenden Tagen auf bis zu 142 Kilometer. Anschließend nähert sie sich dem Kometen auf sechs Kilometer. Die Wissenschaftler erhalten dann hochaufgelöste Oberflächenmessungen. 

Die Raumsonde Rosetta entfernt sich vom Kometen Tschuri in den kommenden Tagen auf bis zu 142 Kilometer. Anschließend nähert sie sich dem Kometen auf sechs Kilometer. Die Wissenschaftler erhalten dann hochaufgelöste Oberflächenmessungen. 

Foto: ESA

Die Wissenschaftler im Missionskontrollzentrum in Darmstadt haben natürlich dennoch keine Pause, denn die Sonde Rosetta macht ihre Arbeit wie geplant. „Der kommende Überflug erlaubt uns besondere wissenschaftliche Beobachtungen“, sagt Matt Taylor, einer der Rosetta-Wissenschaftler der Europäischen Raumfahrtorganisation ESA. „Wir bekommen hoch aufgelöste Oberflächenmessungen in verschiedenen Wellenlängen und wir können Geruchs- oder Geschmacksproben von der innersten Atmosphäre des Kometen nehmen.“

Ausschau halten nach Staub und Gasen

Die Wissenschaftler haben sich die sogenannte Imhotep-Region ausgesucht, in der Tschuri am aktivsten ist. Speziell wollen sie dort nach Zonen Ausschau halten, in denen Gase und Staub von der Kometenoberfläche geschleudert werden. Die spannende Frage ist, wie sich diese Bestandteile dann in größerer Entfernung und in der nebligen Hülle des Kometen, der Koma, verhalten.

Dieses Bild von Tschuri schoss Rosetta am 26. Januar 2015. Die Raumsonde war zu diesem Zeitpunkt 27,7 Kilometer von der Oberfläche entfernt. 

Dieses Bild von Tschuri schoss Rosetta am 26. Januar 2015. Die Raumsonde war zu diesem Zeitpunkt 27,7 Kilometer von der Oberfläche entfernt. 

Foto: ESA

Bekannt ist außerdem, dass die Oberfläche von Tschuri extrem dunkel ist und nur sechs Prozent des einfallenden Lichtes reflektiert. Den dichten Überflug am 14. Februar haben die Wissenschaftler so geplant, dass die Sonne hinter dem Kometen steht und schattenfreie Bilder erlaubt. Während Rosettas Instrumente beobachten, wie Tschuri bei unterschiedlichen Winkeln zur Sonne seine Reflektivität verändert, erhoffen sich die Wissenschaftler genauere Erkenntnisse über die staubige Oberfläche des Kometen.

Je näher Tschuri der Sonne kommt, desto aktiver wird er

„Nach dem sehr nahen Überflug beginnt eine neue Phase für Rosetta“, sagt Sylvain Lodiot von der ESA. „Es wird dann mehrere Vorbeiflüge aus Entfernungen zwischen 15 und 100 Kilometern geben.“ Damit können die elf Instrumente an Bord optimal ausgelastet werden. Bei einigen der kommenden näheren Überflüge wird Rosetta außerdem mit der Rotation von Tschuri beinahe vollständig synchronisiert sein, so dass einzelne Punkte auf der Oberfläche näher beobachtet werden könnten.

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