Von unterwegs 15.04.2016, 12:10 Uhr

Raumsonde ExoMars sendet erstes Bild zur Erde

Seit einem Monat ist die europäisch-russische Raumsonde ExoMars unterwegs und hat nun ihr erstes Foto geschickt. Alle Instrumente und auch das Kamerasystem funktionieren offenbar fehlerfrei. Im Oktober 2016 soll die Sonde auf dem Mars landen und die Suche nach Leben fortsetzen.

ExoMars: Die Aufnahme zeigt die europäisch-russische Raumsonde knapp sechs Minuten nach dem Start. Inzwischen ist sie seit einem Monat unterwegs zum Roten Planeten. Jetzt hat sie ihr erstes Foto geschickt. 

ExoMars: Die Aufnahme zeigt die europäisch-russische Raumsonde knapp sechs Minuten nach dem Start. Inzwischen ist sie seit einem Monat unterwegs zum Roten Planeten. Jetzt hat sie ihr erstes Foto geschickt. 

Foto: ESA/ATG medialab

Vor einem Monat, am 14. März 2016, startete die Sonde der europäisch-russischen Raumfahrtmission ExoMars und machte sich auf den rund 500 Mio. km langen Weg zum Roten Planeten. Dort soll die Mission im Oktober ankommen und die entscheidende Frage beantworten, ob es Leben auf dem Mars gegeben hat oder sogar immer noch gibt. Sowohl die europäische Raumfahrtagentur ESA als auch die russische Agentur Roskosmos sind derzeit erleichtert, weil nach den ersten Tests alle Instrumente von ExoMars sich in einem guten Zustand befinden. Das Kamerasystem hat nun auch erste Fotos von unterwegs geschickt.

Missionsteam macht sich mit dem Umgang aller Instrumente vertraut

Intensiv hatten die Missionswissenschaftler die beiden Hauptbestandteile der Mission auf ihre Funktionstüchtigkeit getestet. Sowohl der Trace Gas Orbiter TGO, als auch das Landemodul Schiaparelli erfreuen sich „bester Gesundheit“, wie die ESA wissen ließ. Der Orbiter TGO soll in die Umlaufbahn des Mars einschwenken und von dort aus die chemische Zusammensetzung der Atmosphäre mit nie dagewesener Genauigkeit untersuchen. Derweil wird sich das Landemodul Schiaparelli abtrennen und soll am 19. Oktober 2016 auf der Marsoberfläche landen. Abgesehen davon, was Schiaparelli finden könnte, wird alleine schon die – hoffentlich – kontrollierte sechsminütige Landung ein spektakuläres Ereignis werden. Die komplexe Landetechnologie soll sozusagen der Testlauf für spätere Missionen werden.

Aufbau der Raumsonde: Das Landemodul Schiaparelli wird sich nach rund siebenmonatiger Flugzeit abkoppeln und in die Atmosphäre stürzen – achtfach schneller als eine Gewehrkugel.

Aufbau der Raumsonde: Das Landemodul Schiaparelli wird sich nach rund siebenmonatiger Flugzeit abkoppeln und in die Atmosphäre stürzen – achtfach schneller als eine Gewehrkugel.

Quelle: ESA/ATG medialab

Bis zur Ankunft auf dem Mars sind noch ein paar Monate Zeit, währenddessen sich das Missionsteam im sicheren Umgang mit den Instrumenten an Bord übt. „Alle Systeme wurden aktiviert und überprüft, einschließlich Energieversorgung, Kommunikation, Startracker, Leitsystem und Navigation, alle Nutzlasten und auch Schiaparelli“, sagte Peter Schmitz von der ESA, der für den Betrieb der Sonde zuständig ist. „Gleichzeitig wird das Flugkontrollteam immer vertrauter im Betrieb dieser neuen und anspruchsvollen Sonde.“

Bilder zeigen einen willkürlich ausgewählten Himmelsabschnitt

Am 7. April wurde erstmals die hochauflösende Kamera an Bord des TGO angeschaltet, damit sie ihre ersten Bilder aus dem All liefern konnte. Die Bilder zeigen einen willkürlich ausgewählten Abschnitt am Himmel nahe des südlichen Himmelspols und wurden zusammengesetzt aus zwei Einzelaufnahmen, die aus leicht unterschiedlichen Winkeln mit Hilfe des Rotationsmechanismus der Kamera entstanden waren. „Das erste Einschalten verlief ohne Probleme, bislang sieht alles hervorragend aus“, sagte Nicolas Thomas von der Universität Bern, der das Kamerateam leitet. „Obwohl die Kamera nicht dafür entwickelt wurde, lichtschwache Sterne zu beobachten, sind diese ersten Aufnahmen sehr beruhigend. Alles sieht so aus, als ob wir auch vom Mars gute Daten bekommen werden.“

Für den Laien umspektakulär: Die ersten Bilder von ExoMars zeigen einen willkürlich ausgewählten Abschnitt am Himmel nahe des südlichen Himmelspols. Für ESA und Roskosmos bedeuten die Aufnahmen mehr: Die Raumfahrtagenturen gehen nun davon aus, dass sich alle Instrumente von ExoMars sich in einem guten Zustand befinden.

Für den Laien umspektakulär: Die ersten Bilder von ExoMars zeigen einen willkürlich ausgewählten Abschnitt am Himmel nahe des südlichen Himmelspols. Für ESA und Roskosmos bedeuten die Aufnahmen mehr: Die Raumfahrtagenturen gehen nun davon aus, dass sich alle Instrumente von ExoMars sich in einem guten Zustand befinden.

Quelle: ESA/Roscosmos/CaSSIS

Die ersten 83 der insgesamt rund 500 Mio. km liegen nun also hinter TGO und Schiaparelli, deren Kalibrierung und Konfiguration weiterhin getestet werden wird. Im Juli steht noch eine größere Kurskorrektur der Sonde an vor der geplanten Landung im Oktober. Für 2018 ist bereits die Folge-Mission zum Mars anberaumt. Dann soll ein Rover auf dem Planeten landen und mit einem Bohrer bis zu 2 m tief in die Oberfläche eindringen.

 

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