Erfolg für Projekt Morpheus 07.03.2014, 12:46 Uhr

Mondfähre Bravo der NASA meistert Testflug in Florida

Nichteingeweihte Beobachter hätten wahrscheinlich die Landung eines UFOs befürchtet: Sie mutet sehr außerirdisch an, die Mond- und Planetenlandefähre Bravo der NASA. Vergangenen Mittwoch absolvierte sie einen Testflug auf dem Kennedy Space Center in Florida. Erfolgreich. Bravo flog fast 200 Meter weit. Anschließend landete das Objekt stilecht auf einem Areal, das der Mondoberfläche nachempfunden ist. 

Der mittlerweile sechste erfolgreiche Testflug der Bravo lässt die Explosion im August 2012 mehr und mehr in Vergessenheit geraten. Anders als bisher üblich wird die Landefähre von einem Gemisch aus flüssigem Sauerstoff und flüssigem Methan angetrieben. 

Der mittlerweile sechste erfolgreiche Testflug der Bravo lässt die Explosion im August 2012 mehr und mehr in Vergessenheit geraten. Anders als bisher üblich wird die Landefähre von einem Gemisch aus flüssigem Sauerstoff und flüssigem Methan angetrieben. 

Foto: NASA

Im Projekt Morpheus entwickelt die amerikanische Weltraumagentur NASA seit 2009 die autonome und wiederverwendbare, mit Raketentriebwerken ausgestattete Landefähre Bravo, die für Einsätze auf dem Mond, auf Asteroiden und auf dem Mars geeignet sein soll.

Vorgänger explodierte im August 2012

Zunächst wurden die Tests des Landers Bravo noch an einem Kran durchgeführt. Der erste Freiflugtest im August 2012 endete mit einem Absturz und der Explosion der Landefähre. Alle nachfolgenden Freiflugtests im Dezember 2013 und im Januar und Februar 2014 liefen danach ohne Probleme ab. Das zeigte, dass diese Hardware grundsätzlich funktioniert.

In 142 Metern Höhe legte Bravo 200 Meter zurück. Anschließend landete die Landefähre sicher auf der simulierten Mondoberfläche. 

In 142 Metern Höhe legte Bravo 200 Meter zurück. Anschließend landete die Landefähre sicher auf der simulierten Mondoberfläche. 

Foto: NASA

Beim Testflug vor zwei Tagen erreichte das Gerät eine Höhe von 142 Metern. Insgesamt war es schon der sechste Freiflug des Testmoduls Bravo, das damit „anfängliche Probleme mehr und mehr vergessen lässt“, berichtet heise.de.

Neue Treibstoffvariante bringt Vorteile

Anders als bisher üblich wird die Landefähre von einem Gemisch aus flüssigem Sauerstoff und flüssigem Methan angetrieben, das sauber verbrennt und auch längere Weltraumflüge oder eine Lagerung im Weltall gut übersteht, erläutert die NASA. Der Treibstoff könne in Zukunft eventuell sogar auf anderen Himmelskörpern gefunden oder hergestellt werden. Auf dem Mars könnte zumindest das Methan auf der Planetenoberfläche gewonnen werden.

Vorstellbar sind laut NASA Missionen, bei denen Bravo Roboter, Rover oder Nachschub zu einer Mondmission oder auf einen Asteroiden transportiert. Dank ihrer guten Manövrierfähigkeit könne die Landefähre dabei dann auch Orte anfliegen, die bisher als zu gefährlich eingestuft wurden.

Von Klaus Ahrens Tags:

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