Zu häufige Systemabstürze 02.09.2014, 11:29 Uhr

NASA formatiert Speicher des Mars-Rovers Opportunity

Die US-Weltraumbehörde formatiert den Flashspeicher des Opportunity – aus 200 Millionen Kilometer Entfernung. Das soll Systemabstürze verhindern, die dem Mars-Rover immer häufiger zu schaffen machen. Kein Wunder: Statt der geplanten 90 Tage rollt der kleine Entdecker mittlerweile schon im elften Jahr auf dem Roten Planeten.

Er ist einfach nicht klein zu kriegen: Der Mars-Rover Opportunity düst schon seit über zehn Jahren über den Roten Planeten. Sein Flashspeicher kommt ansonsten in handelsüblichen Digitalkameras zum Einsatz. 

Er ist einfach nicht klein zu kriegen: Der Mars-Rover Opportunity düst schon seit über zehn Jahren über den Roten Planeten. Sein Flashspeicher kommt ansonsten in handelsüblichen Digitalkameras zum Einsatz. 

Foto: NASA

Geplant ist die Formatierung des 256 Megabyte großen Flashspeichers Anfang September. Ablaufen wird sie wie folgt: Zunächst führt die NASA aus 200 Millionen Kilometer Entfernung ein Back-up durch. Opportunity schickt dabei alle aktuellen Forschungsdaten zur Erde, die noch nützlich sind. Anschließend versetzt die US-Weltraumbehörde den Mars-Rover in einen Notbetrieb ohne Flashspeicher.

Formatierung des Flashspeichers birgt geringes Risiko

Dann kommt es zur Formatierung. Dieser Prozess kennzeichnet automatisch die defekten Speicherzellen, die nicht mehr nutzbar sind und in der Vergangenheit Systemabstürze verursacht haben. Anschließend wechselt der Rover wieder in den normalen Betriebsmodus zurück und die NASA erhofft sich einen ruhigeren September. Denn im August hatten zwölf Systemabstürze die wissenschaftlichen Arbeiten behindert – die Reboots dauerten bis zu zwei Tage.

Opportunity bekommt einiges zu sehen: Hier den Einschlagkrater Victoria.  Er ist mit bis zu 30 Meter breiten Sedimentschichten ein Fest für Wissenschaftler.

Opportunity bekommt einiges zu sehen: Hier den Einschlagkrater Victoria.  Er ist mit bis zu 30 Meter breiten Sedimentschichten ein Fest für Wissenschaftler.

Foto: NASA

„Die Neuformatierung des Flashspeichers ist ein Prozess mit recht geringem Risiko“, sagt John Callas, der bei der US-Weltraumbehörde für die Steuerung des Rovers zuständig ist. „Missionskritische Anweisungen und die Betriebssoftware sind an anderen Stellen gespeichert.“ Und zwar auf einem nicht beschreibbaren Festspeicher. Außerdem hat die NASA Erfahrung mit dieser Fernoperation. Im Jahr 2009 hat sie diese beim baugleichen Mars-Rover Spirit durchgeführt.

Der Rote Planet kriegt Opportunity nicht klein

Dass einige Zellen im 256 Megabyte großen Flashspeicher mittlerweile verschlissen sind, ist nicht ungewöhnlich: Denn er ist ein handelsüblicher Speicher für Digitalkameras, den die Opportunity bereits tausendfach mit Forschungsdaten überschrieben hat. Tausendfach deshalb, weil der 185 Kilogramm schwere Rover einen starken maschinellen Überlebenswillen zeigt und seinen ursprünglichen Einsatz von geplanten 90 Tagen längst überschritten hat.

Seit 2004 kurvt das 1,60 Meter lange Gefährt nun über die Oberfläche des Planeten. Insgesamt 40 Kilometer über Krater und Sanddünen hat es zurückgelegt – ein Rekord unter den extraterrestrischen Fahrzeugen. Anfang 2014 hatte der Rover Spuren von Wasser gefunden.

Von Patrick Schroeder Tags:

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