Fliegen ohne Nachtanken 03.11.2014, 13:43 Uhr

Lockheed Martin will Fusionsreaktor als Flugzeugantrieb nutzen

Der amerikanische Wehrtechnik-Konzern Lockheed Martin will seinen Fusionsreaktor in den nächsten Jahren so verkleinern, dass er als Antrieb für große Verkehrsflugzeuge geeignet ist. Diese könnten ein Jahr ohne Nachtanken unterwegs sein. Ein Prototyp soll in fünf Jahren fliegen können. 

Zwei Ingenieurinnen im Entwicklungslabor Stunk Works mit dem Fusionsreaktor.

Zwei Ingenieurinnen im Entwicklungslabor Stunk Works mit dem Fusionsreaktor.

Foto: Lockheed Martin

Wie Ingenieur.de aus dem Entwicklungslabor Skunk Works bei Lockheed Martin in Kalifornien erfuhr, soll es von dem kürzlich vorgestellten Fusionsreaktor eine kompakte, stark verkleinerte Version geben. Diese soll in einen Standard-Container passen und an Bord großer Passagiermaschinen eingesetzt werden.

In fünf Jahren soll es eine erste, einsatzfähige Version des verkleinerten Reaktors für erste Testflüge geben. An einen Serieneinsatz denken die Ingenieure in rund zehn Jahren, erfuhr Ingenieur.de aus den USA.

Skunk Works plant Serienfertigung in zehn Jahren

Skunk Works ist die geheimnisumwitterte Entwicklungsabteilung des Rüstungskonzerns und hat beispielsweise das Spionageflugzeug U-2 entwickelt und arbeitet gegenwärtig unter anderem daran, Kriegsschiffe für das feindliche Radar unsichtbar zu machen. Zu den großen Entwicklungsprojekten der Skunk Works gehört heute auch der Fusionsreaktor.

Blick in den Fusionsreaktor von Lockheed Martin: Spulen im Inneren des Reaktors sollen das Plasma in Schach halten.

Blick in den Fusionsreaktor von Lockheed Martin: Spulen im Inneren des Reaktors sollen das Plasma in Schach halten.

Foto: Lockheed Martin

Lockheed hatte erst vor zwei Wochen gemeldet, dass es gelungen sei, einen kompakten Fusionsreaktor für die Stromerzeugung zu konzipieren. Er soll bereits in zehn Jahren serienreif sein – das wäre eine Sensation.

Der Flugzeugreaktor ist eine Weiterentwicklung des Fusionsreaktors

Wie Ingenieur.de aus Unternehmenskreisen bei Lockheed Martin erfahren hat, lässt sich der Fusionsreaktor noch deutlich weiter verkleinern, so dass er schließlich komplett und mit allen Zusatzaggregaten in einem Standard-Schifffahrtscontainer Platz findet.

Dieser Container lässt sich in großen Militärflugzeugen wie auch in zivilen Verkehrsflugzeugen unterbringen und könnte sogar mehrere Jahre ohne Primärenergie-Nachladung ausreichend Strom für den Betrieb der Elektrotriebwerke liefern. 25 kg Treibstoff sollen für ein Jahr Betrieb genügen.

Entwicklungsabteilung von Lockheed Martin: Das Forschungsteam von Thomas McGuire (l.) bei der Arbeit am Fusionsreaktor.

Entwicklungsabteilung von Lockheed Martin: Das Forschungsteam von Thomas McGuire (l.) bei der Arbeit am Fusionsreaktor.

Foto: Lockheed Martin/Eric Schulzinger

Der Container benötigt zwar wertvollen Platz im Laderaum, aber er würde zugleich das Gewicht der Flugzeuge stark senken und damit neue Lademöglichkeiten schaffen, um Waren oder noch mehr Passagiere zu transportieren. So führt ein Airbus A380 vollgetankt 328.000 Liter Kerosin mit sich, die rund 254 Tonnen wiegen. Angetrieben von elektrischen Düsen und versorgt vom Fusionsreaktor bräuchte der A380 weder Tanks noch Kerosin.

Außerdem wären die Elektrotriebwerke ungleich leichter als die heutigen großen und schweren Motoren auf Verbrennungsbasis.

Der Nuklearantrieb ist ein alter Traum der Militärs

Der Gedanke, Flugzeuge nuklear anzutreiben, ist alles andere als neu. Diese Idee kam schon kurz nach dem Zweiten Weltkrieg auf und wurde durch den Kalten Krieg immer wieder aufs Neue belebt. Zwei Umstände führten schließlich dazu, dass diese Antriebsidee wenigstens für einige Jahre auf Eis gelegt wurde. Zum einen waren die Einrichtungen rund um die Reaktoren im Flugzeug viel zu großvolumig und schwer, um damit sinnvoll fliegen zu können.

Plasma im Fusionsreaktor von Lockheed Martin: Erhitzt wird das Gemisch aus Deuterium und Tritium von Radiowellen, ähnlich den Mikrowellen im gleichnamigen Küchengerät. Die Heliumatome, die bei der Fusion entstehen, fängt ein so genannter Brutmantel auf, der Teil des Gefäßes ist.

Plasma im Fusionsreaktor von Lockheed Martin: Erhitzt wird das Gemisch aus Deuterium und Tritium von Radiowellen, ähnlich den Mikrowellen im gleichnamigen Küchengerät. Die Heliumatome, die bei der Fusion entstehen, fängt ein so genannter Brutmantel auf, der Teil des Gefäßes ist.

Foto: Lockheed Martin

Zum anderen aber waren die ursprünglich erwogenen Kernreaktoren infolge ihrer starken Radioaktivität bei einem Unfall ein extremes Risiko für alle Betroffenen. Letzteres gilt inzwischen nicht mehr, da der Fusionsreaktor bei einem Unglück einfach zu arbeiten aufhört, ohne das irgendwelche Radioaktivität frei würde.

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