DLR entwickelt Assistenzsystem 04.03.2014, 12:36 Uhr

Leiser und zugleich spritsparender landen

Verkehrsflugzeuge können deutlich leiser und zugleich spritsparender landen, wenn der gesamte Landeanflug optimiert wird. Ein entsprechendes Assistenzsystem  hat das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) entwickelt und inzwischen im eigenen Simulator auch erfolgreich mit Piloten getestet.

Das Cockpit des A320-Simulators. Links im Bild sieht man das Display des getesteten Pilotenassistenzsystems.

Das Cockpit des A320-Simulators. Links im Bild sieht man das Display des getesteten Pilotenassistenzsystems.

Foto: DLR

Die Landung eines Verkehrsflugzeugs ist für Piloten der arbeitsintensivste Teil des Fluges. Geschwindigkeit und Höhe müssen immer wieder angepasst werden und zugleich müssen das Fahrwerk und die Landeklappen ausgefahren und kontrolliert werden. Sven Opperman vom DLR-Institut für Flugsystemtechnik betont: „Macht der Pilot das alles zu einem exakt errechneten Zeitpunkt, dann landet das Flugzeug besonders leise und spritsparend.“ Vielfältige Einflüsse sorgen dafür, dass letztlich keine Landung genau einer anderen gleicht. Dazu zählen die Wetterlage, die Sichtbedingungen, das Gewicht des Flugzeugs und schließlich auch die Anweisungen der Flugsicherung.

Assistenzsystem im Cockpit unterstützt über Display den Piloten

Das Assistenzsystem berücksichtigt alle externen Einflüsse und gibt darauf aufbauend über das Display dem Piloten Informatonen, an welchen Punkten beispielsweise die Geschwindgkeit verändert werden muss und wann das Fahrwerk und die Landeklappen ausgefahren werden sollten. Wenn der Pilot diesen Hinweisen folgt, optimiert er die Landung.

Das Display des getesteten Assistenzsystems zeigt dem Piloten Vorschläge für eine optimale Landung an.

Das Display des getesteten Assistenzsystems zeigt dem Piloten Vorschläge für eine optimale Landung an.

Foto: DLR

Präzisere und spritsparendere Anflüge

Die Optimierung des Landeanflugs führt zu wesentlich präziseren Anflügen. Das heißt sowohl in zeitlicher Hinsicht wie auch im Blick auf den Punkt der Landebahn, an dem das Flugzeug schließlich aufsetzt. Durch die Optimierung geschieht letzteres weder zu früh noch zu spät, was im letzteren Falle zu scharfen Bremsmanövern zwänge. Die DLR hat bei den Simulatortests eine mittlere Treibstoffersparnis von elf Kilogramm Kerosin je Landung eines Airbus A320 ermittelt.

Eine klare Verminderung des Lärms bei der Landung

Weniger Lärm bei der Landung ist ebenfalls eine Folge der Präzision des Anflugs. Setzt das Flugzeug mit der optimalen Geschwindigkeit am optimalen Punkt der Runway auf, dann erspart sich der Pilot den Einsatz der äußerst lärmintensiven Luftbremsen.  Das sind Klappen auf den Tragflächen, die ausgefahren und senkrecht gestellt werden, um durch ihren Luftwiderstand das Flugzeug zusätzlich abzubremsen.

Simulatortests des DLR mit Piloten

Das DLR hat kürzlich eine Reihe von Testflügen in seinem die Bewegungen des Flugzeugs ausführenden A320-Simulator mit Piloten unternommen. Neben drei Testpiloten des DLR waren daran vier Piloten der Fluggesellschaft Air Berlin und des Volkswagen-Konzerns beteiligt.

Das neue Simulatorzentrum des DLR-Instituts für Flugsystemtechnik in Braunschweig.

Das neue Simulatorzentrum des DLR-Instituts für Flugsystemtechnik in Braunschweig.

Foto: DLR

Oppermann fasst die Ergebnisse zusammen: „Die Piloten empfanden das System und das Display als große Hilfe, besonders bei schwierigen Rückenwindsituationen.“ Zugleich hätten die Piloten eine ganze Reihe von „interessanten“ Vorschlägen zur weiteren Verbesserung gemacht.

Im Sommer echte Flugversuche

Für den Sommer dieses Jahres plant das DLR eine Reihe realer Flugversuche mit einem eigenen Forschungsflugzeug. 

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