Vorbereitungen für Mars-Mission 30.03.2015, 09:54 Uhr

NASA will Gesteinsbrocken eines Asteroiden entführen

Die NASA will in fünf Jahren eine Roboter-Raumsonde ins All schicken. Diese soll von einem Asteroiden einen Gesteinsbrocken holen und in eine Umlaufbahn des Mondes bringen. Dort sollen den Brocken dann 2025 zwei Astronauten näher untersuchen.

Ein Astronaut bereitet die Untersuchung des Asteroiden-Felsbrockens vor.

Ein Astronaut bereitet die Untersuchung des Asteroiden-Felsbrockens vor.

Foto: NASA

Itokawa, 2008 EV5 und Bennu: Das sind die Namen dreier Asteroiden. Sie sind aussichtsreiche Kandidaten für die ARM, das ist die Kurzform für die Asteroid Redirect Mission. Mit dieser Mission meldet sich die amerikanische Raumfahrbehörde NASA zurück. Sie will die eigenen Fähigkeiten stärken, im All mit Asteroiden zu arbeiten.

Felsbrocken soll in Mondbahn

2020 soll eine Robotersonde von der Erde abheben, die dann von einem der drei Asteroiden einen etwa vier Meter großen Gesteinsbrocken holt und ihn in eine Umlaufbahn des Mondes bugsiert.

Eine NASA-Sonde fängt den Gesteinsbrocken eines Asteroiden ein und bugsiert ihn in eine Umlaufbahn des Mondes.

Eine NASA-Sonde fängt den Gesteinsbrocken eines Asteroiden ein und bugsiert ihn in eine Umlaufbahn des Mondes.

Foto: NASA

Ursprünglich war geplant, einen ganzen Asteroiden einzufangen und in einen erdnahen Orbit zu bringen. Davon ist die NASA abgerückt, weil ihr das Unterfangen zu riskant ist.

„Neues Kapitel der Raumfahrtgeschichte“

„Die ARM-Mission gibt uns die Möglichkeit einige Raumfahrttechniken zu erproben, die wir brauchen, um Astronauten tiefer ins Weltall zu schicken, und vielleicht zum Mars“, sagte NASA-Co-Administrator Robert Lightfood. „Die Möglichkeit einen Felsen von einem Asteroiden zu bergen, wird direkten Einfluss auf die Planung künftiger Missionen haben und leitet ein neues Kapitel der Raumfahrtgeschichte ein.“

Ein Raumschiff mit zwei Astronauten an Bord dockt an das Asteroid Redirect Vehicle an. 

Ein Raumschiff mit zwei Astronauten an Bord dockt an das Asteroid Redirect Vehicle an. 

Foto: NASA

Die ARM erfordert Geduld: Es wird  laut NASA etwa sechs volle Jahre dauern, bis die Robotersonde den Gesteinsbrocken auf die richtigen Umlaufbahn gebracht hat. Das liegt auch daran, dass die NASA eine neue Antriebstechnologie ausprobieren möchte. Die ist zwar sehr viel langsamer als die heutige, aber auch sehr viel günstiger.

Ionenantrieb braucht deutlich weniger Treibstoff

Die Solar-Electric-Propulsion (SEP) verwendet die Energie der Sonne. Da sie diese in einen neutralisierten Ionenstrahl umwandelt, heißt dieser Solar-Elektro-Antrieb auch Ionenantrieb.

Künstlerische Darstellung des Ionenantriebs.

Künstlerische Darstellung des Ionenantriebs.

Foto: NASA

Er hat das Potential, die Kosten von Raumflügen massiv zu senken. Denn der Ionenantrieb braucht deutlich weniger Treibstoff, um sich im Weltraum zu bewegen. 

2025 schlägt die Stunde der Astronauten

Etwa im Jahr 2025 soll dann eine Raumsonde der NASA starten, die zwei Astronauten zum Gesteinsbrocken bringt. Diese haben dann etwa 25 Tage Zeit, die Oberfläche bei Weltraumspaziergängen in neuen Raumanzügen zu untersuchen und Proben zu ziehen. 

ARM dient auch der planetaren Verteidigung

Ganz nebenbei dient die ARM auch der planetaren Verteidigung: Die NASA will im Rahmen der Mission eine Technik mit dem hübschen Namen „Gravity Tractor“ erproben. Mit dieser an ein modernes landwirtschaftliches Nutzfahrtzeug erinnernden Methode will die amerikanische Raumfahrtbehörde einen Asteroiden von seinem Kurs abbringen. Dazu macht sich die SEP-Raumsonde die Anziehungskraft des Asteroiden zunutze, um dann mit Hilfe ihrer Schubdüsen den Kurs zu manipulieren.

Eine solche Technik könnte eines fernen Sternentages Gold wert sein. Nämlich dann, wenn ein solcher Gesteinsbrocken sich auf Kollisionskurs mit dem Raumschiff Erde befindet. Die Dinosaurier wissen, was so eine kosmische Hochzeit für das Überleben der Art bedeutet. Die Gefahr ist real: Die NASA hat bisher 12.000 erdnahe Objekte mit einem Durchmesser von über einem Kilometer ausgemacht.

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