Kein Großflughafen auf Insel 18.12.2013, 13:10 Uhr

London will Europas größten Flughafen Heathrow erweitern

London bekommt nun doch keinen neuen Großflughafen auf einer künstlichen Insel in der Themse. Die Expertenkommission, die sich im Auftrag der Regierung damit beschäftigt, wie das steigende Flugverkehrsaufkommen zu bewältigen ist, empfiehlt den Ausbau der Flughäfen Heathrow oder Gatwick.

Der Londoner Flughafen Heathrow, Europa größter Airport, platzt aus allen Nähten. Eine Regierungskommission schlägt nun den Bau einer dritten Landebahn vor. Das Projekt eines neuen Flughafens auf einer künstlichen Insel in der Themse ist zu teuer.

Der Londoner Flughafen Heathrow, Europa größter Airport, platzt aus allen Nähten. Eine Regierungskommission schlägt nun den Bau einer dritten Landebahn vor. Das Projekt eines neuen Flughafens auf einer künstlichen Insel in der Themse ist zu teuer.

Foto: London Heathrow

Fünf Flughäfen hat London derzeit – die Kapazitäten reichen dennoch nicht mehr aus. Insbesondere Heathrow arbeitet mit einer durchschnittlichen Auslastung von 99 Prozent immer an der Kapazitätsgrenze. 70 Millionen Passagiere werden dort jährlich abgefertigt, 125 Millionen sind es an allen Londoner Flughäfen zusammen. Deshalb prüfte die Kommission neben der Erweiterung vorhandener Flughäfen auch den Bau eines neuen Großflughafens auf einer künstlichen Insel in der Mündung der Themse in die Nordsee.

Die von der Regierung eingesetzte „Airport Commission“legte jetzt einen Zwischenbericht mit Vorschlägen vor, der Abschlussbericht soll im Sommer 2015 folgen. Der Zwischenbericht machte deutlich: Bis spätestens zum Jahr 2030 braucht London eine zusätzliche Startbahn. „Die Kapazitätsgrenze ist noch nicht erreicht, aber sie wird es bald sein, wenn nicht etwas passiert“, sagte der Kommissionsvorsitzende Howard Davies.

Ein neuer Großflughafen ist der Kommission zu teuer

Den neuen Großflughafen mit dem Namen „Britannia“, entworfen vom Stararchitekten Norman Foster und favorisiert von Londons Bürgermeister Boris Johnson, wird es aber wohl doch nicht geben. Der Plan für den neuen Flughafen auf einer Themse-Insel rund 80 km von der Londoner City entfernt findet sich auf der Liste der präferierten Optionen der Regierungskommission nicht wieder. Sie will zwar auch diese Möglichkeit noch näher beleuchten, der komplette Neubau gilt aber schon wegen der hohen Kosten als unrealistisch. Die werden von der Regierungskommission auf bis zu 112 Milliarden Pfund (132 Milliarden Euro) geschätzt – fünf Mal so viel wie die anderen vorgeschlagenen Lösungen.

Stattdessen wäre es den Experten zufolge deutlich günstiger und einfacher, die Flughäfen Heathrow oder Gatwick auszubauen. Sie schlagen den Bau einer zweiten Startbahn in Gatwick vor und machen gleich zwei Vorschläge für einen Ausbau von Heathrow, Europas größtem Flughafen. Danach könnte eine neue „Startbahn Nordwest“ in Richtung Windsor Castle, dem Wohnsitz der Queen, gebaut werden. Alternativ könnten die bestehenden drei Kilometer Startbahnen auf sechs Kilometer verlängert und gespalten werden: Auf jeder Startbahn könnten Flugzeuge gleichzeitig starten und landen. Die Flughäfen Stansted und Birmingham sind nur für die fernere Zukunft im Visier der Kommission: Hier sei ein Ausbau mit Blick auf das Jahr 2050 sinnvoll, wenn noch mehr Platz und eine weitere Landebahn notwendig sein sollten.

Premier Cameron und Ed Miliband gegen weiteren Ausbau von Heathrow

Die Kommissionsvorschläge für den Ausbau des Flughafens Heathrow stoßen allerdings wegen des Fluglärms und der Luftverschmutzung bei Anwohnern auf erheblichen Widerstand. Er war schon vor der letzten Wahl 2010 ein wichtiges Thema für alle Parteien. „Ohne Wenn und Aber, keine dritte Startbahn“, hatte Premierminister David Cameron damals versprochen. Der heutige Labourchef Ed Miliband, damals Umweltminister, drohte damals sogar mit Rücktritt, wenn eine dritte Startbahn genehmigt werde.

Londons Bürgermeister Boris Johnson kündigte nun an, weiter für den neuen Großflughafen zu kämpfen. „Es wäre Wahnsinn, Heathrow auszubauen. Wir würden ein Monster in Westlondon schaffen“, sagte er. 

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