Neue ICAO-Regeln 11.03.2016, 07:11 Uhr

Nach MH370: So sollen Passagierflugzeuge besser geortet werden

Zwei Jahre nach dem ungeklärten Verschwinden des Fluges MH370 hat die UN-Flugorganisation ICAO neue Regeln für Passagierflugzeuge beschlossen. Die Stimmenaufzeichnung soll wesentlich länger laufen, und die Flugzeuge müssen in Notsituationen mindestens einmal pro Minute ein Positionssignal senden.

Zwei Jahre nach dem rätselhaften Verschwinden einer Boeing 777-220 der Malaysia Airlines hat die UN-Flugorganisation ICAO neue Regeln für Passagierflugzeuge beschlossen.<strong> </strong>Sie sollen technisch so ausgerüstet werden, dass sich der Suchbereich nach einem Absturz soll auf 11 km eingegrenzen lässt.

Zwei Jahre nach dem rätselhaften Verschwinden einer Boeing 777-220 der Malaysia Airlines hat die UN-Flugorganisation ICAO neue Regeln für Passagierflugzeuge beschlossen. Sie sollen technisch so ausgerüstet werden, dass sich der Suchbereich nach einem Absturz soll auf 11 km eingegrenzen lässt.

Foto: Fazry Ismail/dpa

Seit dem 8. März 2014 ist die Boeing 777-200 der Malaysia Airlines, die sich auf dem Flug von Kuala Lumpur nach Peking befand, verschollen. Noch immer suchen Ermittler nach dem Wrack. Was genau an Bord des Fluges MH370 geschehen ist, bleibt auch zwei Jahre nach dem Absturz ein Rätsel.

Schon kurz nach dem Unglück traf sich eine Arbeitsgruppe aus Fachleuten aus dem Bereich des Flug-Trackings, der Nachverfolgung von Flugzeugen, im kanadischen Montreal. Dort befindet sich die Zentrale der International Civil Aviation Organization ICAO, einer Behörde der Vereinten Nationen.

Der Suchbereich nach einem Absturz soll auf 11 km eingegrenzt werden

Jetzt hat der Rat der ICAO Maßnahmen beschlossen, die einen Vorfall wie das Verschwinden des Fluges MH370 zukünftig verhindern sollen. Bei den neuen Regeln handelt es sich um eine Erweiterung des Chicagoer Abkommens über die internationale Zivilluftfahrt, das 1944 zum ersten Mal ausgehandelt wurde. Die wichtigste Neuerung ist die, wonach Flugzeuge Tracking-Geräte an Bord haben müssen, die in Notsituationen autonom und mindestens einmal pro Minute ein Signal aussenden.

Der Schatten eines Fliegers der neuseeländischer Luftwaffe: Seine Mission war am 31. März 2014 die Suche nach MH370. 

Der Schatten eines Fliegers der neuseeländischer Luftwaffe: Seine Mission war am 31. März 2014 die Suche nach MH370. 

Foto: Rob Griffith/dpa

Als weitere Maßnahme soll der Stimmenrekorder, der die Gespräche im Cockpit aufzeichnet, zukünftig 25 Stunden laufen, bisher waren es zwei Stunden. Mit dieser wesentlich längeren Aufzeichnung sollen „alle Phasen des Fluges abgedeckt“ werden. Zudem fordert die ICAO, dass die Flugdatenschreiber, die so genannte Black Box, schneller gefunden und geborgen werden sollen.

Das alles soll dazu führen, dass bei einem Absturz der Suchbereich möglichst rasch auf ein Gebiet von sechs Seemeilen, etwa 11 km, eingegrenzt werden kann. Die Suche soll effizienter und damit auch kostengünstiger verlaufen.

Eine Möglichkeit für das Tracking wäre das teure Streaming

Bevor die neuen Regeln tatsächlich in den nächsten fünf Jahren umgesetzt werden und eine eventuelle Suche preiswerter als bisher verlaufen kann, müssen die Airlines allerdings einiges investieren. Die Installation neuer Technik wird nötig sein. Eine Möglichkeit, wie die Flugdaten in Echtzeit zur Verfügung gestellt werden, ist das Streaming. Damit werden die Daten live an den Boden gesendet, was allerdings erhebliche Kosten verursacht.

Flugzeug Modell CS100: Der kanadische Flugzeughersteller Bombardier hatte 2015 erklärt, er werde in seine neue CSeries einen Streaming-Service implementieren, der Echtzeitdaten aufzeichnet und übermittelt.

Flugzeug Modell CS100: Der kanadische Flugzeughersteller Bombardier hatte 2015 erklärt, er werde in seine neue CSeries einen Streaming-Service implementieren, der Echtzeitdaten aufzeichnet und übermittelt.

Foto: Bombardier

Der kanadische Flugzeughersteller Bombardier hatte im vergangenen Jahr angekündigt, er werde in seine neue CSeries einen Streaming-Service implementieren, der Echtzeitdaten aufzeichnet und übermittelt. Airbus wollte im Januar 2015 mit der Entwicklung einer Blackbox mit Schleudersitz beginnen. Diese soll sich beim Absturz vom Flugzeug abstoßen und auf dem Boden oder im Wasser landen. Von dort soll sie ein Notfallsignal senden.

Externe Daten werden von Fluglinien und Flughäfen genutzt

Derzeit greifen Fluglinien zum Teil aber auch auf Tracking-Daten zurück, die von externen Firmen gesammelt werden. Die Stockholmer Firma Flightradar 24 ist so ein Unternehmen, das seine Daten an Flughäfen und Fluglinien verkauft.

Die Stockholmer Firma Flightradar 24 verkauft ihre Daten an Flughäfen und Fluglinien. Gesammelt werden die Flugbewegungen von Nutzern, die einen so genannten ADS-B-Empfänger auf ihrem Dach haben und die Daten übers Internet weitergeben.

Die Stockholmer Firma Flightradar 24 verkauft ihre Daten an Flughäfen und Fluglinien. Gesammelt werden die Flugbewegungen von Nutzern, die einen so genannten ADS-B-Empfänger auf ihrem Dach haben und die Daten übers Internet weitergeben.

Foto: Flightradar 24

Gesammelt werden die Flugbewegungen von Nutzern, die einen so genannten ADS-B-Empfänger auf ihrem Dach haben und die Daten übers Internet weitergeben. Diese Antennen stellt Flightradar 24 kostenlos zur Verfügung. Inzwischen soll es ein weltweites Netzwerk von 7000 Empfängern geben. Online oder über Apps für Smartphone oder Tablet kann jeder den Flug-Trackingservice abrufen. Der Jahresumsatz von Flightradar 24 lag 2014 bei 4,6 Millionen Euro.

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