Neuer Flüssiggasantrieb 18.12.2014, 16:15 Uhr

Raumfahrernation Indien freut sich über erfolgreichen Testflug

Indien wappnet sich für die bemannte Raumfahrt: Am Donnerstagmorgen startete eine Rakete mit einem unbesetzten Passagiermodul erfolgreich zu einem Kurzausflug ins All. Zufrieden ist die indische Raumforschungsorganisation ISRO auch mit dem Entwicklungsstand des in Indien entwickelten Flüssiggasantriebs, der beim Testflug zum Einsatz kam. 

Die Rakete GSLV Mk-III startete vom Weltraumbahnhof Satish Dhawan Space Centre auf der südindischen Insel Sriharikota. Mit 630 Tonnen ist sie die schwerste Rakete, die Indien jemals in den Weltraum gebracht hat. 

Die Rakete GSLV Mk-III startete vom Weltraumbahnhof Satish Dhawan Space Centre auf der südindischen Insel Sriharikota. Mit 630 Tonnen ist sie die schwerste Rakete, die Indien jemals in den Weltraum gebracht hat. 

Foto: ISRO/dpa

Der Countdown läuft: Immer weiter nähert sich Indien seinem Ziel, in die bemannte Raumfahrt einzusteigen. Am Donnerstagmorgen startete vom Weltraumbahnhof Satish Dhawan Space Centre auf der südindischen Insel Sriharikota eine Rakete mit der Bezeichnung GSLV Mk-III zu einem ersten Testflug ins All. Sie enthielt ein Modul namens Crew Module Atmospheric Re-entry Experiment (CARE) mit Platz für Astronauten. Bei diesem Flug blieb es jedoch noch unbesetzt, wie die indische Raumforschungsorganisation ISRO mitteilte. Erste bemannte Flüge sind in sieben bis acht Jahren geplant.  

Start, Flug und Landung verliefen planmäßig

20 Minuten und 43 Sekunden dauerte der Flug, bis die nach fünfeinhalb Minuten in 126 Kilometer Höhe abgekoppelte, 3775 Kilo schwere Kapsel planmäßig rund 1600 Kilometer entfernt in die Bucht von Bengalen fiel – sanft gebremst von ihren Fallschirmen. Zwei S-200 Antriebe mit jeweils 207 Tonnen Festtreibstoff hatten beim Start gezündet. Wie geplant, trennten sie sich exakt 153,5 Sekunden später vom Rest der Rakete, nachdem ein weiterer Antrieb mit Flüssigtreibstoff schon eine halbe Minute zuvor eingesetzt hatte. Dieser ließ die Rakete die nächsten 204,6 Sekunden weiter aufsteigen.

Mit 630 Tonnen Gesamtgewicht die schwerste Rakete Indiens 

Insgesamt hatte die Rakete ein Gewicht von rund 630 Tonnen und war damit nach Angaben des indischen Fernsehsenders NDTV die schwerste, die Indien bisher in den Weltraum gebracht hatte. Ein Teil des Gewichts entfiel auf das Flüssiggas, mit dem die zweistufige Rakete betrieben wurde. Der neuartige Antrieb ist in Indien selbst entwickelt worden und hatte seine Premiere erst Anfang des Jahres. Wichtig bei diesem Verfahren ist, dass das Gas auf sehr niedrigen Temperaturen gehalten werden muss.

Zwei S-200 Antriebe mit jeweils 207 Tonnen Festtreibstoff hatten beim Start gezündet. Sie trennten sie sich exakt 153,5 Sekunden später vom Rest der Rakete.

Zwei S-200 Antriebe mit jeweils 207 Tonnen Festtreibstoff hatten beim Start gezündet. Sie trennten sie sich exakt 153,5 Sekunden später vom Rest der Rakete.

Foto: ISRO/dpa

Die zweite Stufe ist mit flüssigem Stickstoff gefüllt worden, um den bei einem realen bemannten Flug, der länger als die jetzt veranschlagten Minuten dauern würde, benötigten Treibstoff zu simulieren. Insgesamt soll die Rakete in der Lage sein, nicht nur Astronauten, sondern auch eine Ladung von bis zu elf Tonnen zu transportieren. ISRO zeigt sich in einer Pressemitteilung sehr zufrieden mit der Testmission – auch hinsichtlich der Arbeiten an dem Niedrigtemperatur-Flüssiggas-Antrieb. Ziel sei es, diese Technik zukünftig auch für die obere Stufe zu nutzen. 

Indien sieht sich auf der Erfolgsspur

Damit setzt Indien seine Serie von erfolgreichen Raumfahrt-Manövern fort. Erst im September hatte die ISRO die Sonde Mangalyaan zum Mars geschickt und direkt im ersten Anlauf in die Marsumlaufbahn einschwenken lassen. Ohne vorherige Fehlversuche war das bis zu dem Zeitpunkt noch keiner anderen Nation gelungen. Als Nächstes will das Schwellenland im Jahr 2016 einen Rover auf den Mond schicken. 2018 wäre dann der Mars dran – diesmal nicht der Orbit, sondern direkt die Oberfläche. 

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