Weltraumteleskop Kepler 12.04.2016, 14:48 Uhr

Notfall im All: Schwächelnder Planetenjäger von Nasa wieder aufgepeppt

Die Aufregung bei der Nasa war groß: Bei einer Routinekontrolle mussten die Raumfahrtexperten feststellen, dass ihr Planetenjäger Kepler sich selbst in den Notfall-Modus geschaltet hatte. Was war geschehen, 120 Millionen Kilometer von der Erde entfernt? Würde das Weltraumteleskop womöglich ganz den Geist aufgeben?

Das Weltraumteleskop Kepler zieht in einer Entfernung von 120 Millionen Kilometer von der Erde seine Kreise und sucht Exoplaneten.

Das Weltraumteleskop Kepler zieht in einer Entfernung von 120 Millionen Kilometer von der Erde seine Kreise und sucht Exoplaneten.

Foto: Nasa

Das wäre ein echter Verlust: 2009 wurde Kepler von der  US-Raumfahrtbehörde Nasa in die Erdumlaufbahn gebracht und hat mit seinen Teleskopaugen seitdem über 4700 Hinweise auf extrasolare Planeten gefunden. Mehr als 1040 davon gelten inzwischen als bestätigt.

Kommunikation mit Kepler um 13 Minuten verzögert

Die Nasa nimmt regelmäßig mit dem Planetenjäger Kontakt auf. Und am 4. April arbeiteten alle Systeme des Weltraumteleskops noch einwandfrei. Doch bei einem Kontaktversuch wenige Tage später bemerkten die Wissenschaftler im Ames Research Center (ARC) der Nasa, dass Kepler sich selbst in den Notfallmodus geschaltet hatte.

120 Millionen Kilometer von der Erde entfernt – was Ursachenforschung und Reparatur nicht eben einfach machen. „Selbst mit Lichtgeschwindigkeit dauert es 13 Minuten bis ein Signal zu der Raumsonde und zurück gelangt“, erklärt Nasa-Missionsmanager Charlie Sobeck vom ARC.

Kepler hatte Suche nach Exoplaneten eingestellt

Das Problem am Notfallmodus: Er ist laut Nasa der „geringste Betriebsmodus, gleichzeitig verbraucht er aber viel Treibstoff“. Das Weltraumteleskop stellte also die Datenaufnahme für die Suche nach Exoplaneten ein und versuchte nun mit oberster Priorität, den Kontakt zur Basisstation auf der Erde aufrechtzuerhalten.

Suche im Zentrum der Milchstraße geplant

Die Panne kam zur Unzeit: Kepler sollte am vergangenen Donnerstag eigentlich völlig neu ausgerichtet werden und mit seinen Sensoren auf das Zentrum der Milchstraße zielen. Und dann gemeinsam mit weiteren Teleskopen am Boden – in Chile und Australien – die Suche nach noch unbekannten Exoplaneten fortsetzen.

Patient Kepler 2013: Hier waren zwei der vier Trägheitsräder des Weltraumteleskops defekt. Die Nasa-Ingenieure konnten Kepler damals helfen. 

Patient Kepler 2013: Hier waren zwei der vier Trägheitsräder des Weltraumteleskops defekt. Die Nasa-Ingenieure konnten Kepler damals helfen. 

Foto: Nasa

Stattdessen fand die Nasa den Planetenjäger transportunfähig vor. Er dümpelte nur vor sich hin, befand sich offenbar seit 14 Stunden im Notfall-Modus und brauchte Hilfe. 

„Das Raumfahrzeug ist wieder in Ordnung! :)“

Das gesamte vergangene Wochenende versuchten die Nasa-Wissenschaftler fieberhaft, das Kepler-Weltraumteleskop wieder in den normalen Betriebsmodus zu überführen. Am Sonntagmorgen war der Zustand des Patienten stabil: Die Kommunikationsantennen zeigten zur Erde und so konnten die Ereignisdaten, die zum Notfallmodus geführt hatten, gesendet werden. Inzwischen erfreut sich Kepler wieder bester Gesundheit: Er befindet sich wieder in dem Betriebszustand, der am wenigsten Treibstoff verbraucht. Erleichterung beim Kepler-Team der Nasa: „Es war ein langes Wochenende für Kepler und das Team, aber das Raumfahrzeug ist wieder in Ordnung! :)“ twitterten die Nasa-Wissenschaftler. 

Erde 2.0 entdeckt

Es war nicht die erste Kepler-Panne. Bereits im Mai 2013 wurde die ursprüngliche Mission abgebrochen, weil der Planetenjäger seine Orientierung verloren hatte. Seitdem sucht Kepler im begrenzten sogenannten K2-Modus nach Exoplaneten.

Die neue Erde, die das Kepler-Teleskop bei seiner Reise durchs All entdeckt hat, bietet angenehme Temperaturen und könnte sogar flüssiges Wasser aufweisen. Laut Nasa ist der neue Planet Kepler-452b von allen bekannten Planeten der Erde am ähnlichsten. 

Die neue Erde, die das Kepler-Teleskop bei seiner Reise durchs All entdeckt hat, bietet angenehme Temperaturen und könnte sogar flüssiges Wasser aufweisen. Laut Nasa ist der neue Planet Kepler-452b von allen bekannten Planeten der Erde am ähnlichsten. 

Foto: T. Pyle /Nasa/JPL-Caltech

Aber erfolgreich: Im Juli 2015 konnte die Nasa den bislang größten Erfolg der Keppler-Mission verkünden. Aus den Datenreihen filterten die Wissenschaftler die Existenz eines Planeten heraus, der die bisher größte Ähnlichkeit mit der Erde aufweist: Kepler-452b nannten sie diese Erde 2.0.

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