Raumfahrt 23.09.2011, 12:07 Uhr

Nasa stellt neue SLS-Rakete vor

Die USA stellen ihre Raumfahrt neu auf

Die neue Rakete, die Nasa-Chef Charles Bolden in Washington vorstellte, „wird Menschen dahin bringen, wo nie jemand zuvor gewesen ist – zu Asteroiden, zum Mars, in die Tiefen des Weltraums“.

Diese Rakete, bisher noch unter dem prosaischen Namen Space Launch System (SLS) geführt, soll zum Nachfolger der in diesem Jahr eingestellten US-Shuttle-Flotte werden. Mitte vergangener Woche wurde sie in Washington vorgestellt.

In der ersten Entwicklungsphase bis 2017 soll die SLS mit den vom Shuttle her bekannten Feststoffboostern betrieben werden, in einer fortgeschrittenen Phase sollen diese durch einen Antrieb aus flüssigem Wasserstoff und flüssigem Sauerstoff ersetzt werden. Hauptantrieb wird eine Variante des aktuellen Shuttle-Triebwerks sein.

Erste SLS-Rakete soll 2017 starten

2017 soll die erste SLS-Rakete abheben, vermutlich nach 2020 auch das erste Mal bemannt – mit sechs Astronauten in einer Kapsel auf der Spitze der gigantischen Rakete (siehe Kasten).

Doch auch die Kosten sind gigantisch: 18 Mrd. Dollar sollen es bis 2017 sein, in der US-Presse ist für die Zeit bis 2025 sogar von 63 Mrd. Dollar die Rede. So steht auch noch keineswegs fest, dass diese Rakete tatsächlich gebaut wird. Denn Geld ist derzeit knapp in den USA und auch bei der Nasa: Für 2012 soll der Nasa-Haushalt gegenüber ursprünglichen Planungen um 500 Mio. Dollar auf 17,9 Mrd. Dollar abgesenkt werden.

Auch die Erfahrungen mit dem Vorgänger des SLS-Programms machen nicht unbedingt zuversichtlich: Das 2004 noch von US-Präsident George W. Bush verkündete Constellation-Programm mit den Ares-Raketen lief schnell finanziell aus dem Ruder, geriet zeitlich deutlich ins Hintertreffen und damit politisch ins Abseits. 2009 wurde es von Präsident Barack Obama eingestellt.

SLS-Rakete: Notfallshuttle für die ISS

Die neue SLS-Rakete soll aber nicht nur Menschen zu fernen Himmelskörpern bringen, sie soll auch – im Notfall – die Internationale Raumstation ISS mit Menschen und Material versorgen können.

Damit rückt die Nasa von ihren eigenen Zielen ab: Denn die Versorgung des erdnahen Weltraums und der ISS wollte sie eigentlich privaten Anbietern überlassen.

Deshalb unterstützt die Nasa seit Jahren auch private Unternehmen wie SpaceX, Blue Origin, Boeing sowie Orbital mit Millionensummen bei der Entwicklung von Trägerraketen, die in absehbarer Zukunft Astronauten und Versorgungsgüter auf einer kommerziellen Basis zur ISS transportieren sollen. Allein in den nächsten beiden Jahren will die Nasa dafür 1,6 Mrd. Dollar lockermachen.

Ebenfalls in der letzten Woche hatten Nasa und das US-Raumfahrtunternehmen AKT sich darauf verständigt, Informationen über die Anfang dieses Jahres vorgestellte Liberty-Rakete auszutauschen. Geld soll allerdings keines fließen.

Auch AKT will kommerzielle Transportflüge mit der Liberty zur ISS anbieten. Das Besondere dabei: AKT will dabei mit der europäischen EADS zusammenarbeiten. In diesem Kooperationsmodell soll AKT die erste Liberty-Stufe samt Raketenmotor liefern, EADS-Tochter Astrium die zweite – eine Hauptstufe der Ariane 5 samt Vulcain-2-Triebwerk. Schon für 2014 plant AKT den Erstflug, für 2015 sogar den ersten bemannten Flug.

Ob diese Kooperation allerdings zustande kommt, muss sich noch zeigen: Mit der US-Raumfahrt vertraute europäische Fachleute gehen davon aus, dass das Projekt an seine Grenzen stößt, sobald es um den Austausch kritischer Technologien geht.

Versorgungsflüge für die Raumstation ISS finden derzeit nicht statt

Dabei drängt die Zeit, zumindest, was die Versorgungsflüge zur ISS angeht: Seit den Pannen mit den russischen Soyus-Raketen – die derzeit als einzige auf einer regelmäßigen Basis zur ISS fliegen können – wird die ISS nicht mehr versorgt. Die russische Raumfahrtagentur hat die Flüge bis zum 30. Oktober ausgesetzt. Erst dann soll wieder eine unbemannte Soyus-Rakete zur ISS starten, am 14. November dann die erste bemannte.

Klappt das nicht, müsste die ISS evakuiert werden.

Von Wolfgang Mock

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