ESA wählt DLR 21.02.2014, 13:30 Uhr

Raumsonde Plato soll nach Leben auf fremden Planeten suchen

Mit der Raumsonde Plato will die Europäische Weltraumagentur ESA ab 2024 nach Leben auf fremden Planeten suchen. Unter Leitung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). Innerhalb von sechs Jahren wollen Forscher etwa eine Million Sterne untersuchen. 

Mit 34 Kameras beobachtet die Raumsonde Plato helle Sterne und Schatten vorbeiziehender Planeten. Das System registriert auch die Schwingungen der Sterne, so dass Forscher Aufbau, Radius und Alter ermitteln können. 

Mit 34 Kameras beobachtet die Raumsonde Plato helle Sterne und Schatten vorbeiziehender Planeten. Das System registriert auch die Schwingungen der Sterne, so dass Forscher Aufbau, Radius und Alter ermitteln können. 

Foto: ESA

Ein weltraumgestütztes Observatorium mit 34 Teleskopen und Kameras wird auf Spurensuche im All gehen. In 1,5 Millionen Kilometern Entfernung zur Erde soll die Raumsonde Plato – das steht für „Planetare Transite und Oszillationen von Sternen“ – für mindestens sechs Jahre den Himmel beobachten. Die Planetenforscher hoffen auf die Entdeckung Tausender neuer Planeten an anderen Sternen.

„Es geht zunächst einmal darum, ein Planetensystem zu finden, das unserem Sonnensystem ähnlich ist“, erklärt die Leiterin des Plato-Instrumentenkonsortiums vom DLR, Heike Rauer. Die 34 einzelnen Teleskope auf der Beobachtungsplattform werden dafür zusammengeschaltet und gebündelt. „Wir werden Planeten finden, die ihren sonnenähnlichen Stern in der lebensfreundlichen, der habitablen Zone umkreisen: Planeten, auf deren Oberfläche Wasser vorhanden sein könnte und auf denen dann vielleicht sogar die Entwicklung von Leben, wie wir es kennen, möglich wäre.“

Mit Licht- und Schwingungsmessungen dem Leben auf der Spur

Um Planeten aufzuspüren, die um einen hellen Stern kreisen, nutzen die Wissenschaftler eine indirekte Methode. Sie beobachten einen hellen Stern. Zieht dann ein Planet in seiner Umlaufbahn vorbei, schwächt er dabei sein Licht leicht ab. Gleichzeitig soll Plato die Schwingungen der Sterne vermessen. So erfahren die Planetenforscher nicht nur, ob und wo es weitere Planeten außerhalb unseres Sonnensystems gibt, sie können mit Hilfe der Messwerte auch ihren Aufbau, ihren Radius und ihr Alter bestimmen.

Die Hälfte des Himmels will die Mission beobachten und dabei etwa eine Million Sterne untersuchen. Sie wird sich darauf konzentrieren, mit der Erde vergleichbare Planeten zu finden – in einer Entfernung zum Zentralstern, bei der flüssiges Oberflächenwasser existieren könnte.

Hoffnung auf neue Erkenntnisse über unsere Erde

Neben der Suche nach einer zweiten Erde, auf dem Menschen leben könnten, erhoffen sich die Wissenschaftler aber auch weitere Erkenntnisse über unseren Heimatplaneten und die Entwicklung von Planetensystemen. „Die Beobachtung von Planeten in vielen verschiedenen Stadien der Entwicklung eines Planetensystems wird uns Hinweise auf die Vergangenheit und die Zukunft unseres Sonnensystems erlauben“, betont Tilman Spohn vom DLR. Bisher ist das Wissen über das Alter von extrasolaren Planeten noch sehr gering, Plato wird den Forschern viele neue Daten liefern.

Kosmische Vision der europäischen Weltraumorganisation

Plato gehört zum ESA-Programm Kosmische Vision für die Jahre 2015 bis 2025. Die Mission folgt auf die Missionen Corot und Kepler, die nach langer Laufzeit im vergangenen Jahr eingestellt wurden. Beide Missionen entdeckten zahlreiche Exoplaneten. Plato ist die dritte Mission der Kategorie M neben Sonnenorbiter und Euclid. Der Sonnenorbiter startet 2017 zur Untersuchung der Sonne und des Sonnenwinds aus einer Entfernung von weniger als 50 Millionen Kilometern, während sich Euclid nach seinem für 2020 geplanten Start mit dunkler Energie, Dunkler Materie und dem Aufbau des Universums befassen wird. 

Von Andrea Ziech Tags: ,

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