Einstieg ins Drohnen-Geschäft 27.01.2016, 13:34 Uhr

Lufthansa will mit chinesischen Drohnen von DJI Industrieanlagen überwachen

Drohnen der Lufthansa sollen künftig Industrieanlagen und Schienenstrecken überwachen und schwerzugängliche Bereiche wie Windräder abfliegen. Dazu hat die Lufthansa ein Kooperationsabkommen mit dem chinesischen Weltmarktführer im Bereich Flugdrohnen DJI geschlossen. 

Die Lufthansa arbeitet künftig mit dem chinesischen Drohnenhersteller DJI zusammen. Beide Unternehmen wollen Profi-Drohnen mit hoch auflösenden Kameras anbieten, die beispielsweise technische Anlagen wie Windräder überwachen sollen.

Die Lufthansa arbeitet künftig mit dem chinesischen Drohnenhersteller DJI zusammen. Beide Unternehmen wollen Profi-Drohnen mit hoch auflösenden Kameras anbieten, die beispielsweise technische Anlagen wie Windräder überwachen sollen.

Foto: DJI

Die am Dienstag bekanntgegebene Kooperation zwischen DJI und Lufthansa Aerial Services (LAS) sieht eine klare Aufgabenteilung vor: DJI liefert die Drohnen, die Lufthansa-Tochter sorgt für die nötige Hard- und Software und tritt zudem als Drohnen-Betreiber für Großkunden auf. Letztere könnten zum Beispiel aus der Energiebranche stammen.

In einem Pilotprojekt der LAS wurde an den Rotorblättern großer Windkraftanlagen bereits eine Inspektion durchgeführt – mit Drohnen des chinesischen Weltmarktführers DJI. Bislang werden diese Arbeiten in erster Linie von Industriekletterern erledigt. Drohnen, so hofft die Lufthansa, könnten billiger sein und die Gefahr für Menschen senken.

Auch Einsätze an Flughäfen sind geplant

Neben der Inspektion könnten die Drohnen auch für Mess- und Überwachungszwecke eingesetzt werden, sagte LAS-Programmdirektor Christian Hartmann. Mithilfe von Video- und Wärmebildkameras sei zum Beispiel die tägliche Kontrolle von Strom- und Eisenbahntrassen denkbar, aber auch von Photovoltaikanlagen oder oberirdisch verlegten Pipelines.

In der Luftfahrtbranche selbst könnten Drohnen in Zukunft ebenfalls vermehrt zum Einsatz kommen. Bereits jetzt setzt die Fluggesellschaft EasyJet zur Inspektion ihrer Flugzeuge Drohnen ein, die mit Lidar-Messgeräten mögliche Beschädigungen an der Außenhaut entdecken sollen. Der österreichische Drohnenhersteller Airborne Robotics hat Drohnen entwickelt, die nicht nur Industrieanlagen und Windräder abfliegen, sondern auch mit Hilfe von Wärmebild-Kameras den Zustand großer Solarfelder erfassen und so defekte Zellen ausfindig machen können.

Drohne von Airborne Robotics zur Überwachung von Solaranlagen: Diese Drohnen sind auch mit Infrarotkameras ausgestattet, die den Zustand einzelne Panele erfassen können.

Drohne von Airborne Robotics zur Überwachung von Solaranlagen: Diese Drohnen sind auch mit Infrarotkameras ausgestattet, die den Zustand einzelne Panele erfassen können.

Foto: Airborne Robotics

Auch die Lufthansa-Tochter LAS ist in mehrere Drohnen-Projekte an Flughäfen involviert. Im Dezember führte das Unternehmen am Flughafen Frankfurt Drohnen-Testflüge durch, auf einer kurzfristig für den normalen Betrieb gesperrten Landebahn. 

Ausbildung von Drohnenpiloten bei der Lufthansa

Die Lufthansa plant, ihren Kunden einen Service komplett aus einer Hand anzubieten. Das setzt die Annahme voraus, dass viele Großkunden die Überprüfung beispielsweise ihrer Windkraftanlagen mithilfe von Drohnen komplett auslagern und nicht selbst durchführen wollen.

Der Einsatz von Drohnen im öffentlichen Raum ist schließlich mit zahlreichen regulatorischen Auflagen verbunden, die manches Unternehmen abschrecken könnten. Das Angebot beinhalte „alles von der Anwendungsberatung , über den Drohnenbetrieb mit Datenauswertung, hin zur Ausbildung und Zertifizierung von Drohnenpiloten“, sagte Andreas Jahnke von der Lufthansa Consulting.

Der im Dezember 2015 eröffnete Flagship-Store des Drohnenherstellers DJI in Shenzhen, fotografiert von einer Drohne aus der Luft: Die Chinesen produzieren so viele Drohnen wie kein anderes Unternehmen der Welt.

Der im Dezember 2015 eröffnete Flagship-Store des Drohnenherstellers DJI in Shenzhen, fotografiert von einer Drohne aus der Luft: Die Chinesen produzieren so viele Drohnen wie kein anderes Unternehmen der Welt.

Foto: DJI

Ob die Lufthansa letztendlich und dauerhaft in das Drohnen-Geschäft einsteigen wird, soll bis Ende des Jahres entschieden werden. 

Drohnen überwachen schon Brücken und Pipelines in Alaska

Neu ist die Idee, Drohnen zur Überwachung schwer zugänglicher Bereiche einzusetzen, nicht. So haben Fraunhofer-Forscher eine Drohne mit hochauflösender Kamera entwickelt, die beispielsweise große Brücke auf ihren Bauzustand untersucht. BP nutzt inzwischen Drohnen, um bei minus 27 Grad seine Pipelines in Alaska zu kontrollieren.

Die Flugdrohne Puma lässt sich wie ein Papierflieger aus der Hand starten. Ihre Flügelspannweite beträgt 1,5 Meter. An Bord ist unter anderem eine Infrarotkamera.

Die Flugdrohne Puma lässt sich wie ein Papierflieger aus der Hand starten. Ihre Flügelspannweite beträgt 1,5 Meter. An Bord ist unter anderem eine Infrarotkamera.

Foto: Aerovironment

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