Erster Satellit erfolgreich gestartet 26.02.2013, 15:06 Uhr

Österreich gehört jetzt zu den Weltraumnationen

Die Premiere für Österreich als neue Weltraumnation verlief planmäßig: Am 25. Februar um 13.31 Uhr MEZ startete der von der TU Graz gebaute Satellit TUGSAT-1 gemeinsam mit seinem Wiener Schwestersatelliten ins All.

 "TUGSAT-1" kreist im All. Projektleiter Otto Koudelka von der TU Graz ist stolz auf den reibungslosen Start des von ihm und seinem Team gebauten Satelliten.

 "TUGSAT-1" kreist im All. Projektleiter Otto Koudelka von der TU Graz ist stolz auf den reibungslosen Start des von ihm und seinem Team gebauten Satelliten.

Foto: TU Graz/Lunghammer

Eine gute Stunde später hatte die Bodenstation beim ersten Überflug den Kontakt hergestellt. Mindestens zwei Jahre lang soll die Kamera an Bord des Satelliten Daten über Helligkeitsschwankungen bestimmter Sterne sammeln.

Die Sternenkamera ist das Herzstück der Mission

Die Österreicher sind stolz auf ihren neuen Status als Weltraumnation. Der Launch vom südindischen Satish Dhawan Space Centre verlief einwandfrei, eine Trägerrakete hatte den Satelliten mit ins All genommen und sich von ihm in 800 Kilometern Höhe gelöst. Bei jedem Flug über Europa sendet TUGSAT-1, den das Team der TU Graz unter Otto Koudelka, dem Leiter des Instituts für Kommunikationsnetze und Satellitenkommunikation gebaut hat, nun Daten an die Grazer Bodenstation. Die TU Wien ist mit der zweiten Bodenstation ebenfalls am Projekt beteiligt. Ehrgeiziges Ziel der Forscher ist es, gemeinsam mit Kollegen aus Wien und Kanada dem Rätsel der Entstehung des Universums ein kleines Stück näher zu kommen.

Der Satellit TUGSAT-1 selbst hat eine Würfelform mit einer Kantenlänge von 20 Zentimetern und wiegt nur sieben Kilogramm. Darin untergebracht ist die Sternenkamera, das wissenschaftliche Herzstück der Mission. Sie wurde von den Universitäten Toronto und Wien entwickelt und verwendet einen Sensor von Kodak mit 4072 x 2720 Pixeln. Die Sternenkamera soll die Helligkeitsschwankungen massiver, sehr heller Sterne mit Hilfe differentieller Photometrie mit bisher nicht erreichter Genauigkeit messen. Mit der Photometrie, bei der im Wellenlängenbereich des ultravioletten und des sichtbaren Lichts gemessen wird, lässt sich die Dynamik chemischer Prozesse verfolgen.

TUGSAT-1 arbeitet präzise und ist besonders stabil

Eine wesentliche Innovation des Satelliten-Projektes liegt in seiner präzisen, miniaturisierten Dreiachsenstabilisierung. Drei von Kleinstelektromotoren angetriebene Schwungmassen stabilisieren den Satelliten im Raum. Sonnensensoren, die an allen Flächen angebracht sind, sowie ein Magnetometer dienen der Lagebestimmung. Die Feinausrichtung erfolgt mit dem so genannten „Star Tracker“, einer eigenen Kamera zur Aufnahme einer bekannten Sternenkonstellation. Drei Elektromagnetspulen ermöglichen einmal pro Umlauf des Satelliten, die von den Schwungrädern aufgenommenen Störmomente zu kompensieren. Ein eigener Prozessor ist für das Lageregelungssystem zuständig.

Das gesamte Projekt ist Teil der BRITE-Mission. BRITE, das für „Bright Target Explorer“ steht, beschäftigt sich mit der Erkundung der besonders hellen, massereichen und ihrer Natur nach instabilen Sterne. Davon gibt es etwa 340, von denen ein Großteil in der Milchstraße liegt. Forscher erhoffen sich neue Erkenntnisse über die Rotation und die inneren chemischen Vorgänge der hellen Sterne.

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